Roberto Abraham Scaruffi

Thursday, 9 June 2011


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Ringen um den Hellas-Nachschlag
Bittere Signale: Die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission hält laut einem Prüfbericht eine baldige Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte für ausgeschlossen. Das Land benötige ein zweites Rettungspaket in Höhe von mindestens 90 Milliarden Euro, sagte Wolfgang Schäuble in den Fraktionen von Union und FDP. Der Bundesfinanzminister soll neuen Griechenland-Hilfen nur zustimmen, wenn private Gläubiger sich an einem Gesamtpaket beteiligen - diese Forderung wollen die Koalitionsparteien am Freitag im Bundestag als offizielle Parlaments-Position in einem Antrag beschließen. Führende Ökonomen in Deutschland unterstützen diese Position und fordern ein Ende der Blockadehaltung der EZB in dieser Frage. Die Gläubigerbeteiligung komme vielleicht schon zu spät, vermutet die Welt. Für den Spiegel steht und fällt der Plan mit der Reaktion der Rating-Agenturen. Die Börsen-Zeitung meint, die Neigung in vielen europäischen Ländern, ein "Griechenland II"-Paket zu finanzieren, gehe gegen null. Die FTD kritisiert die "unterirdische Kommunikation der Bundesregierung" und meldet, dass sich deutsche Banken seit Anfang Mai 2010 von fast einem Drittel ihrer griechischen Anleihen getrennt haben. The European hält das Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion für den einzig gangbaren Weg.
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NEWS
Schmuck mit Kundengeld gekauft
Der mutmaßliche Betrug spanischer Super-Millionäre durch einen UBS-Banker (FinanceToday vom Montag) war möglicherweise die Spitze eines Eisbergs. Laut Handelszeitung kam es in diesem Jahr auch am Argentinien-Desk der Niederlassung in Genf zu Unregelmäßigkeiten, weil ein Berater seine Kreditkartenrechnungen mit dem Geld von Kunden beglichen haben soll. Im Genfer Russland-Team soll eine Kundenberaterin die Gelder ihrer Kunden für Schmuck ausgegeben haben. Die New York Times berichtet, dass die Schweizer ihre US-Zentrale aus der Provinz nach Manhattan verlagern wollen. Die Financial Times läutet die Regulierungs-Session im Schweizer Parlament ein, die bei der UBS und Credit Suisse das "too big to fail"-Problem lösen soll.
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Dritter Warnschuss
Die Rekordverschuldung der Vereinigten Staaten wird zum ernsten Problem für Präsident Barack Obama. Nach Standard & Poor's und Moody's hat auch Fitch eine Herabstufung der US-Bonität in Betracht gezogen. Moody's droht jetzt auch Großbritannien mit einer Aberkennung des Top-Ratings. Die größte Gefahr für die Weltwirtschaft besteht nach den Worten des Präsidenten der Fed von St. Louis, James Bullard, in einer Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung. "Die US-Haushaltslage könnte, wenn sie nicht richtig gehandhabt wird, einen weltweiten Makro-Schock auslösen."
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Gefährlicher als Griechenland
Fannie Mae und Freddie Mac, taumelnde US-Hypothekenbanken, haben mehr Hilfsmittel benötigt als Griechenland. Insgesamt hat der US-Steuerzahler rund 573 Milliarden Dollar für Hilfsmaßnahmen zur Rettung der Wirtschaft ausgegeben - 242 Milliarden Dollar schulden die Firmen noch dem Fiskus.
» Wirtschaftsblatt
Neuer Ergo-Skandal?
Dem Versicherungskonzern Ergo steht ein neuer Skandal ins Haus: Das Unternehmen aus Düsseldorf berechnete nach Informationen des Handelsblatts rund 70.000 Kunden zu hohe Verwaltungskosten und verdient daran ungerechtfertigt bis zu 160 Millionen Euro. Dies bezeugten ehemalige Generalvertreter. Die Verträge wurden noch von der Hamburg-Mannheimer-Versicherung geschlossen. Im Sex-Skandal zieht Ergo Konsequenzen bei ihrer Tochter Hamburg-Mannheimer. Mitarbeiter sollen Missstände im Unternehmen künftig anonym an einen externen Ombudsmann melden können.
Handelsblatt (S. 1) » Handelsblatt
Banken an die Kandare
Die Finanzaufsicht Bafin will die Banken mit neuen Vorschriften an die Kandare nehmen: Die Geldhäuser sollen monatliche Geschäftszahlen vorlegen. Illusorisch, meint der Bankenverband. Kritisch sieht die Kreditwirtschaft auch den Versuch der Finanzaufsicht, bei dem sogenannten ökonomischen Eigenkapital der Institute zu einem standardisierten Meldeverfahren zu kommen.
» Handelsblatt
Senatoren logen
Der Streit zwischen Goldman Sachs und dem US-Senat sowie Staatsanwälten erreicht eine neue Stufe: Die Bank wirft den Senatoren vor, gelogen zu haben, als sie dem Institut milliardenschwere Wetten auf den Zusammenbruch des US-Häusermarktes unterstellten. Goldman hingegen wird vorgeworfen, Verbriefungsinvestoren Interessenkonflikte verschwiegen zu haben.
» Börsen-Zeitung
Commerzbank polarisiert
Die Commerzbank ist wieder des Analysten Liebling, berichtet die FTD. Gemessen an den Analystenempfehlungen, die Bloomberg sammele, favorisieren so viele Marktbeobachter die Aktie wie zuletzt vor dem Kauf der Dresdner Bank im August 2008. Weniger angetan von den Leistungen der Gelben ist die Schweizer Ratingboutique Independent Credit View (I-CV), in deren Stresstest die Coba verheerend abschneidet. Ihr Kapitalbedarf sei immens.
» Financial Times Deutschland » FTD2
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die Sparkassen haben den 50-prozentigen Anteil der Landesbanken an der Dekabank übernommen » HB Die Citigroup hat ein milliardenschweres Private-Equity-Portfolio an Axa Private Equity verkauft » BZ Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zur Reform der medizinischen Versorgungsstrukturen werden von den Krankenkassen immer weiter zerpflückt » HB Ein Veto hat der US-Senat zur Verschiebung der Regulierung von Gebühren ausgesprochen, die Einzelhändler beim Bezahlen ihrer Kunden mit Debitkarten (Karten auf Guthabenbasis) abführen müssen » NYT
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Goldman: Neun Banken fallen durch
Neun europäische Kreditinstitute werden den Stresstest nicht bestehen, so eine Umfrage der US-Bank Goldman Sachs. Investoren und Hedge-Fonds gehen davon aus, dass der Belastungstest zu einem Rekapitalisierungsbedarf von insgesamt 29 Milliarden Euro bei den Geldhäusern führen werde. Banken in Spanien, Deutschland und Griechenland dürften den höchsten Geldbedarf haben.
» Wirtschaftsblatt

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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Das neue Amerika heißt Europa
Politik: Kühle Reaktionen auf Schäubles Pläne
Unternehmen: Sonderschichten für den Geländewagen
Finanzen: Kaiser-Rente mit Bauerntrick
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KÖPFE
Warnung vor der China-Blase
Dirk Müller, seit seiner Zeit als "Mister Dax" populärer Kursmakler, geht nicht nur von einem Zusammenbruch der US-Staatsanleihen aus. "Ich erwarte einen Kollaps der chinesischen Immobilienblase. Und wenn es dort zu Problemen kommt, dann ist wohl alles zu spät. Doch es ist eine Frage der Zeit, wann das Ding kippt."
» Cashkurs » Deutsches Anleger Fernsehen (Video)
Misstrauens-Votum im Kirch-Prozess
Leo Kirch gegen die Deutsche Bank - das Oberlandesgericht München glaubt im Rechtsstreit keiner der beiden Seiten. Der Verschwörungstheorie von Kirch, wonach Ex-Bankchef Rolf Breuer mit abschätzigen Interview-Äußerungen für die Pleite des Medienmoguls verantwortlich sein soll, folge die Kammer nach vorläufiger Einschätzung nicht, sagte Richter Guido Kotschy. Allerdings sei auch die Sicht der Bank anzuzweifeln, wonach Äußerungen Breuers zur Kreditwürdigkeit Kirchs nur ein "Unfall" gewesen seien.
» Handelsblatt » Financial Times Deutschland
Blasphemie in der Beteiligungsbranche
Stephen Feinberg, Boss beim Private-Equity-Schwergewicht Cerberus Group, hat eingeräumt, dass die Manager in seiner Branche zu viel Geld verdienten. Dies sei "beschämend", räumte Feinberg ein. Weiteres Bekenntnis: Die PE-Firmen sammelten zu viel Geld ein.
» Reuters » Wall Street Journal
Hypo ist ein Milliarden-Loch
Hannes Androsch, früherer Finanzminister Österreichs und heute in einer Schlüsselposition bei der Verwaltung der österreichischen Staatshilfen für die Großbanken, warnt davor, dass die Kärntner Hypo Group Alpe Adria den Steuerzahler noch teuer zu stehen kommt. Der Staat werde am Ende ein paar Milliarden Euro abschreiben müssen.
» Wirtschaftsblatt
Duell mit Fed-Chef
Jamie Dimon, Chef bei JP Morgan Chase, hat Fed-Chef Ben Bernanke in aller Öffentlichkeit mit der Frage überrascht, ob die Banken-Regulierung nicht zu scharf ausfalle und die Wirtschaft abwürge. Der Business Insider feiert Dimon als "neuen Helden der Wall Street". Die Regulierung habe Dimons Bank nicht gehemmt, meint Fortune.
» New York Times » Business Insider » CNBC (Video) » Fortune » Financial Times
Regierungsberater unter Beschuss
Hans Werner Sinn, einer der wichtigsten Regierungsberater Deutschlands, wird vom Wall Street Journal attackiert: Das Blatt wirft dem Ökonomen Irrtümer bei seiner Theorie "der geheimen Bailouts der Europäischen Zentralbank" vor. Der Euro habe genügend reale Probleme, da brauche er die simulierten gar nicht, moniert das Blatt. Auch die Zeit hatte Sinn zuletzt massiv kritisiert.
» Wall Street Journal » Artikel von Sinn » Zeit
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Vorstellungsgepräch: vom Schwitzer zum Flirter
Here is the City listet die Typen der schlimmsten männlichen Job-Bewerber auf, die zum Vorstellungsgespräch bei Banken antreten: Der mit dem billigem Aftershave sei dabei ebenso unangenehm wie der mit Schweißgeruch, nicht zu vergessen der nervös Zuckende, Dauerlaberer, eitle Flirter - und derjenige, der den Spieß umdrehe und voller Selbstbewusstsein selbst die Fragen stellt.
» Here is the City