Roberto Abraham Scaruffi

Thursday, 16 June 2011


Donnerstag, 16. Juni 2011 vorherige Ausgabe » anmelden »
trichet_schaeuble.jpg
Kalter Krieg um Griechen-Rettung
Die Diskussion um die Griechenland-Hilfe 2.0 entwickelt sich zu einem "Kalten Krieg" zwischen Bundesregierung und Europäischer Zentralbank . So haben Medien das Rede-Duell von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, Foto li.) und Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet (re.) beim ergebnislosen Krisentreffen der Euro-Finanzminister am Dienstagabend in Brüssel beschrieben. Die Stimmung sei so angespannt gewesen, dass sich die Minister noch nicht einmal auf eine Erklärung zur Solidarität mit Athen einigen konnten - ein ungewöhnlicher Vorgang. Da Schäuble nicht vorankomme, wolle nun Angela Merkel bei einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy am Freitag in Berlin für die deutsche Haltung werben, berichtet die SZ. Erst helfe die EZB bei der Griechenland-Rettung, dann blockiere sie eine Umschuldung - die Währungshüter handelten aus Eigennutz und schadeten damit Europa insgesamt, schimpft Top-Ökonom Clemens Fuest im Handelsblatt.
» Handelsblatt » HB2 » Süddeutsche Zeitung » Fortune » Spiegel
FK_2011-06-16.jpg
NEWS
Aufstand gegen Sparprogramm
Im Anschluss an Massenproteste gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung haben sich Demonstranten und Polizisten erneut schwere Straßenschlachten geliefert. Für die Welt sind die Proteste ein "verheerendes Signal an den Rest Europas", da sie den Eindruck vermittelten, dass viele Griechen immer noch an Realitätsverweigerung litten.
» Handelsblatt » Financial Times » BBC » Welt
Beiträge im Steilflug
Wer eine private Krankenversicherung abschließen möchte, muss in diesem Jahr deutlich mehr zahlen. Im Schnitt steigen die Beiträge gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Analysehauses Morgen & Morgen von 3500 PKV-Tarifen. Die steigenden Beiträge sind für Versicherte fatal. Im Schnitt verteuerten sich die Prämien in den vergangenen zehn Jahren um rund fünf Prozent per anno.
» Handelsblatt
"Krebsgeschwür" in der Nobelbank
Nach einem Bericht des Manager Magazins sind die Recherchen der Kölner Staatsanwaltschaft im "größten Bankenskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte" weiter fortgeschritten als bisher bekannt. Die Ermittler der Sonderkommission "Byzanz" hätten im Fall Sal. Oppenheim akribisch Büros und Wohnungen durchsucht und unermüdlich Indizien und Beweise zusammengetragen. Papiere zeigten, wie sich der Einfluss des Immobilienjongleurs Josef Esch, der dem Geldhaus jahrelang zwei- bis dreistellige Millionengewinne eingebracht habe, wie ein "Krebsgeschwür" in der Bank ausgebreitet habe.
» Manager Magazin
Endlosstreit um Bankenabgabe
Zwei Tage vor der entscheidenden Abstimmung im Bundesrat liegen Bund und Länder wegen der Bankenabgabe im Clinch. Die Länder hatten sich einstimmig darauf verständigt, dass die Bankenabgabe nach dem durchschnittlichen Jahresergebnis der letzten fünf Jahre bemessen werden soll. Negative Jahresergebnisse der Banken sollten dabei aber ignoriert werden. Gegen diesen Passus erheben das Bundesfinanz- und das Bundesjustizministerium verfassungsrechtliche Bedenken.
» Handelsblatt
Regierung verordnet Trennkost
Die britischen Banken sollen nach dem Willen der Regierung ihr Privatkundengeschäft stärker vom riskanteren Investment-Banking abgrenzen, aber unter einem Holdingdach führen können. Finanzminister George Osborne sprach sich am Mittwoch für einen entsprechenden Vorschlag einer unabhängigen Kommission zur Reform der Bankenbranche aus. Osbornes Offensive komme zum falschen Zeitpunkt, moniert die Financial Times. Es sei fraglich, ob die Behörden in der Panik der nächsten Krise tatsächlich die Kaltblütigkeit haben würden, die riesigen, ungeschützten Bereiche der Banken untergehen zu lassen, zweifelt die NZZ.
» Handelsblatt » Financial Times » Wall Street Journal NZZ (S. 26)
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die spanische Banca Civica will 900 Millionen Euro an der Börse einsammeln » HB American Express bietet in den USA eine Prepaid-Kreditkarte an, die offenbar den Nerv der Kunden trifft » Bloomberg Vier Jahre nach dem Verkauf der Hotelkette Extended Stay America hat eine Gruppe von Gläubigern den früheren Besitzer Blackstone Group verklagt » HB
NEU_630x75_HB_Keramikmesser_schwarz.jpg
FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Betongold wird immer wichtiger
Wer Geld hat, legt es in Sachwerten an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Liechtensteiner Investmentgesellschaft Valluga.
» Financial Times Deutschland

» Handelsblatt (kostenloses Probeabo)

HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Der Volkszorn regiert
Politik: Bedingt abwehrbereit
Unternehmen: Tatenlos zugeschaut
Finanzen: Die Immobilienkrise kehrt zurück
» Handelsblatt vierwöchiges Miniabo » Hier können Sie die aktuelle Ausgabe für 1,59 € direkt downloaden
KÖPFE
Grüezi Herr Wieandt
Axel Wieandt verlässt die Deutsche Bank und geht zum Konkurrenten Credit Suisse. Der ehemalige Chef der Hypo Real Estate wird bei dem Schweizer Geldhaus zum 1. Juli Managing Director im Bereich Investment-Banking für das Geschäft in Deutschland und Österreich. Hat Anshu Jain jetzt freie Bahn zum Chefsessel von Josef Ackermann? Die New York Times sieht große Hürden.
» Handelsblatt » Financial Times Deutschland » Finenews » Handelszeitung » NYT
Nummer zwei siegt
John McFarlane, Director bei der Royal Bank of Scotland, wird, wie bislang vermutet (FinanceToday berichtete), der neue Chairman von Aviva. Beim britischen Versicherer löst der Schotte den bald pensionierten Lord Sharman ab. Erste Wahl bei Aviva war eigentlich Sir Richard Broadbent, Deputy Chairman bei Barclays, der aber zur Supermarkt-Kette Tesco geht.
» Financial Times
Ratings hausgemacht?
Christoph Matznetter, Wirtschaftssprecher der österreichischen SPÖ, will das eskalierende Griechenland-Problem mit einer europäischen Ratingagentur lösen. Eine charmante Idee, schreibt die Presse ironisch: Die EU-Agentur könnte flugs das auf dem schäbigen "Triple C" rangierende Griechenland auf die Bestnote, das "Triple A", hochstufen. "Und schwuppdiwupp, schon raufen sich die Anleger aus aller Herren Länder wieder um griechische Staatsanleihen."
» Presse
Papandreou vor dem Rücktritt?
Giorgos Papandreou, Griechenlands Ministerpräsident, ist mit seinem Versuch gescheitert, die konservative Opposition für eine Koalition der "nationalen Einheit" zu gewinnen. Er werde nun am heutigen Donnerstag sein Kabinett umbilden und im Parlament die Vertrauensfrage stellen, kündigte Papandreou gestern Abend in einer Fernsehansprache an. Über kurz oder lang sei er das Bauernopfer, prognostiziert die FTD. "Eine Regierung, die so radikal spart wie derzeit die Krisenländer der Euro-Zone, wird abgewählt." Aus Sicht des Wall Street Journal wären Neuwahlen in Griechenland das falsche Signal: "Eine frische politische Unsicherheit wäre ein komplettes Desaster."
» Handelsblatt » Spiegel » Wall Street Journal » FTD
Mahner und Warner
Ben Bernanke, Chairman der Federal Reserve, ist für seine sanften Worte bekannt. Seine Bewertungen der Wirtschaftslage erscheinen oft so beruhigend wie eine Gutenachtgeschichte, doch wer genau hinhört, kann auch Bernankes Sprache entschlüsseln, analysiert das Handelsblatt. Und da wird klar: Es brennt jetzt wirklich in der amerikanischen Wirtschaft.
» Handelsblatt » Manager Magazin » Portfolio
Durchzug in der Chefetage
Heidi Miller (JP Morgan Chase ), vom US-Banker Magazine drei Mal in Folge zur mächtigsten Bankerin der Welt gekürt, geht Anfang kommenden Jahres in Rente. Vor einem Jahr wurde Miller noch aufgestellt, um die Internationalisierung der Bank voranzutreiben. Charlie Scharf, Chef des Retail-Bankings mit CEO-Aussichten, verantwortet künftig das Private-Equity-Geschäft bei JP Morgan - laut WSJ ein Abstieg.
» Fortune » Wall Street Journal » New York Times » NYT2
Marktbereinigung oder Risiken
Wolfram Wrabetz, Deutschland-Chef des Versicherers Helvetia Patria , geht nicht davon aus, dass die neuen EU-Eigenkapitalregeln Solvency II gleichzeitig vollen Wettbewerb und volle Sicherheit bringen. Kehrseite der Sicherheit wäre eine Oligopol-Struktur, Marktvielfalt sei dagegen nur mit Abstrichen bei der Sicherheit zu haben.
» Financial Times Deutschland
DEBATTE - worüber die Finanzwelt diskutiert
Welche Rolle spielen Rating-Agenturen?
Standard & Poor’s spiele sich - fernab jeglicher demokratischer Legitimation - als finanzielle Welt-Polizei auf, kritisiert die Wiener Zeitung. Über Jahre sei das hingenommen worden, jetzt aber gehe die Agentur frontal auf die Euro-Zone los. "Ein westamerikanischer Medienverlag kann ja wohl nicht bestimmen, was gut und richtig in Europa ist. Alle EU-Länder sollten in der Sekunde die Bonitätseinstufungen solcher Unternehmungen ablehnen und dies laut aussprechen. Denn die ‚rating agencies‘ sind zu Ratten-Agenturen verkommen, ihr Wort ist nichts wert." In der FTD beschreibt Stephan Schulmeister vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung das "Doppelpassspiel" von US-Ratingagenturen und "Finanzalchemiebanken", das die Zinsen für griechische Staatsanleihen in die Höhe treibe.
» Wiener Zeitung » Financial Times Deutschland
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Wirtschaftsbetrüger im Profil
Der typische Wirtschaftsbetrüger ist männlich, 36- bis 45-jährig und seit mehr als zehn Jahren in der gleichen Firma tätig. Dies ist das Ergebnis einer Studie der KPMG Schweiz, die das Durchschnittsprofil eines Wirtschaftsbetrügers ermittelt hat. Die Täter seien meist in einer Finanzfunktion oder im finanznahen Bereich tätig, agierten stark karriere- und erfolgsorientiert, entscheidungsfreudig und sozial hervorragend in das Unternehmen eingebettet. Und: Der Ottonormalbetrüger sei extrovertiert, unbescholten und überdurchschnittlich gebildet. Mögliche Motive der Betrügereien neben persönlicher Geldgier: schlechtes Betriebsklima oder der Druck, hoch gesteckte Ziele erreichen zu müssen.
» Neue Zürcher Zeitung