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Hellas-Kurs der EZB polarisiert
die Finanzwelt
Ist die Europäische Zentralbank in
der Schuldenkrise noch auf dem richtigen Kurs? Die Zentralbank hat gestern den
Leitzins im Euro-Raum unverändert gelassen. EZB-Chef Jean Claude Trichet
(Foto) müsse die Zinsen auch niedrig halten, wenn er nicht das letzte bisschen
Wachstum abwürgen wolle, das Griechenland helfen könnte, seine Schulden in den
Griff zu bekommen, analysiert das Handelsblatt - und freut sich nebenbei über
den "Turbo für die deutschen Exporte". Die Börsen-Zeitung geht dagegen davon
aus, dass die EZB im Juli den Leitzins um weitere 25 Basispunkte erhöhen werde.
Dies sei auch angebracht. Die FTD kritisiert die EZB für ihr Taktieren in der
Umschuldungsfrage. "Wenn sich eine Notenbank wie eine Gewerkschaft verhält,
endet sie auch mit der Glaubwürdigkeit einer Gewerkschaft." Für Hans-Werner
Sinn, Chef des Ifo Instituts (das laut FTD umbenannt werden soll),
griffe ein von der EZB abgelehnter Schuldenschnitt zu kurz: Stattdessen sei es
wichtig, dass der Geldhahn allmählich zugedreht werde. "Was definitiv nicht
hilft, ist, immer mehr Geld in das Land hineinzupumpen und den Griechen dann zu
sagen, sie sollen es nicht nehmen", sagt Sinn in der Wiwo. Laut Wall Street
Journal glaubt der "Investment-Guru" Jim Grant, dass die EZB nach dem
Ankauf von mangelhaften Staatsanleihen "faktisch insolvent" sei. » Handelsblatt » Börsen-Zeitung » Wirtschaftswoche » Financial Times
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