Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 10 June 2011


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Hellas-Kurs der EZB polarisiert die Finanzwelt
Ist die Europäische Zentralbank in der Schuldenkrise noch auf dem richtigen Kurs? Die Zentralbank hat gestern den Leitzins im Euro-Raum unverändert gelassen. EZB-Chef Jean Claude Trichet (Foto) müsse die Zinsen auch niedrig halten, wenn er nicht das letzte bisschen Wachstum abwürgen wolle, das Griechenland helfen könnte, seine Schulden in den Griff zu bekommen, analysiert das Handelsblatt - und freut sich nebenbei über den "Turbo für die deutschen Exporte". Die Börsen-Zeitung geht dagegen davon aus, dass die EZB im Juli den Leitzins um weitere 25 Basispunkte erhöhen werde. Dies sei auch angebracht. Die FTD kritisiert die EZB für ihr Taktieren in der Umschuldungsfrage. "Wenn sich eine Notenbank wie eine Gewerkschaft verhält, endet sie auch mit der Glaubwürdigkeit einer Gewerkschaft." Für Hans-Werner Sinn, Chef des Ifo Instituts (das laut FTD umbenannt werden soll), griffe ein von der EZB abgelehnter Schuldenschnitt zu kurz: Stattdessen sei es wichtig, dass der Geldhahn allmählich zugedreht werde. "Was definitiv nicht hilft, ist, immer mehr Geld in das Land hineinzupumpen und den Griechen dann zu sagen, sie sollen es nicht nehmen", sagt Sinn in der Wiwo. Laut Wall Street Journal glaubt der "Investment-Guru" Jim Grant, dass die EZB nach dem Ankauf von mangelhaften Staatsanleihen "faktisch insolvent" sei.
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NEWS
Hellas 2: Grünes Licht für Sparen 2.0
Die griechische Regierung hat zur Eindämmung der Schuldenkrise des Landes neue Sparmaßnahmen befürwortet. "Wir haben die fairste mögliche Lösung gesucht und gefunden", sagte ein Mitarbeiter des Kabinetts von Ministerpräsident Giorgos Papandreou nach der Abstimmung in Athen. Das harte Sparprogramm umfasst 78 Milliarden Euro. Die Diskussion im Ministerrat dauerte mehr als fünf Stunden.
» Handelsblatt
Hellas 3: Nichts wie raus
Deutsche Versicherer und Banken haben sich in großem Stil von griechischen Staatsanleihen getrennt. Das geht aus einem Papier des Finanzausschusses des Bundestages hervor. Dies sei kein Zeichen mangelnder Solidarität, meint das Handelsblatt. Die Unternehmen verkürzten nur die Zeit bis zu dem Tag, an dem die unvermeidliche Umschuldung kommen werde. "Das tut weh, aber es ist der richtige Weg."
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Wegen elitärer Treffen am Pranger
Goldman Sachs zahlt zehn Millionen Dollar an die US-Behörden, um Ermittlungen wegen der sogenannten "Trading Huddles" vom Tisch zu räumen. Von den Anlagetipps, die bei bankinternen Treffen von Research-Analysten und Tradern ausgearbeitet wurden, sollen nur größere Kunden profitiert haben. Weitere Goldman-News: US-Behörden prüfen, ob die Bank und andere Finanzunternehmen gegen Anti-Bestechungsgesetze verstoßen haben, es geht um die Geschäftsbeziehung zwischen Goldman und dem libyschen staatlichen Anlagefonds LIA. Laut Forbes hat Goldman im Aktienemissionsgeschäft in Deutschland die Deutsche Bank an der Spitze abgelöst.
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Klagewelle erwartet
Ergo hat gestern Fehler bei Riester-Renten-Verträgen eingeräumt. Dennoch muss der Versicherungskonzern mit einer Klagewelle rechnen: "Bei uns melden sich seit dem frühen Morgen Kunden, weil sie zu hohe Kosten in ihren Riester-Verträgen vermuten", sagte Klaus Nieding, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, dem Handelsblatt. Man werde die Bafin einschalten. Die Tochter Hamburg-Mannheimer soll in 70.000 Policen der sogenannten Kaiser-Rente mehr Verwaltungskosten berechnet haben als in den Verträgen angegeben.
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Was wollen die Bilderberger?
Für dieses Wochenende ist die Bilderberg-Konferenz angesetzt, bei der sich über 100 internationale Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Medien und NGOs treffen, um eine neue Weltordnung zu entwerfen, vermuten Verschwörungstheoretiker. Quatsch, meint Forbes. Als ob diese Alphatiere Egoismen und Stolz beiseite legen könnten, um die Übernahme der Weltherrschaft anzustreben.
» Forbes
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die südkoreanische Justiz hat wegen des Verdachts der Marktmanipulation Vermögenswerte der Deutschen Bank im Wert von umgerechnet 28 Millionen Euro beschlagnahmt » FTD Die Citigroup hat zugegeben, dass unbekannte Hacker in die Datenbank ihres Online-Banking-Angebots für Kreditkartenkunden eingedrungen sind » WSJ Die wegen Diskriminierung von weiblichen Mitarbeitern beschuldigte US-Bank Wells Fargo zahlt in einem Vergleich 32 Millionen Dollar an 1200 Mitarbeiterinnen » FTD Die österreichische Immofinanz Group verkauft neun Fondsbeteiligungen an europäische Investoren und spült bis zu 140 Millionen Euro in die Kasse » Wb Die WestLB hat offiziell damit begonnen, Teile ihres Geschäfts zu verkaufen » FTD
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Vorstellungsgepräch: vom Schwitzer zum Flirter
Here is the City listet die Typen der schlimmsten männlichen Job-Bewerber auf, die zum Vorstellungsgespräch bei Banken antreten: Der mit dem billigem Aftershave sei dabei ebenso unangenehm wie der mit Schweißgeruch, nicht zu vergessen der nervös Zuckende, Dauerlaberer, eitle Flirter - und derjenige, der den Spieß umdrehe und voller Selbstbewusstsein selbst die Fragen stellt.
» Here is the City

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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Superstars a. D.
Politik: Banken lassen Schäuble auflaufen
Unternehmen: Rüsselsheimer Schleudertrauma
Finanzen: "Dem Asien-Geschäft gehört die Zukunft"
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KÖPFE
Merkel ohne Mehrheit?
Angela Merkel, Chefin der Regierungskoalition, bekommt möglicherweise am heutigen Freitag ihre Mehrheit für ein neues Euro-Rettungspaket nicht zusammen, schreibt die Zeit nach dem Treffen mit einem "alten Hasen" aus der Koalition. Aber das Schlimmste sei, dass er sich gar nicht sicher sei, ob es diese Mehrheit überhaupt geben sollte. Fazit: Die Euro-Rettung entscheide über die Zukunft von Schwarz-Gelb. Das Handelsblatt berichtet, dass die Koalitionsparteien auf Sondersitzungen Merkels Griechenland-Kurs mehrheitlich befürwortet hätten. Nur ob die symbolträchtige Kanzlermehrheit zustande komme, sei fraglich.
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Clinton auf dem Sprung?
Hillary Clinton, US-Außenministerin, will Kreisen zufolge Präsidentin der Weltbank werden. Clinton spreche mit dem Weißen Haus darüber, im kommenden Jahr ihren Posten in der Regierung aufzugeben, sagten mit den Gesprächen vertraute Personen.
» Handelsblatt
Keine Angst vor dem Schock
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft , sieht in einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der USA keine große Gefahr für die Weltwirtschaft. "So sehr die USA wichtige Impulse für die Weltwirtschaft setzen, so sollte aber auch nüchtern gesehen werden, dass die Emerging Markets eine eigene wirtschaftliche Dynamik unabhängig davon besitzen." Die deutsche Wirtschaft sollte deshalb nur geringe Folgen einer US-Schwäche verspüren. (s. auch "Debatte")
» Handelsblatt
Chef in Dauer-Moll
António Horta-Osório, früherer Großbritannien-Chef von Santander und aktuell CEO der Lloyd’s Banking Group, lässt laut Financial Times keine Gelegenheit aus, um die Aussichten seiner Bank düster zu beschreiben. Jüngste Einlassung: Es dauere drei bis fünf Jahre, bis Lloyd's die Wende geschafft habe. Entweder seien die Probleme der teilverstaatlichten Bank größer als von ihm zum Amtsantritt angenommen, vermutet die FT - oder er arbeite insgeheim immer noch für Santander und verwandele Lloyds in einen Übernahmekandidaten.
» Financial Times
Attac will IWF-Posten
Aurélie Trouvé, Doktorin der Wirtschaftswissenschaften und Ko-Präsidentin des globalisierungskritischen Netzwerks Attac, will den IWF radikal reformieren, am liebsten als Vorsitzende. Erste Maßnahme der 31-jährigen Französin an der IWF-Spitze: die Austeritätspläne des Währungsfonds stoppen.
» Frankfurter Rundschau
Heißes Pflaster Singapur
Ho Ching, Chefin bei Temasek Holdings , der Holdinggesellschaft der singapurischen Regierung, wird laut Financial Times im August zurücktreten. Just zu dem Zeitpunkt, da sich der Fonds von den Auswirkungen der Finanzkrise erholt habe. Doch die Rücktrittsgerüchte sind nicht neu: 2009 köderte Temasek den früheren BHP Billiton-Boss Charles Goodyear, der es sich allerdings mit den alteingesessenen Familienclans im Staat verscherzte und abdrehen musste.
» Financial Times
DEBATTE - worüber die Finanzwelt diskutiert
Wer steckt tiefer im Schuldensumpf: Europa oder die USA?
Wenn es nach den Experten geht, ist es um beide nicht gut bestellt. Das Handelsblatt listet Statements von Börsengurus, Ökonomen und Politikern über die Schuldenkrise auf, darunter von Horst Köhler, ehemaliger Bundespräsident und einst Chef des Internationalen Währungsfonds: "Die Euro-Gruppe und das ganze europäische Projekt stehen wegen gravierender politischer Versäumnisse in der Vergangenheit vor einer nie dagewesenen Zerreißprobe." Paul Krugman, Ökonom und Nobelpreisträger, widmet sich der US-Wirtschaft: "Ich habe kein hundertprozentiges Vertrauen, aber ich glaube dennoch, dass die US-Regierung letztendlich das Richtige tun wird, um die Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu bringen. Im Moment befürchte ich, dass wir viel zu schnell auf einen Sparkurs einschwenken." Oder Bill Gross, Manager des größten Anleihefonds der Welt: "Die Währungshüter versuchen, das Ungleichgewicht von zu hohen Schulden und zu attraktiven Zinsen auf Ersparnisse auszugleichen. Man könnte das als finanzielle Repression bezeichnen. Wir nennen es Taschendiebstahl."
» Handelsblatt
WIRTSCHAFTSBUCH DER WOCHE
Was in der Landwirtschaft besser laufen muss
Die heutige Massentierhaltung schadet der Umwelt massiv. Dich die Journalistin Theresa Bäuerlein geht in ihrem jetzt erschienenden Buch "Fleisch essen, Tiere lieben" noch einen Schritt weiter: Vegetarier zu sein allen reicht nicht, um sich ökologisch zu ernähren. Es braucht ein generelles Umdenken. » Handelsblatt (Buchrezension)
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
DSK scharf auf Chips
Man stelle sich vor, Dominique Strauss-Kahn sei nicht aufs Zimmermädchen scharf gewesen, sondern auf eine Chips-Tüte - so wirbt eine US-Firma für ihre Knabber-Produkte. In den Hauptrollen: ein bekannter Komiker und ein einstiges Sexsymbol, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Geschmacklos, meinen die Münchner, berichten aber dennoch genüsslich.
» Süddeutsche Zeitung