Roberto Abraham Scaruffi

Tuesday, 17 January 2012


Dienstag, 17. Januar 2012 vorherige Ausgabe » anmelden »
bankengeld.jpg
Ramponierter Rettungsfonds
Nach der Abstufung Frankreichs hat es jetzt auch den Rettungsfonds EFSF getroffen. Die Ratingagentur S&P hat ihm die Bestnote entzogen. "Mit der schlechteren Note könnte der EFSF allerdings seine Schlagkraft sogar verbessern", schreibt aber das » Handelsblatt. Bislang liege das Garantievolumen des Rettungsfonds bei 780 Milliarden Euro. Dieses Volumen werde jedoch nicht voll ausgeschöpft, um die Top-Bonität für Fonds nicht zu gefährden. Allerdings werden die Zinsen, die der EFSF für seine Anleihen zahlen muss, dann vermutlich steigen. "Der ramponierte Rettungsfonds", titelte hingegen der » Spiegel bereits vor der Herabstufung und schreibt: "Eine unüberwindbare Brandmauer sollte der Rettungsfonds EFSF um die Länder der Euro-Zone ziehen. Doch von den großen Plänen ist wenig übrig geblieben. Der Fonds siecht seinem Ende entgegen - und die Politik spielt auf Zeit." "Deutschland freut sich seines Ratings - und übersieht, dass seine europäische Sparpolitik aus Sicht der Agentur S&P die Krise verschärft", meint die » Welt. Die britische Zeitung » Guardian glaubt, dass die Herabstufung vor allem Politiker unter Druck setze und die Solidarität in Europa bedrohe. Genau diese brauche es jedoch, um der Krise in Europa zu entkommen. Laut » Handelsblatt ist das Schicksal von Banken und Staaten eng miteinander verknüpft. Deshalb trifft die Herabstufung etlicher Euro-Staaten auch die Geldhäuser. Und listet auf, wie hoch die Kosten für die Kreditausfallversicherungen der einzelnen Häuser sind. "Denn die Investoren sorgen sich um das Engagement der Banken in Staatsanleihen der krisengeschüttelten Randstaaten Europas", schreibt das » Wall Street Journal Deutschland. "Was ist nur mit den Banken los?" fragt sich auch die » Zeit. Sie trauen sich gegenseitig nicht mehr über den Weg, so dass die EZB immer mehr zum Ersatz-Interbankenmarkt mutiert. Anleger kaufen Bankaktien nur, wenn die zu Ausverkaufspreisen zu haben sind.
FK_120117_.jpg
NEWS
Staatspleite rückt näher
Griechenland schlingert auf eine Staatspleite zu, denn eine Einigung mit den Gläubigern ist nicht in Sicht. Die Ratingagentur S&P hat kaum noch Hoffnung für die Griechen und warnt schon vor den Folgen eines ungeordneten Zahlungsausfalls, schreibt das » Handelsblatt. Die Gläubigergespräche stocken derzeit. Laut » Welt herrscht ein heftiges Feilschen um den Griechen-Schuldenschnitt. Deutsche Regierungsvertreter verlangen von den Banken einen Schuldenschnitt von bis zu 80 Prozent. Doch die wollen nicht mehr mitspielen.
Weitere Links: » Wall Street Journal » CNN
Moody's lässt Frankreich sein AAA
Einen Tag, nachdem die Ratingagentur S&P Frankreich herabgestuft hat, bleibt Moody's bei seiner Top-Wertung für die Grande Nation. Allerdings kritisiert Moody’s die düsteren Wachstumsprognosen für die französische Wirtschaft und will bis Ende März die Einschätzung überprüfen. Nach Ansicht der » Börsen-Zeitung ist die S&P-Herabstufung ein Schock für Frankreichs Regierung, die nun vor einem Scherbenhaufen stehe. Alle wichtigen Kennzahlen hätten sich in Sarkozys Amtszeit verschlechtert, und nun sei auch sein Nimbus eines erfolgreichen Krisenmanagers weg. Noch schlimmer für Paris sei jedoch, dass "Musterschüler Deutschland" seinen Status behält.
Weitere Links: » Handelsblatt » Süddeutsche » Spiegel » Wall Street Journal
Teures Ende einer Kreuzfahrt
Auf die Versicherungen, die nach dem Unglück der Costa Concordia für die Schäden der Passagiere und den Schaden am Schiff haften müssen, kommen laut » Bloomberg Businessweek Forderungen in Höhe zwischen 600 bis 800 Millionen Dollar zu. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück muss einen Schaden von mindestens zehn Millionen Euro schultern.
Weitere Links: » Handelsblatt » Financial Times Deutschland » Wall Street Journal D
Aufgeblähte Bilanz
Die Europäische Zentralbank hat nach fast einem Jahr Antikrisenmaßnahmen mit billigem Geld ihre Bücher gigantisch vergrößert: 2,73 Billionen Euro stehen derzeit in ihrer Bilanz - das sind 29 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Eurozone und damit der höchste je erreichte Wert. Die Notenbank und ihre aufgeblähte Bilanz könnten jetzt aber selbst zu einem Problem werden, schreibt das » Wall Street Journal Deutschland.
London calling
Im Vorgriff auf die mögliche Einführung einer Finanztransaktionsteuer ab 2014 stellen sich Banken bereits auf eine teilweise Verlagerung ihrer Aktivitäten nach London oder Übersee ein, schreibt die » Financial Times Deutschland. Denn die Steuer soll nur in der Euro-Zone eingeführt werden. "Alle großen Geschäftsbanken in Deutschland arbeiten schon an Modellrechnungen, wie sie ihren Aktien-, Anleihe- und Derivatehandel so optimieren, dass die Steuer nicht oder möglichst wenig greift", sagte ein in mehreren Projekten von Großbanken involvierter Unternehmensberater. Großbritannien hegt ohnehin mit der "City" weitere Expansionspläne: London soll nach einem Bericht der » New York Times das größte ausländische Handelszentrum für die chinesische Währung Rennimbi werden.
Geringere Dividenden
Banken in der Eurozone könnten vor der niedrigsten Dividendensaison seit der Krise der US-Bank Lehman Brothers stehen. Schwergewichte wie Unicredit und Société Générale haben für 2011 die Dividenden bereits komplett gestrichen. Wie aus » Bloomberg-Berechnungen hervor geht, werden Banken aus Frankreich, Italien und Spanien die schwersten Kürzungen bei der Gewinnbeteiligung der Aktionäre vornehmen. Banken aus Großbritannien und Schwede werden voraussichtlich weiterhin großzügiger ausschütten, denn ihr zusätzlicher Kapitalbedarf ist niedriger.
Japanisches Interesse am RBS-Geschäft
Die japanische Großbank Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) will das Flugzeug-Leasinggeschäft der Royal Bank of Scotland (RBS) kaufen. Der Deal hat ein Volumen von schätzungsweise 7,2 Milliarden Dollar.
» Handelsblatt
Shortcuts aus der Finanzbranche
Anleihekäufer wenden sich mit Schrecken von Ungarn ab. » (HB) Euro-Land treibt keine Blüten: Nur 5 von 10.000 Geldscheinen sind gefälscht. » (SZ) Ökonomen der US-Bank Goldman Sachs haben die EZB wegen mangelnder Klarheit kritisiert. » (Efinancial) Ein texanisches Rentnerpaar fordert nun von der Schweizer Grossbank UBS 300.000 Dollar im Zusammenhang der mit Lehman-Pleite. Die Klagesumme mag gering sein, der Fall hat Vorbildcharakter. » (Forbes) Die Frankfurter Volksbank verdient trotz Krise gut. » (HB) Die belgische Finanzgruppe KBC ist laut einem Zeitungsbericht unzufrieden mit den Offerten für den zweitgrößten polnischen Versicherer Warta. » (HB)
HB_Shop_Zukunftsstrategien_630x75px.gif
FB_FT.jpg
FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Wulffige Antworten vom Bild-Chef
Kai Diekmann, Bild-Chefredakteur, beweist Humor. Nachdem seine Lieblingsfeindin, die taz, ihm einen Fragenkatalog zur Rolle der Bild-Zeitung bei der Mailbox-Affäre des Bundespräsidenten schickte, reagierte Diekmann schnell, und zwar im Stil der Original-Mailbox-Nachricht von Bundespräsident Christian Wulff. "Ich bitte sehr um Vergebung, aber wenn der Artikel, den Sie planen, wirklich erscheinen sollte, werde ich meine tazPresso-Tassen zurückschicken und meine taz-Anteile dem AWD zur Weitervermarktung zur Verfügung stellen."» Meedia

» Handelsblatt (kostenloses Probeabo)

HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: "Die Wachstumskräfte in Deutschland sind intakt"
Politik: Nicht billiger, aber besser
Unternehmen: Die Bahn mauschelt im Nahverkehr
Finanzen: China kratzt am Status des Dollars
» Handelsblatt vierwöchiges Miniabo » Hier können Sie die aktuelle Ausgabe für 1,59 € direkt downloaden
INSIDER-BAROMETER - Transaktionen der Top-Manager
Topmanager halten sich bei Aktien zurück
Die Unternehmensinsider untermauern ihren Ruf als Kontraindikator. Obwohl die Kurse an der Börse steigen, bleiben sie skeptisch und zurückhaltend mit ihren Orders. Zuletzt ist das Insider-Barometer auf 113 Punkte gefallen. Damit liegt das Insider-Barometer, das die Fifam zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet, noch eben im Kaufbereich, der bei 110 Punkten beginnt. Im Vergleich zur Lage im Oktober, als das Barometer über 170 Punkten stand, ist das jedoch ein gewaltiger Aderlass.
» Handelsblatt (ausführlicher Artikel)
MENSCHEN UND MEINUNGEN
Italien will deutsche Schuldenhilfe
Mario Monti, italienischer Ministerpräsident, fordert von der deutschen Regierung Schuldenhilfe. Gegenüber der » Financial Times sagte er, dass Deutschland vom Euro profitiere, es sei im Interesse Berlins, Italien zu unterstützen. Andernfalls drohe den Sparbemühungen seines Landes ein gewaltiger Rückschlag.
Weiterer Link: » Spiegel
Kritik und Zustimmung
Wolfgang Reitzle, Linde-Chef, hatte einen Austritt Deutschlands aus dem Euro ins Spiel gebracht - und erntet dafür reichlich Kritik. Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft warnen vor dramatischen Folgen einer Abkehr. » (Handelsblatt) Dagegen zeigt sich nun auch der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, offen für ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone, sollten sich Krisenländer wie Italien harten Reformen verweigern.» (Handelsblatt)
Verschleierte Millionenzahlungen
Bernie Ecclestone, Formel-1-Chef, soll seine Millionenzahlung an Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky verschleiert haben. Das behauptet ein Zeuge im Prozess gegen Gribkowsky. Ecclestone habe eigens eine Firma gekauft, über die er eine Zahlung von fünf Millionen Dollar an Gribkowsky geleistet habe, sagte der Zeuge, ein Genfer Volkswirt.
» Spiegel
Prestigejob für Weber
Axel Weber, designierter Verwaltungsratspräsident der UBS, wird Mitglied der "Group of Thirty", früher auch bekannt als Bellagio-Gruppe. Dabei handelt es sich um ein internationales Gremium von Finanzexperten. Die private Vereinigung diskutiert globale Finanz- und Wirtschaftsfragen an ihren Treffen.
» Finenews
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Wieviel Nichtraucher sparen können
Das Magazin » Smart Money rechnet seinen Lesern vor, wie viel Geld sie sparen können, wenn sie das Rauchen aufgeben. Dabei sei es längst nicht mit den täglichen zehn Dollar, die eine Schachtel in manchen US-Staaten bereits koste, getan. Insbesondere könne bei den Beiträgen zur Lebensversicherung zwischen zehn und 40 Prozent gespart werden. Auch bei der privaten Krankenversicherung ließe sich beträchtlich Geld sparen. Selbst US-Haus- und Autoversicherer begünstigten Nichtraucher - der Brand eines Raucher-Hauses sei wahrscheinlicher, ebenso ein Unfall mit Zigarette in der Hand. Selbst einige Arbeitgeber versuchten Mitarbeitern das Rauchen durch geldwerte Anreize abzugewöhnen. So zahle eine PR-Firma 2000 Dollar an jeden frischgebackenen Nichtraucher, der sechs Monate abstinent geblieben sei. Das Geld behalten dürfe man jedoch nur, wenn man es auch in den nächsten sechs Monaten ohne Zigarette aushält.