Roberto Abraham Scaruffi

Wednesday, 18 January 2012


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Verschwörungstheorien und Währungskrieg
Die drei großen Ratingagenturen, die den Europäern mit schlechten Noten das Leben schwer machen, kommen aus den USA. Kritiker glauben, sie hätten sich gegen Europa verschworen. "Doch die Theorie hat Schwachpunkte", schreibt das » Handelsblatt. S&P hat zudem gestern noch Öl ins Feuer gegossen und die Bonitätsnoten mehrerer Banken, Versicherer und Staatskonzerne in Europa gesenkt oder diese unter Beobachtung gestellt. » (Handelsblatt) Die Kritik an den Ratingsagenturen beschreibt der » Spiegel im Artikel "Mythos vom Währungskrieg" und listet Politikermeinungen zu der Ratingabstufung auf. Für Gregor Gysi von der Linkspartei hat der "Krieg" gegen die "europäischen Völker" bereits begonnen und auch der CDU-Abgeordnete Elmar Brok, außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion in Straßburg, sagte: Man befinde sich schon fast in einem "Währungskrieg". Für die » Wirtschaftswoche führt die Kritik an der Abstufung von neun Euro-Ländern in die Irre. Die Ratingagentur hatte keine andere Wahl, kommentiert das Magazin. Als Reflex wird nach solchen Abstufungen immer ein europäisches Ratinginstitut in Spiel gebracht. Außenminister Guido Westerwelle hat die Stiftung Warentest als Vorbild für ein europäisches Institut ins Spiel gebracht. » (Zeit) Die » Wiener Zeitung listet die Konzepte von europäischen Ratingagenturen auf. "Die Rufe nach einem europäischen Gegengewicht zu den US-dominierten Agenturen sind so laut wie nie zuvor - und auch an Vielfalt kaum zu überbieten", schreibt das Blatt und meint: "Die Frage bleibt, ob eine europäische Ratingagentur tatsächlich andere Ergebnisse bringen würde als eine US-dominierte." Und » Die Presse beschreibt, mit welchen Problemen eine europäische Agentur zu kämpfen hätte. "Wäre sie staatlich oder ein Organ der EU, stünde sie unter dem Verdacht politischer Einflussnahme. Und eine neue private Agentur müsste sich auf dem Rating-Markt erst einmal behaupten: Dort zählen vor allem Expertise und ein guter Ruf. Das Wissen, das sich Moody's, S&P und Fitch über die Jahre aufgebaut haben, verleiht ihnen einen erheblichen Vorsprung gegenüber jeder neuen Gesellschaft".
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NEWS
Verfahren gegen Ungarn
Nach wochenlangem Streit hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen Ungarn eröffnet. Reagiert Orbáns Regierung nicht, landet der Fall vor dem Europäischen Gerichtshof. » (Zeit) In einem Gastbeitrag für das » Handelsblatt richtet Ungarns ehemaliger Ministerpräsident Gordon Bajnai schwere Vorwürfe an die Adresse der aktuellen Regierung in Budapest. Die Regierungspartei Fidesz habe gleichzeitig zwei Gruppen von Wählern mit unterschiedlichen Interessen unerfüllbare wirtschaftliche Versprechungen gemacht: "Sie versprach den Stammwählern - vor allem der wirtschaftlich aktiven Mittelschicht - sofortige und radikale Steuersenkungen, während sie gleichzeitig den Beziehern niedriger Einkommen versicherte, die Sozialausgaben aufrechtzuerhalten und die Sparmaßnahmen zu beenden." "Doch das Problem ist viel größer: Auch im übrigen Osteuropa sind Populisten und Nationalisten auf dem Vormarsch", schreibt der » Spiegel.
Deutschland als Zahlmeister?
Italiens Premier Mario Monti hat gefordert, dass Deutschland als Gewinner der Euro-Krise mehr zahlen soll. (Finance Today berichtete) Jetzt hört Kanzlerin Angela Merkel diese Forderung häufiger, die Euro-Rettung scheint noch einmal teurer zu werden. » (Süddeutsche) "Wir versuchen, den Euro mit Konzepten zu retten, die alles noch schlimmer machen. Und das nur, weil die Regierungen Angst haben, offen zuzugeben, dass es teuer wird", kommentiert das » Handelsblatt. "Ein Thema bleibt in der verworrenen Diskussion tabu: direkte Zahlungen der starken an die schwachen Euro-Länder."
Commerzbank braucht noch mehr Kapital
Die Kapitallücke der Commerzbank fällt nach Informationen der » Welt noch größer aus als gedacht. Das Kreditinstitut rechne inzwischen mit einem Kapitalbedarf von rund sechs Milliarden Euro. Und die Commerzbank hat nach Informationen aus Finanz- und Koalitionskreisen ihre Pläne aufgegeben, die Tochter Eurohypo beim Staat abzuladen. Stattdessen will Vorstandschef Martin Blessing das gesunde Immobilienfinanzierungs-Geschäft der Eurohypo in die Commerzbank integrieren und den Rest des Geschäfts einstellen. » (Handelsblatt)
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) will in den nächsten vier Jahren 450 Planstellen abbauen. Betriebsbedingte Kündigungen seien aber bis 2015 praktisch ausgeschlossen. » (HB) Die EZB sucht Wege, ihr umstrittenes Krisenprogramm zu beenden. Eine Option wäre, sich die amerikanische Notenbank Federal Reserve zum Vorbild zu nehmen. » FTD Der arabische Großinvestor Aabar steht loyal zu Unicredit und zieht bei der Mega-Kapitalerhöhung des Unternehmens mit. » (HB) Schon im Sommer soll an deutschen Supermarkt-Kassen kontaktloses Bezahlen auch mit Visakarten möglich sein. » (HB) Die drittgrößte US-Bank Citigroup hat im Schlussquartal einen Gewinn knapp unter dem Vorjahresniveau erzielt, » (HB) , während der Branchenvierte Wells Fargo seinen Jahresgewinn sogar um fast ein Drittel gesteigert hat. » (HB)
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Aufgeblähte Bilanz
Die Europäische Zentralbank hat nach fast einem Jahr Antikrisenmaßnahmen mit billigem Geld ihre Bücher gigantisch vergrößert: 2,73 Billionen Euro stehen derzeit in ihrer Bilanz - das sind 29 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Eurozone und damit der höchste je erreichte Wert. Die Notenbank und ihre aufgeblähte Bilanz könnten jetzt aber selbst zu einem Problem werden, schreibt das » Wall Street Journal Deutschland.
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Politik: Wenn Wunsch auf Wirklichkeit trifft
Unternehmen: Lufthansa beendet China-Abenteuer
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Kapitalanleger-Schützer gesteht Insiderhandel
Christoph Öfele, lange Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), gab vor Gericht zu, Mitte des vergangenen Jahrzehnts in gleich 92 Fällen mit den Papieren von Nascacell Insiderhandel getrieben und durch seinen Wissensvorsprung über die Biotech-Firma einen Millionenbetrag eingestrichen zu haben. Zum Dank für das Geständnis will das Münchner Landgericht kurzen Prozess machen und Öfele noch diese Woche zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilen. Das Geständnis des Münchner Geschäftsmannes, auch mal Aufsichtsrat beim TSV 1860 München, ist bereits das zweite in dem Prozess um professionellen Insiderhandel.
» Süddeutsche
Banken in Volkes Hand?
Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat eine Teilverstaatlichung europäischer Großbanken gefordert, um mögliche Zusammenbrüche zu verhindern. » (Die Presse) "Aus der Mitte der deutschen Realwirtschaft kommt eine spannende Forderung", kommentiert die » Frankfurter Rundschau. "Seine Forderung muss ernst genommen werden, gerade weil sie gar nicht zur Ordnungspolitik passen mag, die er sonst vertritt. Denn mit seiner Analyse trifft er ins Schwarze: Die größte Gefahr lauert im europäischen Bankensystem."
Dienstwagen-Privileg
Dieter Burgmer, Ex-Vorstand der BayernLB, hat vor Gericht einen weiteren Sieg gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber errungen. Das Oberlandesgericht München sprach dem Bankmanager in zweiter Instanz 10.292 Euro plus Zinsen für die entgangene Privatnutzung eines Dienstwagens zu. Burgmer will das Geld dem Kinderhilfswerk UNICEF spenden. Die BayernLB hatte Burgmer im Jahr 2007 wegen Millionenverlusten bei einem Aktiengeschäft fristlos gefeuert - eine rechtswidrige Entscheidung, wie Gerichte später feststellten.
» Handelsblatt
"Bei Griechenland pokern alle bis zuletzt"
Michael Meister, CDU-Finanzexperte, warnt davor, Athen vor Erfüllung aller Auflagen neue Hilfen zu geben und mahnt Banken zur Einigung. Er lehnt aber ab, dass Deutschland seine Garantiesumme für den Euro-Rettungsschirm noch einmal erhöht. Und er erhofft sich Mehreinnahmen durch die Finanztransaktionssteuer.
» Welt
Neuer Chef bei Allianz Leben
Markus Faulhaber wird Nachfolger für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Maximilian Zimmerer bei der Allianz Leben. Der 58-jährige Physiker und Mathematiker war bisher im Vorstand von Deutschlands größtem Lebensversicherer für Privatkunden und Produkte zuständig.
» FTD
Wer wird der neue Hildebrand?
Philipp Hildebrand, ehemals oberster Schweizer Währungshüter, hat nach seinem Rückttritt natürlich eine große Debatte um seinen Nachfolger bzw. Nachfolgerin ausgelöst. Die Nachrichtenagentur » Reuters hat eine Gruppe von möglichen Hildebrand-Nachfolgern zusammengestellt.
Neuer Chef fürs UBS-Investmentbanking
Chris Neuhaus wird das Investmentbanking der Schweizer Großbank UBS leiten - als Nachfolger von Andrew Schaeffer. Der neue Mann ist zudem für die Strategie und das Personal in Europa verantwortlich, schreibt die Nachrichtenagentur » Bloomberg anhand eines internen Memos.
DEBATTE - worüber die Finanzwelt diskutiert
Kreditvergabe von Mensch zu Mensch
Viele Firmengründer und Künstler leihen sich im Internet Geld von fremden Menschen. Eine Bank brauchen sie nicht mehr. In den USA sind über die weltweit größte Seite prosper.com inzwischen mehr als 280 Millionen Dollar verliehen worden, der Kredit-Marktplatz hat mehr als eine Million Mitglieder. Den Markt der Online-Kreditnetze hat die » Zeit ausführlich beschrieben.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Alien-Ellenbogen und Schlangenmenschen
Der » Blog Photoshop Disasters hat die schlimmsten Patzer 2011 gekürt und dabei vor allem verpfuschte Werbeanzeigen gesammelt. Manche Menschen sehen nach der digitalen Bearbeitung einfach schöner aus.