Roberto Abraham Scaruffi

Tuesday, 14 February 2012


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Das 800-Millionen-Euro-Interview
In einem Interview hatte der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer die Kreditwürdigkeit von Leo Kirch angezweifelt. Jetzt ist klar: Diese Äußerung wird die Bank wohl 800 Millionen Euro kosten. Der Vorstand der Deutschen Bank muss dem Vergleich auf seiner nächsten Sitzung am Dienstag noch zustimmen. » (Handelsblatt) "Es ist ein Sieg der Vernunft", kommentiert das » Handelsblatt weiter und die » Welt meint: "Bei einem millionenschweren Kompromiss im Schadenersatzprozess dürfte die Herausforderung darin bestehen, dafür zu sorgen, dass von Seiten der Kirch-Rechtsnachfolger tatsächlich keine weiteren Klagen kommen werden." Für die » Wirtschaftswoche wird die Deutsche Bank ihren Aktionären genau erklären müssen, warum sie nach Jahren des vehementen Beharrens auf ihrem Standpunkt nun auf einmal zahlungswillig ist und damit zumindest eine Teilschuld eingesteht. "800 Millionen Euro sind schließlich auch für den Branchenprimus alles andere als Peanuts, zumal die Bank stets stolz darauf war, keine Rückstellungen gebildet zu haben." Das sieht die » FTD ähnlich: "Der nun geschlossene Vergleich ist wohl eher nicht im Sinne der Aktionäre der Deutschen Bank." Die » Süddeutsche Zeitung fragt: "Doch was passiert mit dem Geld von Josef Ackermanns Geldhaus? Eine ganze Menge Leute haben es darauf abgesehen - etwa Kirchs Mitstreiter Dieter Hahn und die großen Hollywood-Studios." Für die » Börsen-Zeitung ist noch nichts in trockenen Tüchern. "Und sollte noch etwas dazwischenkommen, wäre es in der vor zehn Jahren und zehn Tagen mit einem Interview des Ackermann-Vorgängers Rolf Breuer losgetretenen Auseinandersetzung nicht der erste gescheiterte Vergleichsversuch." Die Deutsche Bank müsse die Causa Kirch, so lästig sie ist, ausfechten - bis zur letzten Instanz, meint das Blatt.
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NEWS
Nach der Rettung ist vor der Rettung
Das "Ja" der Griechen zum Rettungspaket gestern war für Experten keine große Überraschung. Fragt sich nur, ob sich die Entscheidung für das Sparpaket auch gegen den Willen vieler Menschen in Griechenland durchsetzen lässt, schreibt das » Handelsblatt. Denn das Hilfsprogramm birgt laut » Welt großen sozialen und auch politischen Sprengstoff. Der Wirtschaftshistoriker und Ökonom Hans-Joachim Voth hat sich in einer Studie die Zusammenhänge von sozialen Unruhen und Budgetkürzungen angeschaut und meint im Interview mit dem österreichischen » Standard, das die sozialen Unruhen in Griechenland erst der Anfang sind. Für einen Austritt Grriechenlands ist weiterhin die » Welt "So lange die Griechen im Euro bleiben, werden die Finanzmärkte an einer stabilen Euro-Zone zweifeln. Und andere EU-Problemfälle könnten sich ein Beispiel nehmen", lautet der Kommentar. Laut » Capital hat jetzt das große Zocken eingesetzt: Deutsche Kleinanleger setzen auf eine Rettung des Landes - und hoffen auf aberwitzige Renditen. Für das » Manager Magazin hat die Fixierung auf die griechische Krise Europa insgesamt in eine falsche Richtung getrieben. Es ist nämlich der Eindruck entstanden, unsolide öffentliche Haushalte seien das Hauptproblem des Euro-Landes. Interessant ist ein Artikel im » Business Insider: Nach Einschätzung eines Ökonomen der UBS versucht Athen, seine Schulden durch "Quasi-Geld" in Form von nationalen Schuldpapieren zu tilgen. Diese Papiere könne Griechenland - im Gegensatz zum eigenen Geld - selber drucken.
Blaue Briefe von den Agenturen
Die Ratingagenturen haben wieder zugeschlagen: Moody's hat jetzt die Bonität Italiens herabgestuft und Warnschüsse Richtung Frankreich und Großbritannien abgefeuert.. Etliche andere Länder Europas sind von Neubewertungen betroffen, Deutschland nicht. » (Handelsblatt » Spiegel) Und nach der Herabstufung von vier spanischen Banken seitens der Ratingagentur Fitch (FinanceToday berichtete) hat am Montag auch Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von 15 Kreditinstituten aus Spanien gesenkt. » (Handelsblatt » Financial Times)
Warnung vor den Schattenbanken
Jenseits von Bankbilanzen, Geldmarktfonds und Hedge-Fonds führen Zweckgesellschaften ein weitgehend unreguliertes Eigenleben. Die EU sieht diese Unternehmen, die stark mit Schuldenhebeln agieren, als Gefahr für den gesamten Finanzsektor und will eingreifen.
» Financial Times Deutschland
Shortcuts aus der Finanzbranche
Nach der geplatzten Fusion mit der Nyse lockt die Deutsche Börse mit einer Sonderdividende und einem Aktienrückkaufprogramm. » (HB) Banken werden ihre schlechten Immobilienkredite nicht los, da es einfach keine Anschlussfinanzierung gibt. » (FTD) In Frankreich dürfen Anleger wieder auf fallende Kurse setzen - auch bei Finanzaktien. Die Börsenaufsicht des Landes hat das sogenannte Leerverkaufsverbot auslaufen lassen, das erst im vergangenen Sommer eingeführt worden war. » (SP) 21.500 Wohnungen hat die Landesbank Baden-Württemberg an die Augsburger Patrizia verkauft - eine Stuttgarter Bietergemeinschaft ging leer aus. » (SP) Das Ansehen der Wall-Street-Banken ist deutlich gesunken. » NY Times Die Forderung einer Selbstdeklaration ausländischer Bankkunden erhält in der Schweiz Rückenwind. » (NZZ) Die Besitzer des berühmten Empire State Buildings in New York wollen an die Börse gehen. » (HB) 660 Millionen Euro Gewinn vor Steuern verbucht die Direktbank ING-Diba im Jahr 2011. » (HB) Die österreichische Bank Austria rechnet durch den Schuldenschnitt Griechenlands mit weiteren Abschreibungen. » (HB)
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Der Rächer von Mallorca
Georg Funke, Ex-Chef der Krisenbank Hypo Real Estate, musste im Nachgang des Beinahe-Zusammenbruchs der HRE viel Medien-Schelte einstecken - "Ziehen Sie aus Ihrer Villa aus und büßen Sie", so Bild-Edelfeder Franz Josef Wagner 2010. Stattdessen hat sich Funke ....... auf Luxusvillen auf Mallorca spezialisiert. Von der Ferieninsel aus ziehe er gegen Peer Steinbrück und andere Spitzenleute aus Politik und Finanzbranche zu Felde, weil er sich ungerecht behandelt fühle.
» Mallorca Zeitung
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Der 800-Millionen-Versprecher
Politik: Mit Flammen gegen das Spardiktat
Unternehmen: Das neue Leben mit dem Feind
Finanzen: Ende im Kirch-Prozess steht bevor
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INSIDER-BAROMETER - Transaktionen der Top-Manager
Topmanager trauen der Dax-Rally nicht mehr
An den Börsen geht es aufwärts. Die Anleger stürzen sich auf Aktien. Doch ausgerechnet Deutschlands Topmanager machen nicht mit. Sie steigen aus und kassieren Gewinne. Ein Signal?
» Handelsblatt (ausführlicher Insider-Artikel)
MENSCHEN UND MEINUNGEN
"Ich unterstütze ihn in dieser Rolle"
Asma al-Assad, Ehefrau des syrischen Staatspräsidenten, war früher Investmentbankerin für die Deutsche Bank in London. Paris Match umschmeichelte sie einst als "Königin Diana des Orients", jetzt ist sie die Frau des Mannes, der sein Volk bekämpft. Der » Tagesspiegel hat sie porträtiert.
Die dümmsten Händler der Welt
Salmaan Siddiqui und David Higgs, sind laut » Bloomberg-Kolumne die dümmsten Händler der Welt. Sie hatten gestanden, die Preise von sogenannten Subprime Bonds im Volumen von mehreren Milliarden Dollar überzubewerten , um Verluste im US-Immobilienmarkt zu verstecken. (FinanceToday berichtete) "Wie dumm muss man sein, um kriminell überführt zu werden für einen Betrug, den man verübt hat, während man in den Diensten einer Too-Big-To-Fail-Bank stand?", fragt Bloomberg-Kolumnist Jonothan Weil.
Schlappe für Middelhof
Thomas Middelhof, Ex-Arcandor-Chef, ist laut » Spiegel vor dem Kölner Oberlandesgericht mit dem Versuch gescheitert, 23 Millionen Euro Festgeld und weitere 970.000 Euro in Wertpapieren per Einstweiliger Verfügung freizuklagen. Das Bankhaus Sal. Oppenheim hatte die entsprechenden Konten und Depots eingefroren, weil Middelhoff und seine Gattin Cornelie Kredite von mehr als 100 Millionen Euro nicht mehr bedienen.
Ex-Bundeskanzler wechselt in die Private-Equity-Branche
Alfred Gusenbauer, ehemaliger Bundeskanzler in Österreichs, wechselt in die Private-Equity-Branche. Er hat sich zusammen mit dem Unternehmensberater Andreas Frech, dem Investor Alon Shklarek und dem Anwalt Leopold Specht ins Firmenbuch der Cudos Capital AG eintragen lassen.
» Wienerzeitung
DEBATTE - worüber die Finanzwelt diskutiert
Der hässliche Deutsche ist zurück
meint die britische » Financial Times nach einem Blick auf die Presse in Südeuropa. So wird beispielsweise im "Il Giornale", einer italienischen Zeitung, die Silvio Berlusconi gehört, die Euro-Krise mit Auschwitz und Warnungen vor deutscher Arroganz verbunden. Für die Deutschen sei die Einheitswährung eine Waffe. Auch die griechischen Medien seien nicht besser, sämtliche Tabus zur Nazi-Vergangenheit in Griechenland würden gebrochen. Deutschland bringe andere Länder in große Armut, lautet der Vorwurf in Südeuropa.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Wie man sich nicht bewerben sollte
Stärken erwähnen, das wird jedem Bewerber empfohlen. Doch man kann dabei zu weit gehen, wie das Beispiel eines Bewerbungsschreiben zeigt, veröffentlicht auf der britischen Website » Here ist the City. "Ich bin eindeutig der fleißigste Angestellte, den ich kenne, und ich liebe Selbstkritik", heißt es in dem Schreiben. Und es wird offensichtlich die wichtigste Voraussetzung für die Mitarbeit bei einer Bank erwähnt. "Sehen Sie, ich bin weder ein Angeber noch bin ich eingebildet..."