Roberto Abraham Scaruffi

Thursday, 9 February 2012


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Der machtbewusste Super-Mario
Mario Draghi hatte vor seinem Antritt als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) einen schweren Stand. "Bei den Italienern gehört Inflation zum Leben wie Tomatensoße zur Pasta", schrieb "Bild". Nach 100 Tagen an der EZB-Spitze ist die Bilanz der Blätter positiv: Draghi habe sich bereits als geschickter Taktiker erwiesen, lobt das » Handelsblatt. So etwa, als er Anfang Dezember angesichts steigender Risikoaufschläge auf Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder die Schleusen öffnete, mit zwei Refinanzierungsgeschäften mit einer bisher nicht gekannten Laufzeit von drei Jahren. Draghi agiere schnörkellos, pragmatisch und zielstrebig, fasst die » FTD zusammen. Sein Ziel: das Überleben der Euro-Zone zu sichern. Der neue Mann an der EZB-Spitze räume hinter verschlossenen Türen mit überholten Traditionen auf, mutmaßt die » Süddeutsche Zeitung. Seine Machtbasis bei der EZB sei bereits solide: Intern lehne sich keiner gegen den neuen Chef auf. "Draghi kennt seinen Machiavelli, jenen italienischen Fürsten mit Tipps zum Machterhalt."
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NEWS
Die letzten Tage vor dem Bankrott?
In Athen wird aktuell weiter um den Schuldenschnitt gerungen. Doch die griechischen Spitzenpolitiker haben ihre Gespräche erneut ohne Abschluss beendet. Knackpunkt sind offenbar die geforderten Rentenkürzungen. Immer mehr Politiker aus der Euro-Zone rechnen mit einer Pleite Griechenlands, schreibt das » Handelsblatt. Die » Welt hat Athen und die EU-Milliarden für Griechenland schon abgeschrieben - und fragt: "Warum wird dann immer noch verhandelt? Warum wird so getan, als würde tatsächlich um Lösungen gerungen?" In Griechenland werde währenddessen wohl nur noch der Schuldige gesucht, der das Wort Insolvenz ausspreche, kommentiert die » Süddeutsche Zeitung. In der » FTD verteidigt Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies, die von Merkel aufoktroyierte EU-Sparpolitik. Diese aus der Angst heraus aufzugeben, dass die Finanzmärkte kurzsichtig agierten, würde nur den Tag der Abrechnung hinausschieben. Vergesst Griechenland, die größten Gefahren für den Euro lauerten in Spanien und in den Bilanzen des Europäischen Zentralbanksystems, analysiert Wolfgang Münchau für den » Spiegel. Angela Merkel stehe kurz vor einem strategischen Coup mit dem sie Griechenlands widerspenstige Politiker dazu zwingen könnte, sich zu harten Sparmaßnahmen zu verpflichten, berichtet der australische » Business Spectator. Ihre Sorge sei jedoch, dass Frankreich von ihrem "Sparsamkeitszug" abspringe.
Mega-Vergleich mit Rausschmeißern
Die US-Regierung steht kurz vor einem 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich mit den fünf Banken Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase und Wells Fargo. Im Zentrum stehen die umstrittenen Zwangsräumungen säumiger Schuldner. Das Quintett deckt 55 Prozent der Hypothekenkredite ab, erklärt das » Wall Street Journal.
Sieg in den USA, Zoff zuhause
Die Deutsche Bank ist in den USA zwei Sorgen los: Ein New Yorker Richter hat Klagen von institutionellen Kunden abgewiesen, die sich bei Geschäften mit Hypothekenpapieren betrogen fühlten. » (Handelsblatt) Doch in der Heimat droht neuer Ärger: Die » Financial Times Deutschland erwartet bei der geplanten Integration der Norisbank-Mitarbeiter in die Postbank (FinanceToday berichtete) zähe Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Stein des Anstoßes sei die künftige Bezahlung, da das Gehalt der Norisbank-Mitarbeiter erfolgsabhängiger sei als das der Postbank-Beschäftigten.
Halteprämien und Bonusbremsen
Die Schweizer Großbank UBS fürchtet einen Exodus ihrer Investmentbanker. Diese erhalten eine Treueprämie, damit sie bis 2015 an Bord bleiben. Das gesamte Aktienpaket hat ein Volumen von 300 Millionen Franken. » (FTD) Anders als die Schweizer tritt die Deutsche Bank auf die Boni-Bremse: Laut » Bloomberg begrenzen die Frankfurter die Sofort-Boni im laufenden Jahr auf maximal 200.000 Euro. Die » Wirtschaftswoche sieht den zwischenzeitlichen Höhenflug der Investmentbanken nach dem Absturz in der Finanzkrise wieder beendet. Die Branche sei im Umbruch.
PS: » Cash meldet, dass die UBS zum 150-jährigen Bestehen die Schweizer zum Dumping-Preis auf allen Schweizer Seen herumfahren lässt.
Gepetzt oder nicht?
Hat die Schweizer Großbank UBS im Steuerstreit den US-Behörden gesteckt, zu welchen Schweizer Banken die eigenen Kunden gewechselt sind? Das "Nein" der UBS » kontrastiert die Handelszeitung mit Dokumenten, die das Gegenteil beweisen sollen. (s. auch "Menschen und Meinungen")
Hypo-Vereinsbank in der Auslage?
Eines der heißesten Gerüchte der Branche: Laut Platow Brief sondiert die italienische Unicredit den Verkauf der Hypo-Vereinsbank. Demnach haben die Italiener mehrere Banken in Deutschland angesprochen, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. Mit einem Verkauf der HVB wolle die Unicredit womöglich Spekulationen über ihren Kapitalbedarf aus der Welt schaffen und sich stärker auf Italien und Osteuropa konzentrieren. "Völlig haltlos", dementiert die Unicredit.
» Platow Brief (Kostenpflichtig) » Wirtschaftsblatt
Karren, Kosten, Kündigungen
Das Auto ist das liebste Gesprächsthema von Versicherungskunden im Social Web - mehr als 1 100 Mal wurde im vergangenen Monat über KfZ-Versicherungen diskutiert. An zweiter Stelle folgen die Kosten: In etwa 1.000 Kommentaren diskutierten die User über die Höhe von Beiträgen und die Übernahme im Schadenfall. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Kommunikationsagentur Faktenkontor mit Hilfe des Webmonitoring-Werkzeugs www.Web-Analyzer.com. Dafür wurden insgesamt etwa 44.800 Beiträge untersucht, die Versicherungskunden im Januar auf Facebook, Twitter, in Foren oder Blogs verfassten. Im Ranking der am meisten diskutierten Themen landet der Versicherungsvergleich mit 980 Beiträgen auf Platz drei. Die Kündigung des eigenen Vertrags lieferte im Analysezeitraum 460 Treffer (siebter Platz). Besonders gerne wurde auch über den passenden Schutz fürs Haustier diskutiert. So liefert das Schlagwort "Hund" im Themenumfeld "Versicherungen" ganze 326 Treffer.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Während der aktuellen Ermittlungen zur Manipulation der Referenzzinssätze Libor und Tibor feuern Banken wie die Deutsche Bank viele Broker. » FT Die britische Misys übernimmt die Schweizer Bankensoftware-Firma Temenos. » NZZ Die US-Notenbank entscheidet in Kürze über den Kauf der ING Direct USA durch Capital One. » WSJ Die Royal Bank of Scotland verhandelt u.a. mit CIMB Group Holdings aus Malaysia über den Verkauf der asiatischen Geschäfte. » WSJ Der oberste PR-Chef von Goldman Sachs, Lucas van Praag, verabschiedet sich im März. » NYT Die Vermögensverwaltungsschiene von Goldman Sachs übernimmt Dwight Asset Management, Kaufpreis unbekannt. » FT Die Rating-Firma Moody's büßte im vierten Quartal 2011 30 Prozent des Gewinns ein. » WSJ Der Finanzkonzern Visa hat seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsquartal dank des häufigeren Einsatzes seiner Kreditkarten gesteigert. » HB
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
"Dr. Doom" ist bullish
Nouriel Roubini, Spitzname Dr. Doom, weil er die Finanzkrise vorausgesagt hat, ist nun zum Aktienbullen "konvertiert". Für Hedge-Fondsmanager Doug Kass hat dies nach einem Bericht des » Businessinsiders eine Konsequenz: "Alles verkaufen"
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Sturmwarnung für Opel
Politik: Rohstoffe aus Schwellenländern
Unternehmen: Alle A380 müssen zum Check
Finanzen: Geht der Bund wieder leer aus?
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Schweigen im Schützengraben
Urs Birchler, Professor für Banking am Institut für Schweizerisches Bankenwesen an der Universität Zürich, hat die Schützengraben-Mentalität der Zürcher Kantonalbank im US-Steuerstreit scharf kritisiert. Hintergrund sind Befürchtungen, die USA könnten sich nach der Bank Wegelin eine weitere der insgesamt elf Schweizer Banken vorknöpfen, welche die USA der Geschäfte mit US-Bürgern verdächtigen - darunter die staatliche Zürcher Kantonalbank. In seinem Blog » batz.ch fragt Birchler: "Können wir Zürcher noch ruhig schlafen?"
Weiterer Link: » Cash
Dinner for one
Gerhard Schröder, Ex-Bundeskanzler, hat in der Londoner City eine Dinner-Rede gehalten. Seine Euro-Visionen hätten unter der Europa-skeptischen Mehrheit an den Tischen zwar eher höfliches Interesse als begeisterte Zustimmung gefunden, doch sein Auftreten als "Elder Statesman" habe für Beifall gesorgt, fasst das » Handelsblatt zusammen.
Roland verlässt Roland
Roland Schlitt, Vorstand beim Kölner Rechtsschutzversicherer Roland, hat die Firma nach zwölf Jahren aus persönlichen Gründen verlassen. Ein Nachfolger für den Posten ist noch nicht benannt worden, meldet die » FTD.
Der Mann für multiple Aufgaben
Ulrich Rosenbaum übernimmt bei dem zu Talanx gehörenden Versicherer HDI Direkt die Verantwortung für das neu geschaffene Vorstandsressort "Mathematik und Risikomanagement". Der studierte Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler behält seine bisherigen Aufgaben im Talanx-Konzern: : Vorstandsmitglied bei Talanx Deutschland, der HDI-Gerling Lebensversicherung und der Neue Leben Holding sowie Geschäftsführer bei HDI-Gerling Leben Betriebsservice, Talanx Deutschland Bancassurance und Talanx Deutschland Bancassurance Kundenservice.
» FTD
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Dagobert übertrifft alle
Vergessen Sie Warren Buffett oder Bill Gates. Die Reichsten der Reichen versammelt » Brand Eins in der Kolumne "Die Welt in Zahlen": Von "Forbes" geschätztes Vermögen von C. Montgomery Burns, Kraftwerkbesitzer bei den Simpsons, in Milliarden US-Dollar: 1,1. Von "Forbes" geschätztes Vermögen von Richie Rich, dem reichsten Comic-Kind der Welt, in Milliarden US-Dollar: 9,7. Von "Forbes" geschätztes Vermögen von Dagobert Duck, der reichsten Ente von Entenhausen, in Milliarden US-Dollar: 44,1. Das britische Magazin » Economist präsentiert ebenfalls eine alternative Liste der reichsten Menschen des Planeten. Darin spielen allerdings nicht die Meriten in der Comic-Welt eine Rolle, sondern das Alter, durch das das Vermögen geteilt wird. Mit dieser Methode kommt das Magazin zum Ergebnis, dass der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit mehr als einer Milliarde Dollar pro Jahr der reichste Mann der Welt sei. Ähnlich reich ist Bill Gates mit einer Milliarde Dollar pro Lebensjahr. Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin schafften es dagegen auf Platz 7 und 8.