Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 10 February 2012


Freitag, 10. Februar 2012
Guten Morgen,
nach einem Rekordgewinn von sechs Milliarden Euro zeigte sich Daimler-Chef Dieter Zetsche gestern selbstbewusst: Bis 2020 soll Mercedes - derzeit auf Platz drei der Premiumhersteller - wieder die Nummer eins werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, reicht Sparsamkeit allein nicht aus. Mercedes plant eine Modelloffensive wie es sie bisher noch nie gegeben hat. Unser Schwerpunktthema trägt die Überschrift "Die Kampfansage".

Wie geht es heute dem Euro? Die Antwort kann nach dem gestrigen Durchbruch bei den Gesprächen zur Sparrunde in Athen nur lauten: besser. Nun warten alle auf eine Einigung zum Schuldenschnitt. Doch auch diese Gespräche, so berichten uns Bankenkreise, werden in Kürze zu einem positiven Abschluss kommen. Der Euro wäre damit vorerst gerettet. Griechenland allerdings ist es nicht. Weniger Schulden sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für eine Gesundung des Landes.

Der Bundesrat berät heute in Berlin über die Steuersenkungspläne der schwarz-gelben Regierungskoalition. Erwartet wird, dass die Länderkammer das Vorhaben mit den Stimmen von SPD und Grünen blockiert. Union und FDP möchten den Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer in zwei Stufen erhöhen und damit eine Steuerentlastung von sechs Milliarden Euro erreichen. Um das Gesetz jedoch wie geplant zum 1. Januar 2013 in Kraft treten zu lassen, benötigt die Koalition die Zustimmung des Bundesrates. Es ist nicht auszuschließen, dass die Steuersenkung für viele durch eine Steuererhöhung für wenige erkauft wird. Die SPD drängt in diese Richtung. Und die CDU ist williger als uns recht sein kann.

Die US-Konjunktur läuft gut - oder zumindest besser als von vielen gedacht. Ihre Zuwächse verdankt sie allerdings nicht einer gestiegenen Produktivität der Firmen oder nennenswerten Exporterfolgen. Der Hauptwachstumstreiber ist schon wieder der private Konsum. Die Verschuldung der Haushalte hat erneut das Vor-Lehman-Niveau erreicht. Das Motto von Benjamin Franklin - "A penny saved is a penny earned" - ist so tot wie der Mann selbst. Das ist für die Solidität der gemeldeten Wachstumszahlen kein gutes Omen.

In unserer heutigen Wochenendausgabe beschreibt Francis Fukuyama, Ex-Strategieberater im US-Außenministerium und heute Professor an der Stanford-Universität, die Gründe für den Aufstieg und Fall der Staaten. Er sagt: "Die griechische Krankheit ist lediglich ein extremer Auswuchs eines Problems, mit dem sich alle modernen Demokratien konfrontiert sehen." Wer die Zeit, in der wir leben, besser verstehen will, sollte ihm zuhören. Fukuyama ist einer der klügsten Köpfe Amerikas.

Sie können das Wochenende nutzen, um spazieren zu gehen, um zu lesen, oder um Strategien für die private Geldanlage zu überdenken. Für alle, die Letzteres vorhaben, hat unser Geldanlageteam Wissenswertes zum kleinen Börsenwunder des Jahres 2012 zusammengetragen. Denn trotz Krisenstimmung haben sich seit Jahresanfang erstaunliche Dinge an den Finanzmärkten zugetragen: Commerzbank-Aktien plus 67 Prozent, Daimler plus 37 Prozent, BMW plus 36 Prozent, Thyssen-Krupp plus 31 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Das Glück ist mit den Furchtlosen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Bis zum Montag, herzlichst Ihr
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Gabor Steingart
Chefredakteur
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TERMINE DES TAGES
Verbraucherpreise steigen um zwei Prozent
Heute veröffentlicht das Statistische Bundesamt den endgültigen Wert für die Inflationsrate im Januar. Nach den bisherigen vorläufigen Werten gehen Experten davon aus, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um exakt 2,0 Prozent gestiegen sind.

Bundestag berät über Atommüllproblem in der Asse
Der Bundestag berät über eine schnellere Rückholung von 126.000 Fässern mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen aus dem maroden Atommüll-Lager Asse. Die Grünen meinen, dass es durch die Anwendung des strengen Atomrechts und viele Auflagen zu starken Verzögerungen komme.

Bundesrat: Blockade der Steuersenkung erwartet
Der Bundesrat berät in Berlin über die Steuersenkungspläne der schwarz-gelben Regierungskoalition. Sie möchte den Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer in zwei Stufen erhöhen und damit eine Steuerentlastung von sechs Milliarden Euro erreichen. Damit das Gesetz wie geplant ab 2013 in Kraft treten kann, benötigt die Koalition die Zustimmung des Bundesrates.
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EURO-KRISE
Nach Griechenland kommt Portugal auf den Plan
Das Rettungspaket für Griechenland ist noch nicht beschlossen, da richtet sich die Aufmerksamkeit bereits auf das nächste Land in der Krise. In einem Video spricht Schäuble erstmals über Hilfsprogramme für Portugal. Mehr...
TERMINE DES TAGES
Italiens Industrie produziert erneut weniger
In Rom werden heute die Daten für die Industrieproduktion im Dezember veröffentlicht. Analysten gehen davon aus, dass die italienische Industrie vier Prozent weniger produziert hat als vor einem Jahr. Zum Vormonat November dürfte die Produktion um 0,5 Prozent zurückgegangen sein. Im Jahresvergleich war die Produktion bereits im November um 4,1 Prozent eingebrochen.

Michelin verdient weiter gut
Der Reifenhersteller hat mit der guten Autokonjunktur in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres Erlöse und Gewinn deutlich gesteigert. Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen mit 10,56 Milliarden Euro zehn Prozent mehr umgesetzt hat. Der Nettogewinn dürfte sogar um ein Viertel auf mehr als 680 Millionen Euro gestiegen sein.

Harte Zeiten für Alcatel-Lucent
Der französische Netzwerkausrüster, der Zahlen für das Schlussquartal 2011 vorlegt, hat nach Einschätzung von Beobachtern deutlich weniger umgesetzt und verdient als im Jahr zuvor. Die Erlöse dürften demnach um 13 Prozent auf 4,27 Milliarden Euro gefallen sein. Beim Nettogewinn rechnen die Experten mit einem Minus von 35 Prozent auf 222 Millionen Euro.

Ölmulti Total spürt keine Krise
Der Ölmulti berichtet heute ebenfalls über den Verlauf des vierten Quartals. Experten rechnen mit einem zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent höheren Umsatz von 46,7 Milliarden Euro und einem um 34 Prozent höheren Nettogewinn von 2,7 Milliarden Euro.

Streiks in Griechenland gegen Sparprogramm
Aus Protest gegen das neue Sparprogramm wollen die Gewerkschaften in Griechenland heute und am Samstag mit umfangreichen Streiks das öffentliche Leben weitgehend lahmlegen. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie die öffentlichen Verkehrsmittel sollen für 48 Stunden bestreikt werden. Keine Fähre soll zu den Inseln auslaufen. Zudem sind Demonstrationen geplant.
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TERMINE DES TAGES
Positive Stimmung in der US-Wirtschaft
Die Universität von Michigan veröffentlicht heute die Ergebnisse ihrer jüngsten Umfrage zur Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung von Konsumenten und Unternehmen. Demnach ist das Verbrauchervertrauen im Februar im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. Die Unternehmen beurteilen hingegen die derzeitige Lage etwas besser als noch vor einem Monat. Auch der Wert für die Erwartungen dürfte mit 69,5 Punkten nach 69,1 Zählern im Vormonat ebenfalls besser ausfallen.
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WORTE DES TAGES

"Der direkte Vergleich mit unseren Wettbewerbern zeigt: Einige schöpfen bereits aus, was wir noch heben werden."
Dieter Zetsche,
Daimler-Chef

"Für den Euro-Raum kann keine konjunkturelle Entwarnung gegeben werden."
Hans-Werner Sinn,
Ifo-Präsident
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