Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 10 February 2012


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Griechenland: Was kommt nach der Stunde null?
Die griechische Regierung (die Fotomontage zeigt Finanzminister Evangelos Venizelos (l.) und EZB-Chef Mario Draghi) hat sich endgültig auf ein Paket von Sparmaßnahmen geeinigt. Doch die Hängepartie geht weiter. Die Euro-Gruppe habe keine Entscheidung getroffen, weil die Voraussetzungen dazu nicht völlig erfüllt waren, erklärte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach der Sondersitzung der Finanzminister in Brüssel » (HB » FTD). "Schließlich bedeutet diese Einigung nicht, dass das griechische Volk zustimmt", erklärt » L‘Expansion aus Frankreich Junckers Haltung - die Gewerkschaften hätten zu Streiks aufgerufen. Auch Henrik Enderlein, Professor für politische Ökonomie an der Hertie School of Governance, meint, dass mit der Einigung noch nicht viel erreicht sei. "Denn nur weil die Stunde null der griechischen Wirtschaft endlich erreicht ist, ist weder das Land solvent noch die Euro-Krise beendet", so Enderlein im » Handelsblatt. Das » Handelsblatt selbst gewinnt dem öffentlich ausgetragenen Streit etwas Gutes ab: "Jedem müsste jetzt klar sein, wie brandgefährlich das Schuldenmachen ist. Nun müssen die Staaten nur noch lernen, von der Defizit-Droge herunterzukommen." Für das » Wall Street Journal gibt es beim aktuell "moderat rosigen Szenario" weiterhin Risiken. Das größte: die Selbstzufriedenheit von Regierungen aus Spanien oder Italien, die nach den Rettungsmissionen der EZB ihre Hände in den Schoß legten. Aus Sicht der » Süddeutschen Zeitung muss statt Spar-Peanuts ein radikaler Schnitt her: der weitgehende Schuldenverzicht der großen privaten Gläubiger, der Banken und Hedge-Fonds; auch die EZB müsste einen Teil ihrer Forderungen wohl in den Wind schreiben. Der » Freitag rät den Griechen, in eine selbstverwaltete Insolvenz zu gehen, bevor der letzte Rest an Souveränität gekappt werde. "Stell dir vor, es ist Krise, und keiner guckt hin", seufzt die » Börsen-Zeitung.
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NEWS
Milliardenvergleich polarisiert
Das US-Justizministerium hat sich mit fünf Banken, die in der Finanzkrise fragwürdige Geschäfte gemacht haben, auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt (FinanceToday berichtete) - Schwung für Obamas Feldzug gegen die Banken, vermutet das » Handelsblatt. » Bloomberg applaudiert dem Settlement, das zwei Millionen Kreditnehmern Erleichterungen verschaffe und möglicherweise dafür sorge, dass die Immobilienpreise bald wieder steigen. Das Veto kommt von » Forbes Dies sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das » Wall Street Journal berichtet ausführlich über den monatelangen Verhandlungsmarathon zwischen US-Regierung, Banken und Justizministern der Bundesstaaten.
Banken im Eigenkapital-Rausch
Die EU-Bankenaufsicht hat die Kapitalbeschaffungspläne der großen Geldhäuser analysiert. Das Kapital werde um insgesamt 115 Milliarden Euro erhöht. Mit dabei: die Commerzbank. Auch einen weiteren Stresstest wird es geben.
» Handelsblatt
EZB geht in Zinspause
Die Zinsen im Euroraum bleiben auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Volkswirte hatten mit der EZB-Zinspause gerechnet » (HB). In Großbritannien, wo der Leitzins seit März 2009 auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent liegt, kauft die britische Notenbank massiv Staatsanleihen - das Pfund macht einen Freudenhüpfer » (FTD). Die » Börsen-Zeitung erkennt beim Eurosystem der Zentralbanken (ESZB) einen fundamentalen Paradigmenwechsel: Die Geldpolitik sei ein gutes Stück renationalisiert worden. Die wirklich entscheidenden Dinge seien mittlerweile bei den 17 nationalen Zentralbanken zu finden.
Musterschüler enttäuscht
Die Jahresbilanz der Credit Suisse wird durch die Euro-Schuldenkrise und hohe Kosten für den Abbau von Risiken im Investmentbanking rot eingefärbt » (FTD). Die » Neue Zürcher Zeitung wundert sich über das schlechte Abschneiden, da die CS als eine der ersten Großbanken die Veränderungen im Bankengeschäft geortet und in ihre strategischen Überlegungen eingebaut habe. » Finenews meint, das enttäuschende Ergebnis kratze am soliden Ruf von Bankenchef Brady Dougan. Seit seinem Amtsantritt sei der Aktienkurs der Großbank um 73 Prozent gesunken.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die Hedge-Fonds haben die Krise des vergangenen Jahres zumindest im Januar hinter sich gelassen. » HB Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben dem US-Finanzinvestor KKR den Jahresabschluss verhagelt. » NYT Der niederländische Finanzkonzern ING hat einen unerwartet hohen Verlust in seiner Versicherungssparte verbucht. » HB Die möglichen Absprachen von Derivatehändlern verschiedener Banken bei den Referenzzinssätzen Libor und Tibor haben bei der Citigroup zu Abschreibungen in Höhe von 50 Millionen Dollar geführt, nachdem zwei Händler gefeuert wurden. » FT
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Hypo-Vereinsbank in der Auslage?
Eines der heißesten Gerüchte der Branche: Laut Platow Brief sondiert die italienische Unicredit den Verkauf der Hypo-Vereinsbank. Demnach haben die Italiener mehrere Banken in Deutschland angesprochen, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. Mit einem Verkauf der HVB wolle die Unicredit womöglich Spekulationen über ihren Kapitalbedarf aus der Welt schaffen und sich stärker auf Italien und Osteuropa konzentrieren. "Völlig haltlos", dementiert die Unicredit.
» Wirtschaftsblatt
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Titel: Die Kampfansage
Politik: Plan B: Koalition denkt an Soli-Senkung
Unternehmen: Lenovo stürmt den PC-Markt
Finanzen: Das Milliardenangebot
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Zentralbanker attackiert Ackermann
Mario Draghi, EZB-Chef mit 100-tägigem Amtsjubiläum (FinanceToday berichtete), hat Josef Ackermann indirekt verhöhnt. Nachdem der Deutsche-Bank-Chef vergangenen Woche erklärt hatte, sein Haus habe die Stützungsaktionen der EZB für die Geschäftsbanken nicht nötig, sagte Draghi, solche Banker wollten offenbar zeigen, dass sie echte Kerle seien. Und: "Zu sagen, es sei unwürdig für eine Bank, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen - das sind Bekundungen von Männlichkeit."
» Handelszeitung
Klinkenputzen beim Staat
Stefan Lippe, bis Ende Januar Chef des weltweit zweitgrößten Rückversicherers Swiss Re, rät der Assekuranz, verstärkt den Staat als Kunden in den Fokus zu nehmen und diesem Risiken abzunehmen. Beispiel Mexiko: Die Regierung habe Erdbebendeckungen gekauft, um im Falle einer Katastrophe schnell Geld zur Hand zu haben.
» FTD
Krugman gegen den Rest der Welt
Paul Krugman, mit einem Wirtschaftsnobelpreis dekorierter Ökonom und Kolumnist der New York Times, liefert sich in den Augen der » Businessweek aktuell einen Kampf gegen andere renommierte Wirtschaftsexperten. Unter der Überschrift "Paul Krugman vs. the World" zeigt das Magazin, wie der Streit zuletzt eskaliert sei, auf der einen Seite die "Salzwasser-Keynesianer mit Krugmans Überzeugungen, auf der anderen Seite die "Süßwasser"-Ökonomen der Chicago-Schule.
Hängepartie bei der Chefsuche
Steve Miller, Oberaufseher beim US-Versicherungsriesen AIG, verzichtet darauf, in das Amt des krebskranken Konzernchef Robert Benmosche zu wechseln. Stattdessen will der 70-Jährige den Chefsessel beim angeschlagenen Flugzeughersteller Hawker Beechcraft übernehmen. Den Aufsichtsratsposten behält Miller.
» FTD
Privatbankier lässt Medienjob sausen
Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber der von US-Behörden verklagten Schweizer Bank Wegelin, sagt als Verwaltungsratspräsident der NZZ-Mediengruppe Adieu. Die rechtlichen Auseinandersetzungen im Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA erforderten den Einsatz "sämtlicher physischen und intellektuellen Kapazitäten", lautet die Begründung des Privatbankiers.
» Handelszeitung
"Cowboys" stimmen Vergleich zu
Ralph Cioffi und Matthew Tannin, Ex-Manager der US-Investmentbank Bear Stearns, haben mit der US-Börsenaufsicht einen Vergleich geschlossen. Hintergrund war die Frage, ob das Duo beim Scheitern ihrer Hedge-Fonds vor gut fünf Jahren ihre Investoren belogen hat. Im Testfall zur Aufarbeitung der Finanzkrise hatte ein New Yorker Gericht die "überbezahlten Cowboys" (Bloomberg) 2009 freigesprochen, doch die SEC ermittelte weiter, berichtet die » New York Times. Ob diese ihre Schuld eingestanden haben, ist unklar.
WIRTSCHAFTSBUCH DER WOCHE
Auf der Spur des Superinvestors
Welcher Anleger will nicht wie Warren Buffett sein? Der Investor ist schon zu Lebzeiten eine Legende. Die Neuauflage eines Ratgebers erklärt, wie Buffett wurde, was er ist - und was sich Anleger von ihm abschauen können.
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ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Deutsche Patenschaften für Griechen
Welt-Kolumnist} Hans Zippert ist auf der Suche nach Auswegen aus der Hellas-Misere kreativ humorvoll. "Die Griechen müssten immerhin acht der vier Millionen Staatsbediensteten entlassen und beim Rest der Bevölkerung die Löhne um 100 Prozent reduzieren sowie die Steuern der vergangenen 20 Jahre nachzahlen". Zipperts Vorschlag: Jeder Deutsche bekommt einen griechischen Patenschuldner zugeteilt. Dem Schuldner wird einmal in der Woche das exakt abgezählte Haushaltsgeld zugeteilt, und er müsse genau Buch über alle Ausgaben führen. "Eventuelle Einnahmen verwaltet der deutsche Pate so lange, bis sein Patenschuldner endlich wieder geschäftsfähig ist. Also in etwa 40 Jahren."
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