Roberto Abraham Scaruffi

Wednesday, 8 February 2012


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Sozis prangern Kasinokapitalismus an
Zocker am Spieltisch: Eine Szene aus dem Video, mit dem die SPD in den Wahlkampf zieht, gegen Merkel und die Banken. Parteichef Sigmar Gabriel (Foto) kopiert die Occupy-Bewegung, entdeckt das Internet, setzt dabei mit auf Zeichentrick gegen die Zocker und tobt sich bei Facebook aus. » (Handelsblatt) "Die SPD versucht auf einem Spielfeld zu siegen, auf dem es nichts zu gewinnen gibt. Denn nicht die Banken stehen 2013 zur Wahl, sondern Angela Merkel und ihre CDU", kommentiert Michael Spreng in seinem » Sprengsatz-Blog. Und die » Wirtschaftswoche erinnert sich: "Schon im Wahlkampf 2009 hat die SPD die Regulierung der Märkte zum Thema gemacht. Am Wahlabend stürzte sie trotzdem auf ein historisches Tief ab". » Focus hat mitgezählt: "Das » Video ist bislang ein Rohrkrepierer. Auf Youtube hat es 1230 Abrufe seit dem 24. November gesammelt (Stand: 7. Februar, 10 Uhr). Die virale Bombe, die die SPD damit zünden wollte, scheint nicht hochzugehen".
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NEWS
UBS wird bescheidener
Das Investmentbanking hat der UBS erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Bank musste im vierten Quartal einen Gewinneinbruch hinnehmen und blickt angesichts der Schuldenkrise vorsichtig in die Zukunft. » (NZZ) "UBS wird wohl beim Personalabbau noch einmal drauflegen müssen, um die ausufernden Kosten in den Griff zu kriegen", kommentiert das » Handelsblatt. "Ex-Bundesbankchef Axel Weber wird sich in seinem neuen Job bei der Schweizer Bank UBS nicht langweilen", meint die » Wirtschaftswoche und präsentiert eine To-Do-Liste für Weber. » Cash ist voll des Lobes für den Ex-Bundesbanker: "Er kann aber als Ex-Zentralbank-Spitzenmann in einem Umfeld, das von hohen Staatschulden und drohendem Eurozonen-Kollaps geprägt ist, Gold wert sein". "Höhere Lebenserwartung, schwieriges Anlageumfeld: Die Pensionskasse der UBS erhöht das Rentenalter und senkt den Umwandlungssatz", beschreibt die » Handelszeitung die Konsequenzen für die älteren Mitarbeiter. Die Schweizer Website für die Finanzbranche » Finenews hat sich die einzelnen Bereiche Wealth Management sowie Investmentbanking unter die Lupe genommen. Das Fazit: "Das Engagement des Unternehmens für das Personal in den einzelnen Bereichen hat offenbar wenig mit den Gewinnbeiträgen oder der Wertschöpfung zu tun."
Verhandlungen auf der Zielgeraden
In Griechenland gehen die Verhandlungen über das neue harte Sparpaket auf die Zielgerade. Ministerpräsident Lucas Papademos will sich heute in Athen mit den Chefs der drei Regierungsparteien treffen, um das Paket zu billigen. Die neuen Sparanstrengungen sollen Forderungen der internationalen Geldgeber erfüllen. » (Handelsblatt » WSJ » WSJ Deutschland) Laut » FTD gibt es aber noch Irritationen: Griechenland wartet auf 100 Milliarden Euro - doch in den kommenden Tagen will die Bundesregierung maximal 30 Milliarden freigeben. Trotz der Fortschritte geben die Börsianer den Griechen kaum noch Chancen » (Manager Magazin) - obwohl die EZB laut » Wall Street Journal dem Land hilft, indem sie Anleihen zum Einkaufswert verkauft. EU-Kommissarin Neelie Kroes hat unterdessen vor Horrorszenarien im Zusammenhang mit einem möglichen Austritt des pleitebedrohten Mitglieds Griechenland aus der Euro-Zone gewarnt. » (Welt) Was die britische » Financial Times zu der Überschrift "Kommissions-Kakphonie" veranlasst. Nach Meinung der » Welt hintertreibt der griechische Beamtenapparat die Reformen wo er nur kann - anstatt die vereinbarten Kürzungen zu vollziehen. Staatsdiener würden mehr als die Hälfte des Haushalts verschlingen.
Banken im Umbau
Die Norisbank wird künftig nur noch als Direktbank über das Internet auftreten. Nach » FTD-Informationen will der Mutterkonzern Deutsche Bank die bundesweit rund 100 Filialen auflösen und die etwa 400 betroffenen Mitarbeiter der Bank in den Filialvertrieb ihrer Tochter Postbank integrieren. Auch die Commerzbank beschäftigt sich mit Umbauarbeiten. Die kriselnde Tochtergesellschaft Eurohypo soll im Mutterkonzern aufgehen. Vorher soll das Immobiliengeschäft halbiert und die Staatsfinanzierung abgewickelt werden. » (FTD)
Versicherer sind kein Systemrisiko mehr
Die großen und international tätigen Versicherer wie Allianz und Munich Re können aufatmen. Im Gegensatz zu den Banken wird ihr Kerngeschäft nicht mehr öffentlich als Gefahr für das Finanzsystem gebrandmarkt.
» Handelsblatt
Australische Pläne
Die australische Großbank Macquarie plant nach » FTD-Informationen ein neues Team für die Finanzierung von Akquisitionen im deutschsprachigen Raum in Frankfurt aufzubauen. Zudem ist das Geldhaus Medienberichten zufolge an der zum Verkauf stehenden Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank interessiert. Allerdings schlugen bislang alle Versuche fehl, in Europa Fuß zu fassen. Der Kauf der Derivatesparte von Sal.Oppenheim entwickelt sich laut der Wirtschaftszeitung sogar zum Desaster.
Rendite zum Anfassen und Aufessen
Seit der Finanzkrise haben viele Anleger das Gefühl, etwas stimme nicht mit dem System. Sie misstrauen den Kapitalmärkten und zweifeln an den Renditeversprechen von Finanzprodukten. Die Schuldenkrise in Europa hat die Verunsicherung noch verstärkt. Die » Zeit beschreibt, wie Anleger lieber in der Nachbarschaft investieren - zum Beispiel in Wurstanleihen oder Ackeraktien.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die LBBW muss offenbar durch ein Immobilienprojekt in Moskau einen zweistelligen Millionenverlust verbuchen. » FTD Die US-Börsenaufsicht SEC will die Regulierung von Geldmarktfonds verschärfen, da das Risiko massenhafter Geldabflüsse aus den Fonds auch drei Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers nicht gebannt sei. » WSJ Die Rohstoffgiganten Glencore und Xstrata haben für ihre Fusionsverhandlungen 18 Banker nomimiert, die allesamt von » EFinancial beschrieben werden. Für das sechs Milliarden Dollar große Portfolio mit risikoträchtigen Hypothekenpapieren, das die regionale Zentralbank von New York vom Versicherungskonzern AIG übernommen hat, können neben der Credit Suisse die beiden britischen Finanzkonzerne Barclays und Royal Bank of Scotland bieten, außerdem die beiden US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley. » WSJ Weil verschiedene US-Großbanken Gebühren eingeführt haben, wechselten mehr als zwei Millionen Kunden ihre Bankverbindung. » (DailyFinance) Die HSH Nordbank braucht mehr Eigenkapital. » (HB)
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Neue Investmenthelden gesucht
Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die beiden Nachfolger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, entscheiden gemeinsam, wer in Zukunft die Investment-Sparte der Deutschen Bank leiten soll. Vier Kandidaten haben gute Chancen auf den wichtigen Posten.
» Handelsblatt
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: BGH verlangt harte Strafen für Steuerhinterzieher
Politik: Banken mahnen SPD zur Sachlichkeit
Unternehmen: Comeback eines Umweltsünders
Finanzen: Die neue Bescheidenheit der UBS
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
BayernLB verklagt Ex-Finanzminister
Kurt Faltlhauser, früherer bayerischer Finanzminister, wird von der BayernLB auf Schadenersatz verklagt. Hintergrund sind nach einem Bericht der » Süddeutschen Zeitung die Verluste durch den Kauf der maroden Bank Hypo Alpe Adria. Seinerzeit sei Faltlhauser der Vizechef des Verwaltungsrats gewesen. Faltlhauser solle 200 Millionen Euro gemeinsam mit dem damaligen Verwaltungsratschef und Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser sowie acht Ex-Vorständen der BayernLB aufbringen - dies sei die höchste Schadenersatzforderung, die je in der Bundesrepublik gegen einen langjährigen Spitzenpolitiker erhoben worden sei.
"Diese Steuer bremst die Zocker aus!"
Max Otte, Leiter des Instituts für Vermögensentwicklung, spricht im Interview mit » Capital über die möglichen Folgen einer Finanztransaktionssteuer. "Die Finanztransaktionssteuer beläuft sich höchstens auf fünf Prozent dessen, was sich die Banken vom Anlegervermögen im selben Zeitraum reinziehen - egal, wie man es rechnet", betont er.
Höhere Klagesumme nach Kontenpfändung
Rafael Roth, Immobilienunternehmer und Milliardär, hat die Hypo-Vereinsbank auf nunmehr 155 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Zuvor hat die HVB die Konten des 78-Jährigen gepfändet, worauf der die Klagesumme von bislang 124 auf 155 Millionen Euro erhöhte. In dem Fall geht es um hochkomplexe Finanzgeschäfte mit der Erstattung von Kapitalertragsteuern kurz vor der Zahlung von Dividenden, die in der Fachwelt als "Dividendenstripping" bekannt sind.
» FTD
"Dr. Doom" ist bullish
Nouriel Roubini, Spitzename Dr. Doom, weil er die Finanzkrise vorausgesagt hat, ist nun zum Aktienbullen "konvertiert". » (WSJ) Für Hedge-Fondsmanager Doug Kass hat dies nach einem Bericht des » Businessinsiders eine Konsequenz: "Alles verkaufen"
Der Franken wird weiter verteidigt
Thomas Jordan, Interimspräsident der Schweizer Notenbank, bleibt auf dem Kurs seines Vorgängers Philipp Hildebrand. Die Notenbank will die Franken-Untergrenze mit allen Mitteln verteidigen - auch mit Hilfe von Devisenkäufen.
» Handelszeitung
200-Millionen-Euro-Klage
Karl-Heinz Grasser, Ex-Finanzminister in Österreich, hat Ermittlungen der Kriminalpolizei wegen Steuerhinterziehung am Hals. Mittlerrweile fordert CA-Immo von den Beschuldigten des Buwog-Strafverfahrens, zu denen auch Strasser zählt, insgesamt 200 Millionen Euro Schadenersatz.
» Wirtschaftsblatt
DEBATTE - worüber die Finanzwelt diskutiert
Lebensversicherung lohnt sich nicht - oder doch?
Die "Lebensversicherung in Lebensgefahr" sieht die » Financial Times Deutschland. Die Diskussion beschreibt das Blatt wie folgt: "Die Lebensversicherung lohnt sich nicht, die Lebensversicherung lohnt sich doch - seit Monaten liefern sich Verbraucherschützer und Versicherungswirtschaft ein ermüdendes Scharmützel". Die Debatte sei langweilig, weil beide Seiten einen entscheidenden Punkt nicht nennen würden: Die Lebensversicherung ist nicht nur für viele Kunden unattraktiv - auch den Gesellschaften selbst bringt sie immer weniger Freude. Es wird Zeit für radikale Änderungen, fordert das Blatt.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Die langfristig "gesündeste" Aktienanlage der Welt
Im vergangenen Jahrzehnt haben Tabakunternehmen Anlegern volatilitätsbereinigt die besten Erträge beschert. Der Tabakaktien-Index im MSCI World Index legte bereinigt um Preisschwankungen um rund 13,1 Prozent zu und damit fast fünfmal so stark wie das branchenübergreifende Börsenbarometer. Vermögensverwalter wie BNY Mellon Wealth Management prognostizieren, dass der Aufwärtstrend weitergehen wird. Sie verweisen darauf, dass Raucher ihren Tabakkonsumenten auch in einem unsicheren Konjunkturumfeld nur wenig ändern.
» Bloomberg