Roberto Abraham Scaruffi

Wednesday, 15 February 2012


Mittwoch, 15. Februar 2012
Guten Morgen Herr Scaruffi,
Bundesfinanzminister Schäuble muss sich in diesem Jahr auf eine niedrigere Überweisung von der Bundesbank einstellen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kündigte im Interview mit unserer Zeitung an, die Bundesbank werde durch die in Folge der Schuldenkrise gestiegenen Risiken höhere Rückstellungen bilden müssen. "Das wirkt sich entsprechend auf die Höhe des Bundesbankgewinns aus." Im vergangenen Jahr hatte sich der Gewinn bereits wegen Rückstellungen fast halbiert. Er betrug noch 2,2 Milliarden Euro.

Weidmann macht deutlich, dass er eine EZB-Beteiligung am griechischen Schuldenschnitt ablehnt: "Notenbanken dürfen nichts verschenken". Und er macht auch deutlich, wohin die wundersame Geldvermehrung der EZB - in Weidmanns Worten eine "umfangreiche Liquiditätsbereitstellung" - führen kann: "perspektivisch zu Inflation". Wer dieses Interview liest, bekommt einen Eindruck von der Einsamkeit des Mannes. Stabilitätspolitik ist in Europa nicht die Mode der Saison. Es wäre - gerade deshalb - zu wünschen, dass Weidmann nicht den Weg seines Vorgängers Axel Weber wählt: Die Alternative zum Rücktritt heißt Kampf.

Fast 20 Jahre lang hat Jochen Zeitz die Bilanz des fränkischen Sportkonzerns Puma präsentiert. Jetzt steht er an der Spitze des Verwaltungsrats und sein Nachfolger Franz Koch wird heute in Herzogenaurach zum ersten Mal die Zahlen vorstellen. Wir rechnen mit einem Rekord-Umsatz von drei Milliarden Euro und einer kräftigen Gewinnsteigerung. Aber wir rechnen auch mit neuen Akzenten. Zeitz hatte Puma zur Lifestyle-Marke gemacht. Koch denkt hingegen an eine Rückkehr zu den sportlichen Wurzeln.

Eine vom Reisekonzern Tui herausgegebene Anleihe ist mit mehr als acht Prozent üppig verzinst. Heute Morgen werden wir lernen, warum: Nach Einschätzung von Analysten hat der Reise- und Schifffahrtskonzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres seinen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 21 Prozent auf 142 Millionen Euro vergrößert. Die Schwester der Rendite ist nunmal das Risiko.

Deutschland hat 82 Millionen Einwohner, 41 Millionen Beschäftigte und 200 Mitarbeiter bei der Flugsicherung am Frankfurter Flughafen. Genau diese 200 könnten Ihnen Ärger machen, denn die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) entscheidet nachher über einen Streik. Der Betrieb auf dem größten deutschen Airport dürfte im Fall der Fälle massiv beeinträchtigt werden.

Das Bundeskabinett will heute den Weg frei machen für einen schnelleren Wechsel des Energieanbieters. Wer unzufrieden ist oder den Preis unangemessen findet, soll demnach schon binnen zwei Wochen den Vertrag kündigen können. Minister Philipp Rösler will so den Wettbewerb in Schwung bringen. Die Hauptsache, der neue Anbieter ist seriöser als Teldafax. Die Firmengeschichte dieses Energieanbieters begann mit Billigpreisen und endete mit der größten Gläubigerversammlung der deutschen Geschichte.

Die Stuttgarter halten uns mit ihrem Bahnhof weiter in Atem. Heute im Morgengrauen kam es zum Zusammenstoß der Polizei mit rund 2.000 Demonstranten, die im Schlosspark erschienen waren, um die Rodungsarbeiten zu behindern. Die selbsternannten "Parkschützer" trugen auch "polytechnisches Gerät" mit sich, wie der Polizeibericht ausweist. Vielleicht ist das Problem in Stuttgart nicht der Bahnhof, sondern die nächtliche Langeweile. Es wäre billiger, man würde der Schwabenmetropole mal eine Vergnügungsmeile á la Reeperbahn zu spendieren. Nach dem Motto: Amüsieren statt randalieren.

Ich wünsche Ihnen einen kraftvollen Start in den neuen Tag. Es grüßt Sie herzlichst Ihr
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Gabor Steingart
Chefredakteur
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TERMINE DES TAGES
Wirtschaft wächst langsamer
Heute veröffentlicht das Statistische Bundesamt erste Daten zur Entwicklung des Wirtschaftswachstums im vierten Quartal. Experten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 1,9 Prozent gestiegen ist. Zum Vorquartal rechnen sie mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent.

Premiere für den neuen Puma-Chef
Fast 20 Jahre lang hat Jochen Zeitz die Bilanz des fränkischen Sportkonzerns Puma präsentiert. Doch vergangenen Sommer hat der Manager sein Amt als Vorstandschef des drittgrößten Turnschuhherstellers der Welt aufgegeben. Jetzt steht er an der Spitze des Verwaltungsrats und führt die Sport-Lifestyle-Sparte von Puma-Großaktionär PPR. Sein Nachfolger Franz Koch wird deshalb heute in Herzogenaurach zum ersten Mal die Zahlen präsentieren. Analysten rechnen fest damit, dass Koch die noch von seinem Vorgänger Jochen Zeitz formulierten Ziele im abgelaufenen Jahr erreicht hat: Einen Rekord-Umsatz von drei Milliarden Euro und eine Gewinnsteigerung im mittleren einstelligen Bereich lautete die Vorgabe.

Tui weitet Verlust aus
Nach Einschätzung von Analysten hat der Reise- und Schifffahrtskonzern im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres seinen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 21 Prozent auf 142 Millionen Euro vergrößert.

Gewerkschaft entscheidet über Streik auf Frankfurter Flughafen
Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) entscheidet über einen Streik auf dem Frankfurter Flughafen, der den Betrieb auf dem größten deutschen Airport massiv beeinträchtigen könnte. Hintergrund ist der Tarifkonflikt um 200 Beschäftigte auf dem Vorfeld des Flughafens.

Erster Prozess um Leih-Stewardessen der Lufthansa
Das Arbeitsgericht Frankfurt beschäftigt sich heute erstmals mit dem Einsatz von Leih-Stewardessen in Lufthansa-Flugzeugen. Die Personalvertretung der Fluggesellschaft will vor dem Arbeitsgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung erreichen. Damit soll dem Unternehmen untersagt werden, in den Kabinen seiner Jets schlechter bezahlte Service-Kräfte von Fremdunternehmen einzusetzen. Mit Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens am 3. Juni weitet die Lufthansa ihr Angebot ab Berlin deutlich aus. Den dauerhaft geplanten Einsatz der mehr als 200 Leiharbeitskräfte begründet sie mit Kostenvorteilen.
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TERMINE DES TAGES
Euro-Kassenhüter beraten telefonisch über Griechenland
Die obersten Kassenhüter der Euro-Länder beraten heute nur telefonisch über noch offene Fragen beim nächsten, dringend benötigten Hilfsprogramm für Griechenland. Damit zieht sich die Rettung des Landes vor der drohenden Pleite länger hin als zunächst angenommen. Ursprünglich wollten die Ressortchefs schon bei einem Krisentreffen in Brüssel entscheiden. Diese Zusammenkunft wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Nach Angaben von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat Athen noch nicht alle Bedingungen für die neue Finanzspritze erfüllt.

Voestalpine gegen den Trend
Nach Thyssen-Krupp und Arcelor-Mittal veröffentlicht der österreichische Stahlkonzern Voestalpine die Zahlen für das dritte Quartel seines laufenden Geschäftsjahres. Im Unterschied zu seinen beiden Mitbewerbern wird Voestalpine jedoch einen Gewinn ausweisen können (Analystenschätzung: etwa 70 Millionen Euro). Die Österreicher sind weniger stark im Massengeschäft vertreten und produzieren mehr veredelte Stahlprodukte. Deshalb hat sie der Nachfragerückgang Ende vergangenen Jahres weniger stark getroffen als etwa Thyssen-Krupp.

Leichtes Wachstum für Heineken
Der drittgrößte Bierbrauer der Welt legt Zahlen für 2011 vor. Beobachter erwarten einen etwa sechs Prozent höheren Umsatz von gut 17 Milliarden Euro. Beim operativen Gewinn (Ebit) vor Einmalposten rechnen sie mit einem Zuwachs zwischen zwei und drei Prozent auf knapp 2,7 Milliarden Euro. Den Bierabsatz hat Heineken Schätzungen zufolge um gut zwölf Prozent auf 164 Millionen Hektoliter gesteigert.

Clariant gleicht starken Franken aus
Der Spezialchemie-Hersteller Clariant dürfte mit Preissteigerungen die Frankenstärke kompensiert haben. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 7,3 Milliarden Franken (Vorjahr 7,1 Milliarden Franken) und mit einem Reingewinn von 263 Millionen (Vorjahr 191 Millionen Franken). Die Umsatz- und Gewinnentwicklung dürften auch positiv durch die Übernahme der deutschen Süd-Chemie beeinflusst sein; im vergangenen Sommer hatten die Schweizer ihren deutschen Wettbewerber für 1,2 Milliarden Euro übernommen.
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KONFLIKT IN SYRIEN
UN-Vollversammlung stimmt über Syrien-Resolution ab
Am Donnerstag stimmt die UN-Vollversammlung über eine Resolution zum Syrien-Konflikt ab. Trotz des Widerstands aus Russland und China gilt eine Annahme der Resolution als sicher. Mehr...
ABRÜSTUNG
Obama erwägt Verkleinerung des US-Atomwaffenarsenals
US-Präsident Barack Obama will offenbar deutlich abrüsten. Die US-Regierung diskutiert über eine Reduzierung des Atomwaffenbestandes um bis zu 80 Prozent. Diese Pläne dürften heftige Kritik der Republikaner provozieren. Mehr...
QUARTALSBERICHT
Zynga meldet Verlust
Der erste Quartalsbericht des Social-Games-Platzhirsches Zynga seit dem Börsengang zeigt einen Verlust von 435 Millionen Dollar. Bereinigt um die Kosten des Börsenganges ist die Situation jedoch rosiger. Mehr...
VERHANDLUNGEN AUF EIS
Yahoo bleibt vorerst auf Asienanteilen sitzen
Yahoo wird seine Beteiligungen in Asien offenbar nicht so schnell los wie gewünscht. Der Internetkonzern konnte keine steuerfreie Abwicklungsstrategie durchsetzen und hat den Deal deswegen angeblich platzen lassen. Mehr...
ZENTRALBANK
China will Europa in Schuldenkrise nicht hängen lassen
Europa kann auf Hilfe von China in der Schuldenkrise hoffen. Nach Ministerpräsident Wen Jiabao hat nun auch die chinesische Zentralbank erklärt, den Europäern beistehen zu wollen. Mehr...
TERMINE DES TAGES
USA-Industrieproduktion Januar
Heute wird sich zeigen, wie gut die US-Industrie ins neue Jahr gestartet ist, denn in Washington werden Daten zur Industrieproduktion im Januar veröffentlicht. Experten rechnen mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent zum Dezember.

Marriott wird deutlich profitabler
Der US-Hotelkonzern, der über den Verlauf des Geschäftsjahres 2011 berichtet, hat Analysten zufolge mit rund 12,3 Milliarden Dollar fünf Prozent mehr erlöst als im Jahr zuvor. Unter dem Strich dürfte Marriott mit knapp 500 Millionen Dollar neun Prozent mehr verdient haben.

Comcast auf Wachstumskurs
Der führende US-Kabelnetzbetreiber legt Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Der Konzern, der im vergangenen Jahr die Mehrheit am Medienkonzern NBC Universal übernommen hat, dürfte nach Einschätzung von Analysten seinen Umsatz um knapp 50 Prozent auf 56,7 Milliarden Dollar gesteigert haben. Auch beim operativen Ergebnis (Ebitda) sehen die Experten ein Plus von einem Viertel auf gut 18 Milliarden Dollar.
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WORTE DES TAGES

"Wir sind erst von Brüssel gestoppt worden, bis dahin haben wir alles richtig gemacht."
Reto Francioni,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse

"Griechisch ist die Lage noch nicht, aber sie ist so schlimm, dass sich die Städte nicht alleine helfen können."
Christian Uhde,
Präsident des Deutschen Städtetages
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