Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 21 May 2010

Donnerstag, 20. Mai 2010 weiterempfehlen » anmelden »
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Berlin nackt im Wind
Das Verbot ungedeckter Leerverkäufe ("Naked Short Selling") von Staatsanleihen der Euro-Länder sowie auf Aktien der zehn größten deutschen Finanzinstitute hat international ein verheerendes Echo ausgelöst. Not amused sind europäische Nachbarländer wie Frankreich und die Niederlande, die den unilateralen Vorstoß der Deutschen ablehnen und sich künftig mehr Absprachen wünschen. Lauthals schimpfen auch die Medien: Laut Wall Street Journal haben akademische Studien längst gezeigt, dass ein temporäres Short-Selling-Verbot auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die Situation eher verschlechtert hätte. Außerdem werde dadurch Investoren das Besorgnis erregende Signal gesendet, dass europäische Banken selbst nach den 1,7 Billionen Dollar schweren globalen Bankenrettungspaketen noch geschützt werden müssten. "Viel bringen wird das Verbot nicht", kommentiert die Wirtschaftswoche. Der Verdacht, dass hier in erster Linie ein politisches Signal für Wähler und das eigene Parteivolk gesetzt werde, liege nahe. Dies sei eine weitere Episode in einem "nur zu durchsichtigen Manöver von Vertretern der Politik und der Notenbanken, die Schuld im Abrutschen des Euros, die Vertrauenskrise gegenüber der Gemeinschaftswährung und der Schuldenkrise ganzer Nationen den Spekulanten in die Schuhe zu schieben, um vom eigenen Versagen abzulenken", kritisiert auch die Financial Times Deutschland.
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