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Großer Stillstand in
Washington
Aus. Vorbei. Das überparteiliche "Super
Committee", das seit Anfang September nach einem gemeinsamen Weg aus der
Schuldenkrise gesucht hatte, ist gescheitert. Es sollte nach Möglichkeiten
fahnden, mindestens 1,2 Billionen Dollar für die nächsten zehn Jahre aus dem
Haushalt zu schneiden, um Einschnitte nach dem Rasenmäher-Prinzip zu vermeiden.
Republikaner und Demokraten können sich nur noch darauf einigen, dass das Land
ein Problem hat - 15 Billionen Dollar Schulden. Mehr ist nicht drin. Die
Parteien stecken unversöhnlich in ihren Lagern fest. » Handelsblatt Die » Financial Times
Deutschland bezeichnet das Scheitern des Super-Komitees als Riesenblamage
für die USA und Ausdruck der Verantwortungslosigkeit eines
"Do-nothing-Kongresses". "Die blockierten Staaten von Amerika", titelt der » Spiegel. Das US-Magazin » Forbes glaubt, das Super-Komitee sei von Anfang an zum Scheitern
verurteilt gewesen, und führt fünf Gründe an. Weder US-Präsident Barack
Obama (Foto) noch die Führung beider Parteien bereit gewesen, für den
Kompromiss zu kämpfen. Das » Wall Street Journal sieht den Grund für die Unfähigkeit der Politiker, sich zu
einigen, in der politischen Kultur der USA. Die Wähler müssten erst zeigen, dass
sie die Gesetzgeber für ihr Unvermögen, sich zusammenzusetzen und anzupacken,
bestrafen werden. Der britische » Economist glaubt nicht, dass die gescheiterte Einigung kurzfristig zu
einem Problem für die amerikanische Wirtschaft werden könne. Die internationale
Krise treibe Investoren derzeit in die Hände des US-Fiskus. Die Rendite auf
zehnjährige amerikanische Anleihen sei wieder unter zwei Prozent gefallen.
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