Roberto Abraham Scaruffi

Tuesday, 22 November 2011


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Großer Stillstand in Washington
Aus. Vorbei. Das überparteiliche "Super Committee", das seit Anfang September nach einem gemeinsamen Weg aus der Schuldenkrise gesucht hatte, ist gescheitert. Es sollte nach Möglichkeiten fahnden, mindestens 1,2 Billionen Dollar für die nächsten zehn Jahre aus dem Haushalt zu schneiden, um Einschnitte nach dem Rasenmäher-Prinzip zu vermeiden. Republikaner und Demokraten können sich nur noch darauf einigen, dass das Land ein Problem hat - 15 Billionen Dollar Schulden. Mehr ist nicht drin. Die Parteien stecken unversöhnlich in ihren Lagern fest. » Handelsblatt Die » Financial Times Deutschland bezeichnet das Scheitern des Super-Komitees als Riesenblamage für die USA und Ausdruck der Verantwortungslosigkeit eines "Do-nothing-Kongresses". "Die blockierten Staaten von Amerika", titelt der » Spiegel. Das US-Magazin » Forbes glaubt, das Super-Komitee sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen, und führt fünf Gründe an. Weder US-Präsident Barack Obama (Foto) noch die Führung beider Parteien bereit gewesen, für den Kompromiss zu kämpfen. Das » Wall Street Journal sieht den Grund für die Unfähigkeit der Politiker, sich zu einigen, in der politischen Kultur der USA. Die Wähler müssten erst zeigen, dass sie die Gesetzgeber für ihr Unvermögen, sich zusammenzusetzen und anzupacken, bestrafen werden. Der britische » Economist glaubt nicht, dass die gescheiterte Einigung kurzfristig zu einem Problem für die amerikanische Wirtschaft werden könne. Die internationale Krise treibe Investoren derzeit in die Hände des US-Fiskus. Die Rendite auf zehnjährige amerikanische Anleihen sei wieder unter zwei Prozent gefallen.
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NEWS
"Frankreich erstickt unter der Staatslast"
Die Ratingagentur Moody's denkt über die Herabstufung Frankreichs nach. Als Grund führten die Bonitätswächter die gestiegenen Refinanzierungskosten an. Die » Börsen-Zeitung sieht die Schlinge um Frankreich Hals sich immer enger zuziehen. Der Verlust der AAA-Ratings sei demnach nur eine Frage der Zeit, angesichts einer Differenz zum deutschen Zinssatz von mittlerweile 200 Basispunkten und der anstehenden Wahl in Frankreich. Auch wenn die Zinsen historisch gesehen noch immer niedrig seien, spreche die Tendenz eine klare Sprache.
Weiterer Link: » FTD
Bald Klage gegen S&P möglich?
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entscheidet am kommenden Montag, ob sich das dortige Landgericht mit einer Schadenersatzklage gegen die deutsche Niederlassung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) befassen muss. Der Kläger fordert 30.000 Euro Ersatz für im Mai 2008 gekauften Lehman-Papiere, da dem Geldhaus von der Agentur damals trotz sich abzeichnender Probleme noch ein gutes Rating ausgestellt worden sei.
» Presse
Dividende für BVB-Aktionäre in Sicht
Nach dem Sieg gegen die Bayern wächst die Euphorie in Dortmund. Auch finanziell geht es für den BVB aufwärts - und davon könnten schon bald auch die Aktionäre profitieren: BVB-Geschäftsführer Watzke denkt unter bestimmten Bedingungen erstmals über eine Dividende nach.
» Handelsblatt
MF-Global sucht immer noch Kundengelder
Die Wall-Street Firma MF Global hatte Anfang des Monats Konkurs angemeldet und für Aufsehen gesorgt. Weiterhin wird nach Kundengeldern gesucht und der Fehlbetrag ist womöglich viel höher als bisher angenommen.
» Handelsblatt
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und die Finanzmarktaufsicht (FMA) haben ein Paket "zur Stärkung der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle" österreichischer Banken in Ost- und Südosteuropa vorgelegt. » Presse Chinesische Geldhäuser greifen nach der polnischen Millenium-Bank. » Handelsblatt Die Vertrauenskrise in der Finanzbranche weitet sich aus: Nun stellt die britische Großbank Standard Chartered das Kreditgeschäft mit Instituten in der Euro-Zone auf den Prüfstand.» Spiegel Die wegen der geplatzten Immobilienblase in Not geratene Banco de Valencia wird von der spanischen Zentralbank übernommen. Die Behörde habe eingewilligt, die Kontrolle über das Geldhaus zu übernehmen.» FTD
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Firmenkunden not amused
Die Hypo-Vereinsbank schiebt zwei Abteilungen aufs Abstellgleis. Die Deutschland-Tochter der italienischen Unicredit-Bankgruppe stellt die Geschäftsfelder Aktienanalyse und Aktienhandel ein. Firmenkunden reagieren verärgert.
» Financial Times Deutschland
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Die Wahrheit hinter den Rekord-Dividenden
Politik: "Hohe Dividendenrenditen sind ein Warnsignal"
Unternehmen: Müllers Gegner, Müllers Gönner
Finanzen: Das Ende der Börsenweisheiten
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Merkel stellt sich Debatte um Eurobonds
Angela Merkel, Bundeskanzlerin, lehnt gemeinsame europäische Staatsanleihen weiterhin ab, will aber den Vorstoß von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zur Einführung so genannter Eurobonds prüfen. Sie will bei einem Treffen mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkzoy und dem neuen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti am kommenden Donnerstag voraussichtlich in Straßburg über Barrosos Vorschläge diskutieren.
» FTD » Zeit
Krise erreicht den harten Kern
Olli Rehn, EU-Währungskommissar, sieht durch die Euro-Krise mittlerweile auch den harten Kern der Euro-Mitgliedsländer in Mitleidenschaft gezogen. Das Vertrauen der Finanzmärkte könne auf Dauer nur über einen Abbau der Staatsverschuldung zurückgewonnen werden. Dazu gebe es keine Alternative. Rehn will deshalb die Aufsicht über die Staatshaushalte der Euro-Länder erheblich ausweiten. "Das betrifft alle Mitgliedsstaaten und bedeutet erweiterte Möglichkeiten, die Haushaltspläne vorab zu prüfen", sagte Rehn der » FTD Dies habe auch Konsequenzen für die nationale Souveränität der Euro-Staaten. Länder, die die Stabilitätsregeln missachteten oder unter verstärktem Druck der Märkte stünden, sollten allerdings intensiver überprüft werden als die, die sich an die Regeln hielten.
Weiterer Link: » Welt
Buffet sondiert Japan
Warren Buffet, US-amerikanischer Starinvestor und Milliardär, sucht in Japan nach potenziellen Investmentzielen. Ursprünglich wollte Buffett bereits im März nach Japan reisen. Allerdings sagte er seine Reise aufgrund des damaligen Erdbebens ab. Der Berkshire-Chef, der für seine langfristigen Investments bekannt ist, sagte schon damals, die Naturkatastrophe habe Kaufchancen in Japan geschaffen.
» FTD
Ackermann meckert über Vorgehen der Ermittler
Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, hat sich bitter über das Vorgehen der Ermittler beschwert. "Wie bei Schwerverbrechern" seien diese vorgegangen, sagte er bei einer Veranstaltung.
» Spiegel
Banken stehen vor einer Konsolidierungswelle
Bob Diamond, Chef von Barclays, erwartet in den nächsten zwölf Monaten einen Konsolidierungsschub unter europäischen Banken. Das größte Problem sei außerdem nicht ein Liquiditätsmangel, sondern Risiken durch Staatsanleihen.
» Handelsblatt
HSH zieht es aufs Meer
Torsten Temp, Vorstandsmitglied der HSH Nordbank und für Schiffskredite zuständig, rechnet damit, dass sich viele andere Banken aus der Schiffsfinanzierung zurückziehen. Die HSH Nordbank will davon profitieren und erwägt sogar Zukäufe - obwohl sie ihr Schiffsgeschäft insgesamt auf Druck der EU und als Gegenleistung für geleistete Hilfen abbauen muss.
» FTD
DEBATTE - worüber die Finanzwelt diskutiert
Deutschland wird kapitulieren
meint der australische » Business Spectator . Er glaubt nicht daran, dass Deutschland seinen Kurs halten und das Anwerfen der Geldpresse verhindern könne. "Die Vereinigen Staaten haben Geld gedruckt, die Schweiz hat Geld gedruckt und Europa wird es auch tun", schreibt das Blatt. Am Ende werde Deutschland mit dem gleichen Enthusiasmus an die Sache herangehen wie die Federal Reserve. Schließlich drohe der Kollaps der eigenen Wirtschaft. Deutschland habe den Euro benutzt, um ein "Export-Kraftprotz" zu werden, und die Randstaaten hätten mit den niedrigen Zinsen den heimischen Konsum und den Schuldenstand in die Höhe getrieben. Deutschland glaube, momentan die Zeit auf seiner Seite zu haben, und hoffe, dass Zinssteigerungen zu Veränderungen in anderen großen Euro-Ländern führen. Teil der Strategie sei die Behauptung, dass die EZB keine großangelegten Anleihekäufe finanzieren werde. "Am Ende wird jedoch die Notwendigkeit zur Mutter der Kapitulation", meint das Blatt.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Zwei Köpfe bringen selbst Superman ins Trudeln
Seine eigene Sicht auf die Erfolgsaussichten des "Super Committees" aus US-Demokraten und US-Republikanern präsentiert der britische » Economist in einem Cartoon - und zeigt, warum der vom Congress berufene "Superman" - ein Hybrid aus halbem Demokraten und halbem Republikaner - am so übergroßen US-Schuldenmonster scheitert: Ein Körper, zwei Köpfe? Das kann nicht funktionieren.