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FÜR SIE GELESEN - HANDELSBLATT PRESSESCHAU
Die internationalen Medien blicken gespalten
in die Zukunft von Italien unter der Führung von 17 Technokraten ohne politische
Erfahrung. Große Hoffnungen lasten dabei auf den Schultern des Bankers Corrado
Passera, der den maroden Großbetrieb Italien sanieren soll.
Die
Technokraten aus Italiens neuer Regierung wirkten möglicherweise wie
Außerirdische von einem anderen Planeten, doch sie ritten auf einer Welle der
Unterstützung aus dem Volk, schreibt die britische Financial
Times.
Der Standard porträtiert Corrado Passera,
Ex-McKinsey-Mann und zuletzt Vorstandschef von Intesa Sanpaolo, als
zielstrebigen Sanierer mit Netzwerker-Qualitäten. Dem künftigen Superminister
für Industrie, Infrastrukturen und Verkehr sei es gelungen, der Banca Intesa,
einem aus der Fusion von drei kleineren Banken entstandenen Sammelsurium, zu
einer Identität zu verhelfen.
Die Financial Times Deutschland geht
davon aus, dass die Kapitalmärkte grundsätzlich erfreut sein dürften, dass
Italiens designierter Ministerpräsident Mario Monti innerhalb von nicht einmal
vier Tagen ein Kabinett gezimmert habe und darunter Passera als Superminister
sei.
The European befürchtet, dass ohne parlamentarische Mehrheit
der Regierung Montis einige der dringendsten Reformen unmöglich sein werden. So
werde Monti beispielsweise die Schwächung des italienischen Justizsystems nicht
rückgängig machen können. Und auch eine Reform des "abstrusen" Wahlgesetzes
werde wohl am Widerstand von Berlusconis Mannen scheitern.
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