Roberto Abraham Scaruffi

Monday, 21 November 2011


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Schweizer Banken: Zurück auf Los
Vermögensverwaltung im Zentrum, das Investmentbanking als Helferlein - die in New York präsentierte strategische Neuausrichtung der Schweizer UBS schlägt international weiterhin hohe Wellen und animiert die Führungsetage zu Erklärungen. "Wir machen dies aus einer Position der Stärke heraus", frohlockt Banken-Boss Sergio Ermotti (Foto) in der » NZZ. "Wir sind der größte globale Vermögensverwalter, unterstützt von einer Investmentbank mit guter Präsenz im Kundengeschäft." In der » Sonntagszeitung räumt UBS-Präsident Kaspar Villiger ein, dass der Umbau schon die Handschrift von Nachfolger Axel Weber trägt. Die britische » Financial Times meldet, dass die Schweizer den Bonus-Pool schrumpfen wollen. Und dämpft die Erwartungen an die Neuausrichtung, da die UBS-Banker eine "unheimliche Fähigkeit" hätten, über sich selbst zu stolpern » (FT). » Cash erwartet eine weitere Konsolidierung unter Schweizer Banken und verweist auf die großen Umbrüche bei den eidgenössischen Instituten: Die Axa Bank sage nach drei Jahren der Schweiz Adieu, die UBS reduziere das Investmentbanking, die Bank Sarasin könnte von Julius Bär geschluckt werden. Doch kein Grund zum Jammern oder Drohen. Die Finanzindustrie habe die Krise im wesentlichen verursacht, und der Finanzplatz Schweiz im Speziellen habe es verpasst, im Private Banking frühzeitig die Weichen in Richtung Weißgeldstrategie zu stellen.
Weitere Links: » Handelszeitung » New York Times


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NEWS
Rasenmäher am Horizont
Bis Mittwoch um Mitternacht hat eine überparteiliche Sparkommission im Kongress Zeit, einen Plan für die Sanierung des Staatshaushalts der USA zu beschließen. Sollten die Verhandlungen von Republikanern und Demokraten scheitern, drohen automatische Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip » (HB » FTD » FT » WSJ). "Die Märkte werden nach Washington blicken und sagen: Ihr kriegt diesen Job einfach nicht hin", zitiert das » Wall Street Journal den Demokraten John Kerry. Die » Süddeutsche Zeitung untersucht das Schweitern des Superkomitees des US-Kongresses, das einen Billionen-Plan zur langfristigen Sanierung der Staatsfinanzen entwerfen sollte.
Desaströser Stresstest
Der "Blitz-Stresstest" der EU-Bankenaufsicht EBA, nach dem sich deutsche Banken zehn Milliarden Euro mehr frisches Kapital besorgen müssen, bleibt ein Aufregerthema. Die Leistung der EBA sei desaströs, konzediert die » FTD, aber es dürfe kein Zurück zu Finanzaufsichtsbehörden ausschließlich auf nationaler Ebene geben. Es sei keine Kapitaldecke für Banken denkbar, die dick genug wäre, um die Pleite eines großen Euro-Landes abzufedern, zweifelt die » Welt an der Fokussierung der Tests auf das Eigenkapital.
MF Global: riskante Wetten und juristische Fehden
Die Pleite der US-Finanzfirma MF Global hat für die Deutsche Bank ein juristisches Nachspiel. Zwei US-Pensionsfonds verklagen Abteilungen des Frankfurter Instituts sowie sechs weiterer Geldhäuser, die MF Global bei der Erstellung von Anleihe-Angeboten unterstützt haben. Die Kläger werfen den Banken vor, in den Prospekten Probleme verschwiegen zu haben, die schließlich zum Kollaps des Brokerhauses geführt haben » (HB » FTD). Einige der größten Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen der Welt kaufen aktuell Schulden, Unternehmensanleihen und Aktien beim gestrauchelten US-Wertpapierhändler auf. Die Wette, dass sich MF Global erholt und sich das Investment auszahlt, ist laut » Wall Street Journal hochriskant.
Firmenkunden not amused
Die Hypo-Vereinsbank schiebt zwei Abteilungen aufs Abstellgleis. Die Deutschland-Tochter der italienischen Unicredit-Bankgruppe stellt die Geschäftsfelder Aktienanalyse und Aktienhandel ein. Firmenkunden reagieren verärgert.
» Financial Times Deutschland
Drei Szenarien für Euro-Bonds
Kanzlerin Angela Merkel sperrt sich (noch) gegen Euro-Bonds, doch die EU-Kommission will auf diese Art die Schuldenkrise lösen. Nach Informationen der » Süddeutschen Zeitung hat Kommissionspräsident José Manuel Barroso drei Varianten für gemeinsame europäische Anleihen erarbeitet. Am Mittwoch soll darüber beim Gipfeltreffen in Straßburg beraten werden.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die angeschlagene spanische Sparkasse CAM hat auch im dritten Quartal herbe Verluste hinnehmen müssen.» HB Die verstaatlichte niederländische Bank ABN Amroist wegen der Griechenland-Krise im dritten Quartal in die Verlustzone gerutscht.» HB Die österreichische Bank Hypo Alpe Adriageht von einer langen Verkaufsphase für ihre Geschäfte in Österreich, Italien und Südosteuropa aus.» BZ Die beiden japanischen Börsen Tokyo Stock Exchange und Osaka Securities Exchange haben sich auf eine Fusion geeinigt.» WSJ
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Trotz Fernwehs am Boden bleiben
Wollen Sie auch gern mal wieder Europa hinter sich lassen? Können aber gerade nicht weg? Vielleicht überkommt Sie ja Sehnsucht nach außereuropäischen Flughäfen? ... Die» Welt hält sich dagegen lieber vor Augen, dass es anderswo so toll auch wieder nicht ist: in einer Fotostrecke der zehn meistgehassten Flughäfen der Welt.

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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Führt die Euro-Krise zur Auto-Krise?
Politik: "Die CDU wird koalitionsfähig"
Unternehmen: Die Schlacht um Kaufhof
Finanzen: Staatlich verordnete Emissionsflut
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Ackermanns Plan B
Josef Ackermann, Deutsche-Bank-Chef, könnte nach seinem Ausscheiden aus der Bank im Mai kommenden Jahres ins Präsidium des Versicherers Zurich Financial ziehen. Ex-Daimler-Manager Manfred Gentz gibt die Spitze des Verwaltungsrats nach sieben Jahren ab, Ackermann ist Gentz' Vize » (HB » Hz). Der Abschied von Ackermann von der Deutschen Bank stand nach eigener Aussage » (FTD) und Recherchen des » Spiegel schon vor der Durchsuchung seines Büros durch die Staatsanwaltschaft fest.
EZB-Bazooka ohne Wirkung
Thomas Mirow, Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), plädiert für fortgesetzte Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen die Krise in der Eurozone. "Sie muss verhindern helfen, dass das weiter um sich greift, was man gegenwärtig beobachten kann, nämlich eine Art von Panik". Aber: Alleine könne die EZB die Krise nicht lösen.» (FTD) Die » Börsen-Zeitung zweifelt an der Perspektive, die EZB mit mehr Feuerkraft auszustatten. Eine "Bazooka" gegen das Kernproblem der Schuldenkrise, die übermäßige Verschuldung der öffentlichen Haushalte, einzusetzen, sei zwecklos.
Der deutsche "Euro-Fighter"
Jens Weidmann, Chef der Bundesbank, ist laut » Spiegel zu einem der wichtigsten Akteure in der Euro-Krise geworden. Der "Euro-Fighter" sträube sich dagegen, die Euro-Krise über die EZB zu lösen. Doch es bleibe die Frage, wie lange er diese Linie halten könne. "Sollte sich die Lage an den Finanzmärkten weiter zuspitzen, könnte die Euro-Zone am Ende vor einer schweren Entscheidung stehen: Inflation oder Untergang?" Dann könnte es plötzlich sehr einsam werden um Jens Weidmann.
"Weg in die Knechtschaft"
Jose Manuel Barroso, EU-Kommissionspräsident, stößt mit seinem Ansinnen, künftig stärker in die Aufstellung nationaler Haushalte einzugreifen, auf Widerstand in der schwarz-gelben Koalition in Berlin. Das » Handelsblatt zitiert den Sprecher des CSU-Wirtschaftsflügels, Hans Michelbach: Barroso wolle seinem offenkundigen Ziel eines zentralistischen Europa so einen weiteren Schritt näher kommen.
Weitere Links: » Financial Times » L'Expansion » Financial Times Deutschland
China muss auf die Bremse treten
Justin Lin, Chefökonom der Weltbank, warnt im » Tagesspiegel vor einem Übergreifen der drohenden Rezession in Europa auf China und alle anderen Volkswirtschaften. Denn die Entwicklungs- und Schwellenländer könnten trotz ihrer hohen Wachstumsraten nicht den Rückgang der Nachfrage in den Industrieländern ausgleichen.
Milde Buße für Schweizer Banker
Renzo Gadola, ehemaliger Banker bei der UBS, ist von einem Gericht in Florida zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gadola hat sich schuldig bekannt, jahrelang reichen Amerikanern geholfen haben, Steuern zu hinterziehen. Offen sei noch, ob sich Gadola in der Schweiz eventuell für den Bruch des Bankgeheimnisses und wirtschaftlichem Nachrichtendienst verantworten müsse, schreibt die » NZZ.
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ZUGABE
Occupisten ziehen bei Bankern ein
Der» Guardian berichtet über den jüngsten Schachzug der "Occupy"-Bewegung, die ein verwaistes Gebäude der UBS in London gekapert habe, um dort eine "Bank der Ideen" zu gründen. Mit dem Schritt solle die Bevölkerung Räumlichkeiten zurückerhalten, die durch den Sparkurs der Regierung verloren gegangen seien. Was die Protestler dort genau wollen? Nächste Frage.
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