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FÜR SIE GELESEN - HANDELSBLATT PRESSESCHAU
Die internationale Wirtschaftspresse
analysiert die Folgen der Herabstufungen der Euro-Länder und des Rettungsfonds
EFSF. Auch wenn die Märkte vorbereitet waren, könnte ein politisches Erdbeben
die Euro-Zone nachhaltig erschüttern.
Das Wall Street Journal
glaubt, dass es nicht so einfach werde, die höchste Bonitätswertung beim
Rettungsschirm EFSF wiederzuerlangen. Eine Möglichkeit sei, die Kreditkapazität
zu verkleinern. Ein Ausscheiden von Frankreich und Österreich würde das Volumen,
das von einer AAA-Wertung gedeckt sei, von 440 auf 271 Milliarden Euro senken.
Allerdings sei bereits die alte Summe viel zu gering, um die EFSF zu einem
effektiven Rettungsmechanismus zu machen.
Der Business Spectator
aus Australien meint, dass die Herabstufung des Rettungsfonds EFSF durch
Standard and Poor’s keine Auswirkungen haben wird. Ähnlich sei es bereits in den
Fällen von Frankreich und den USA gewesen, für die die Zinsen sogar gesunken
seien.
Zu einem anderen Schluss kommt das Wirtschaftsblatt aus
Österreich. Hier sieht man die Europäische Zentralbank bereits in der Rolle des
Retters, dem es bisher zu verdanken gewesen sei, dass die Märkte dermaßen
entspannt auf die Herabstufungen reagiert hätten.
Die britische Zeitung
Guardian glaubt, dass die Herabstufung vor allem Politiker unter Druck
setze und die Solidarität in Europa bedrohe. Genau diese brauche es jedoch, um
der Krise in Europa zu entkommen. Wenn die Nationen gemeinsame Verpflichtungen
gegenüber Gläubigern eingehen und Verantwortung übernehmen könnten, dann wäre
der Notstand vorüber.
Die Süddeutsche Zeitung befürchtet, dass
durch die Herabstufung die Verhandlungsposition Frankreichs nun nachhaltig
geschwächt ist. Bisher habe das Land seine wirtschaftliche Schwäche durch viel
Verhandlungsgeschick wettmachen können. Dies habe Sarkozy nur erreicht, weil er
auf Augenhöhe mit der Kanzlerin verhandelt habe. Doch dieses Verhältnis sei
nicht mehr gegeben, auch wenn ein Trugbild der Harmonie erhalten bleiben
werde.
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