Roberto Abraham Scaruffi

Thursday, 19 January 2012


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Goldmänner im Sinkflug
Die Kapriolen auf den Kapitalmärkten schlagen mit voller Wucht auf die US-Investmentbank Goldman Sachs durch. Im vergangenen Jahr ist der Gewinn des von Lloyd C. Blankfein (Foto) geführten Wall-Street-Hauses um 67 Prozent regelrecht eingebrochen. Die hoch bezahlten Banker merken das am eigenen Leibe: Ihre Boni sinken um Zehntausende Dollar. In der Krise schrieben die Banker rote Zahlen, die sich gewaschen haben, kommentiert das » Handelsblatt. "Der Trick ist, über diesen Zyklus unterm Strich Geld zu verdienen. Und das gelingt Goldman noch immer - dank starker Nerven." Die britische » Financial Times moniert, dass Goldman in den vergangenen zehn Jahren 125 Milliarden Dollar für die Mitarbeiter ausgegeben habe, das Doppelte des Gewinns. Auch das » Wall Street Journal schießt sich auf die Vergütung der Goldman-Banker ein, die nicht ausreichend gekürzt worden sei. Offenbar gehe Goldman davon aus, dass die Erschütterungen der Wall Street zyklisch und nicht struktureller Natur seien.
Weitere Links: » Handelsblatt » Financial Times Deutschland » Wall Street Journal D
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NEWS
IWF pumpt Schwellenländer an
Der Internationale Währungsfonds (IWF) benötigt für die Feuerwehr-Einsätze in der Eurozone mehr Kapital. Nachdem der IWF zuletzt wiederholt gewarnt hatte, dass die kurzfristige Rettung ganzer Staaten die eigenen Reserven überfordern könnte, soll der Fonds jetzt mit zusätzlichen 500 bis 600 Milliarden Dollar ausgestattet werden. "Geht’s vielleicht eine Nummer kleiner", schimpft die » Börsen-Zeitung. Es helfe nicht, wenn der IWF immer neue Horrorszenarien an die Wand male, denn das schaffe ja erst recht Misstrauen und Verunsicherung. Die » FTD zweifelt am Erfolg der Anpump-Aktion. "Die Schwellenländer, auf die man nun hofft, bekommen keine Anreize, bei der Rettung des Finanzsystems mitzumachen."
Weitere Links: » Wall Street Journal D » Spiegel » Financial Times Deutschland
Commerzbank zwischen Hoffen und Bangen
Die Europäische Kommission wird die Pläne der Commerzbank über eine Integration der Eurohypo aller Voraussicht nach genehmigen. Das erfuhr das » Handelsblatt von mehreren mit den Gesprächen vertrauten Personen. Eine Entscheidung könne schon in Kürze fallen, womöglich bereits im kommenden Monat. Die Krise bei der Immobilientochter Eurohypo veranlasst die Ratingagentur Moody's, eine Herabstufung der Commerzbank zu prüfen, meldet die » FTD. Die FTD will bei der EU-Bankenaufsicht EBA Zweifel vernommen haben, dass die » Commerzbank aus eigener Kraft ihr Kapital ausreichend stärken kann. Bankenchef Martin Blessing bleibe immer ein Getriebener, kommentiert die » NZZ.
Neue Schachzüge der Rating-Agenturen
Die kleine US-Ratingagentur Egan-Jones hat die Bonität Deutschlands auf AA- von zuvor AA herabgestuft. Grund für den Schritt seien die möglichen Verbindlichkeiten, die auf Deutschland bei weiteren Rettungsvorhaben von krisengeschüttelten Euro-Ländern hinzukämen » (HB). Der große Bruder Standard & Poor's (S&P) stufte dagegen u.a. die Italien-Tochter von Europas größtem Versicherer Allianz um zwei Stufen herab » (HZ). Doug Peterson, neuer Chef bei Standard & Poor's, wehrte sich im » Wall Street Journal gegen die Vorwürfe, die Ratingagenturen gingen bei der Evaluation von Staatsschulden zu aggressiv vor. "Wir haben ein Weltklasse-Team für Staatsschulden."
Bankauszüge frisiert
Neue Enthüllung in der Affäre um Devisengeschäfte von Ex-Notenbanker Philipp Hildebrand: Das als Bankauszug präsentierte Papier mit den Nachweisen der Dollar-Transaktionen soll eine Fälschung sein, berichtet der » Blick. Die Bank Sarasin bestätigte die Recherche. Und auch der Schuldige hat laut » NZZ schon gestanden: der Datendieb-Anwalt Hermann Lei. Er habe allerdings inhaltlich nichts verändert. Die » Handelszeitung kritisiert, dass die Wahrheit zu den Devisentransaktionen nur in Raten ans Tageslicht kam.
Exodus der Privatversicherten
Hunderttausende wechseln jährlich zwischen gesetzlichem und privatem System hin und her. Ungewöhnlich ist jedoch, dass große Krankenkassen wie die Techniker viel mehr Privatversicherte anlocken als sie verlieren.
» Handelsblatt
Shortcuts aus der Finanzbranche
Der Bundesrechnungshof moniert, dass die Finanzbeamten die Flut von Steuergesetzen nicht mehr umsetzen können. » (HB) Die Anteilseigner der HSH Nordbank haben mehrheitlich einer Erhöhung des Grundkapitals um 500 Millionen Euro zugestimmt. » (Manager Magazin) Die Schweizer Bankiervereinigung muss in ihrem 100. Jahr abspecken, Kosteneinsparungen werden geprüft. » (Handelszeitung) Der weltgrößte börsennotierte Hedge-Fonds Man Group leidet unter dem Kapital-Exodus und tritt stärker auf die Kostenbremse. » (Manager Magazin) Nach der Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Vorstand der HSH Nordbank prüft nun auch die Bank selbst, ob sie rechtliche Schritte gegen die Mitglieder ihres Führungsgremiums von 2007 einleitet. » (HB)
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Alien-Ellenbogen und Schlangenmenschen
Der » Blog Photoshop Disasters hat die schlimmsten Patzer 2011 gekürt und dabei vor allem verpfuschte Werbeanzeigen gesammelt. Manche Menschen sehen nach der digitalen Bearbeitung einfach schöner aus.
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: IWF fordert: Rettet Europa!
Politik: Sarkozy schminkt Frankreich ab
Unternehmen: Der größte Laden der Welt
Finanzen: Investmentbanken in der Krise
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Jagd auf Insider
Anthony Chiasson, Mitbegründer des US-Hedge-Fonds Level Global Investors, ist mit drei weiteren Personen wegen des Verdachts auf Insiderhandel festgenommen worden. Inhaftiert wurden auch Todd Newman von Diamond Capital Management und Jon Horvath von Sigma Capital. In dem größten Hedge-Fonds-Skandal an der Wall Street seit 30 Jahren hatte ein New Yorker Bezirksgericht im vergangenen Jahr bereits Hedge-Fonds-Manager Raj Rajaratnam zu elf Jahren Haft verurteilt.
» Handelsblatt » Financial Times » New York Times » Economist
Wulffs große Offenheit
Der Bundespräsident hat sechs Wochen nach Beginn seiner Kredit- und Medienaffäre jetzt Fragen von Journalisten und Antworten seiner Anwälte darauf dokumentiert. 240 Seiten E-Mail-Verkehr wurden ins Netz gestellt. Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart teilte unterdessen mit, wegen des umstrittenen Hauskredits der BW-Bank für Christian Wulff keine Ermittlungen einzuleiten. Aber es gibt neue Vorwürfe. Der » Spiegel kritisiert die "Salami-Taktik" der Bild-Zeitung, die nur teilweise gegenüber der taz die eigene Rolle in der Affäre um den Bundespräsidenten enthülle. "Kai Diekmann spielt nicht mit offenen Karten. Er hat im Schlagabtausch mit der ,taz' nur gespielt, mit offenen Karten zu spielen." Und die » Titanic persifliert die Enthüllungs-Maschinerie der Medien: Wulff soll den Hamster seiner Kinder mit Gras aus dem Bellevue-Garten gefüttert haben, obwohl das Anwesen nur für Dienstzwecke zur Verfügung stehe.
Weitere Links: » Wulff-Dokumente » Handelsblatt » Süddeutsche Zeitung » Spiegel
Tobin à la Berlin
Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister (CDU), lässt in seinem Haus bereits intensiv die mögliche Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer auf Aktienumsätze und Devisentransaktionen erarbeiten. Mit Frankreich gebe es eine Arbeitsgruppe auf Beamtenebene, die sich regelmäßig berate, erfuhr das » Handelsblatt aus dem Ministerium.
Gezerre um EZB-Posten
Antonio Sainz de Vicuna, Leiter der EZB-Rechtsabteilung, soll Spanien künftig im Vorstand der Notenbank vertreten. Im Mai scheidet Jose Manuel Gonzalez-Paramo aus dem EZB-Direktorium aus, und Madrid will den Posten erneut mit einem Landsmann besetzen. Stößt aber möglicherweise auf Widerstand der Niederlande (die Ex-Notenbanker Lex Hoogduin entsenden wollen), Finnlands (Kandidat: Notenbankchef Erkki Liikanen) und Luxemburgs (Yves Mersch).
» Manager Magazin
Mit der Schoko-Pistole in die Bank
Peter Grottian, Berliner Politik-Professor, ist vom Amtsgericht Lindau vom Vorwurf freigesprochen worden, in einer Vorlesung öffentlich zum Hausfriedensbruch bei der Deutschen Bank aufgerufen zu haben. Der 69-Jährige soll in einem Vortrag zur Finanzkrise empfohlen haben, Filialen der Frankfurter mit Schokoladen-Pistolen zu stürmen. "Das war ja Groteske. Nicht die Verursacher der Krise saßen auf der Strafbank, sondern ein Bankenkritiker", schimpft Grottian in der » Süddeutschen Zeitung.
Revirement bei Rating-Riesen
Stephen Joynt, CEO der Fitch Group, verabschiedet sich vom Amt und agiert künftig als Berater, bleibt aber im Board. Sein Nachfolger wird zum April 2012 Paul Taylor, President bei Fitch Ratings seit Januar 2010, meldet » Bloomberg.
Privatbanker will wachsen
Boris Collardi, Chef der Schweizer Privatbank Julius Bär, plant auch nach der gescheiterten Fusion mit der Bank Sarasin 2011 weiterhin die Expansion: In Finanz und Wirtschaft erklärt der Bankchef, er sehe zwar keine größeren Zukaufsmöglichkeiten, es gebe dennoch Chancen für Akquisitionen, darunter Banken und Finanzdienstleister in Wachstumsmärkten oder Schweizer Filialen von finanziell unter Druck stehenden internationalen Banken.
» Finanz und Wirtschaft (kostenpflichtig)
Stippvisite bei Edel-Bank
Beat Näf hat nach nur zwei Monaten im Amt als Kundenberater für sehr vermögende Privatkunden (über 25 Millionen Franken) die Rothschild Bank wieder verlassen. » Finenews vermutet, der Private-Equity- und Investment-Spezialist habe sich als Kundenberater im klassischen Private Banking schwer getan.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Schluss mit wurstig
1400 Posts und 15.000 Kommentare hat ING-Diba geduldet, jetzt ist Schluss. Die Direktbank hat am Dienstag dieser Woche die auf der eigenen Facebook-Seite geführte Diskussion über Für und Wider von Fleischverzehr gestoppt. Auslöser war ein neuer Werbespot mit Dirk Nowitzki, in dem der Basketballer in einer Metzgerei eine Wurstscheibe isst. "Um den Anliegen unserer Kunden und Interessenten wieder mehr Raum zu geben, werden wir nun neue Posts zu den genannten Themen von der Pinnwand entfernen." Das Ende des "Shitstorms" wurde von vielen Kommentatoren auf der FB-Seite gelobt, berichtet » W&V.