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EHEC-Epidemie: Erste Kritik an Gesundheitsbehörden
Rund einen Monat nach dem Ausbruch der Epidemie mit gefährlichen EHEC-Darmbakterien regt
sich erste Kritik am Krisenmanagement der deutschen Gesundheitsbehörden. Der Ärztliche
Direktor der Berliner Charite, Ulrich Frei, sagte dem "Tagesspiegel", er sei beunruhigt, dass es
noch immer keinen Hinweise auf die Erregerquelle gebe. Sein Krankenhaus habe erst in dieser
Woche Patienten-Fragebögen erhalten. Auch die Informationspolitik sei nicht ausreichend, sagte er.
Bei der Suche nach dem Ursprung der teils lebensgefährlichen Darminfektionen untersuchen die
Behörden auch Hinweise auf ein Restaurant in Lübeck. Insgesamt 17 Menschen waren nach einem
dortigen Besuch erkrankt. Spekulationen, der Ausbruch der Epidemie habe vielleicht mit dem
Hamburger Hafengeburtstag Anfang Mai zu tun, wiesen die Behörden zurück. Bislang sind in
Deutschland mehr als 1700 EHEC-Infektionen registriert. 18 Patienten verstarben.
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Merkel verteidigt Abschiebung tunesischer Flüchtlinge
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Abschiebungen wegen der Flüchtlingswelle aus
Nordafrika verteidigt. Deutschland nehme aus humanitären Gründen politisch verfolgte
Menschen auf, etwa aus Syrien, Libyen und dem Jemen, sagte die CDU-Chefin auf dem
Evangelischen Kirchentag in Dresden. Aber die tunesische Bevölkerung habe die Diktatur
beseitigt. Diese Menschen kämen aus wirtschaftlichen Gründen. Zugleich äußerte sie
indirekte Kritik an EU-Staaten, die wegen der befürchteten Flüchtlingswelle den freien
Grenzverkehr einschränkten. In der Fischereipolitik sei die Europäische Union dagegen kein
Vorbild, sagte Merkel mit Blick auf den von afrikanischen Staaten und Umweltorganisationen
kritisierten Fischfang vor der afrikanischen Küste. Es gebe auch das Problem des illegalen
Fischens durch europäische Schiffe.
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Gates verabschiedet sich von US-Soldaten in Afghanistan
US-Verteidigungsminister Robert Gates hat bei seinem Abschiedsbesuch in Afghanistan verstärkte
eigene Anstrengungen der dortigen Regierung angemahnt. Das Engagement der internationalen
Gemeinschaft stehe nicht in Frage, sei aber begrenzt, sowohl zeitlich als auch bei den Mitteln und
Kosten, hob Gates bei einer Pressekonferenz mit Präsident Hamid Karsai in Kabul hervor. Bei
seinem letzten Besuch an der Front in Afghanistan will sich der Pentagon-Chef von den
zehntausenden US-Soldaten verabschieden. Der bevorstehende Amtswechsel im
Verteidigungsressort von Gates auf den bisherigen CIA-Chef Leon Panetta ist begleitet von
zunehmenden Forderungen aus dem Washingtoner Kongress, wegen der hohen Kosten den
Truppenrückzug zu beschleunigen.
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Tod von Extremistenführer Kashmiri in Pakistan bestätigt
Ein als möglicher Nachfolger von Osama bin Laden eingestufter Al-Kaida-Terrorist ist in Pakistan
bei einem amerikanischen Drohnen-Angriff getötet worden. Der Tod von Mohammad Ilyas Kashmiri
wurde auch von dessen islamistischer Rebellengruppe und von pakistanischen Geheimdienstlern
bestätigt. Kashmiri stand seit August 2010 auf der UN-Liste der meistgesuchten Extremisten. Nach
unbestätigten Berichten soll sich der 47-jährige in einem Dorf im Stammesgebiet Süd-Waziristan
aufgehalten haben, auf das mehrere Raketen abgefeuert wurden. Bei dem Angriff nahe der Grenze
zu Afghanistan seien bereits am Freitag auch acht Mitkämpfer getötet worden, hieß es aus
Militärkreisen. --- Nachdem Al-Kaida-Führer Bin Laden Anfang Mai in Pakistan von US-Militärs
erschossen worden war, soll Kashmiri neu in den obersten Führungsrat der Al-Kaida berufen
worden sein.
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Ägyptens Ex-Finanzminister zu 30 Jahren Haft verurteilt
Ägyptens früherer Finanzminister Jussuf Butros-Ghali ist in Abwesenheit zu 30 Jahren Haft
verurteilt worden. Bei dem Prozess in Kairo wurden ihm Korruption und Veruntreuung öffentlicher
Gelder vorgeworfen. Der Neffe des früheren UN-Generalsekretärs Butros Butros-Ghali hatte von
2004 bis 2011 als Finanzminister amtiert und sich kurz vor dem Sturz von Präsident Husni
Mubarak aus dem Land abgesetzt. Er wird von Interpol gesucht.
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Blutvergießen in Syrien geht weiter - aber auch die Proteste
Mit mehr als 100.000 Teilnehmern hat sich der Trauerzug im
syrischen Hama zu einer weiteren,
großen Protestdemonstration gegen das Regime des Präsidenten Baschar
al-Assad entwickelt.
Bei den Massenkundgebungen seit Freitag sind nach Angaben von
Menschenrechtsgruppen mehr
als 90 Menschen getötet worden, allein in Hama mindestens 83. Auch am
Samstag sollen dort
wieder Heckenschützen in eine Gruppe von Demonstranten gefeuert haben.
Eine unabhängige
Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich. Nach Berichten des
arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira hat die Führung in Damaskus
inzwischen in vielen Landesteilen die
Internetverbindungen unterbrochen. Die Opposition solle daran gehindert
werden, sich über soziale
Netzwerke zu organisieren oder Aufnahmen von Opfern ins Ausland zu
senden. - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach in New York von mehr als
1000 Menschen, die bei den
Protesten in Syrien seit Mitte März getötet worden seien.
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Deutschland schließt Botschaft im Jemen
Wegen der eskalierenden Gewalt im Jemen zieht Deutschland seine Diplomaten aus dem Land ab.
Die Botschaft in der Hauptstadt Sanaa werde vorübergehend geschlossen, kündigte
Bundesaußenminister Guido Westerwelle an. Im Jemen hatte zuletzt nur noch eine kleine Gruppe
von Botschaftsmitarbeitern gearbeitet. Insgesamt halten sich etwa 30 Bundesbürger in dem
ärmsten Land der arabischen Halbinsel auf. Diese sollten den Jemen so rasch wie möglich
verlassen, so Westerwelle weiter. Zudem forderte er Präsident Ali Abdullah Saleh erneut auf
zurückzutreten. - Mit einem Angriff auf den Präsidentenpalast hatten die Auseinandersetzungen am
Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht. Saleh und mehrere Regierungsvertreter waren verletzt
worden. Für die Tat machte Jemens Führung den Haschid-Stamm von Scheich Sadek al Ahmar
verantwortlich. Dessen Kämpfer liefern sich seit Tagen Gefechte mit Regierungstruppen. Dabei
wurden mindestens 60 Menschen getötet. Tausende fliehen aus der Hauptstadt.
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Putin verspricht Weißrussland Milliarden-Hilfe
Das autoritär geführte Weißrussland erhält zur Abwendung eines Staatsbankrotts von Russland
und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken drei Milliarden US-Dollar, umgerechnet zwei Milliarden
Euro. Die Hilfe werde in Raten über die nächsten drei Jahre ausgezahlt, ließ der russische
Regierungschef Wladimir Putin in Moskau mitteilen. Die Entscheidung für den von Weißrussland
dringend benötigten Kredit hätten die Finanzminister der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft
EAEC getroffen. Das Geld kommt von einer gemeinsamen Bank dieser Staaten. Als Gegenleistung
wird von der Regierung in Minsk vor allem die Privatisierung der Staatsbetriebe gefordert. - Das seit
mehr als 16 Jahren von Präsident Alexander Lukaschenko mit harter Hand geführte Land hatte sich
in den vergangenen Tagen auch an den Internationalen Währungsfonds (IWF) gewandt. Der
Finanzbedarf wurde mit bis zu acht Milliarden Dollar angegeben.
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Papst zu Besuch in Kroatien
Zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs in Kroatien hat Papst Benedikt
XVI. die christliche Tradition des katholischen Balkanlandes gewürdigt. Das
Christentum habe jahrhundertelang die Identität der Kroaten geprägt, die
damit auch eine beispielhafte Rolle in der Europäischen Union spielen
könnten, sagte der Papst in Zagreb. Staatsoberhaupt Ivo Josipovic und
Ministerpräsidentin Jadranka Kosor dankten für die wichtige Rolle des
Vatikans bei der frühen diplomatischen Anerkennung ihres Landes vor 20
Jahren. Bei einem Empfang für 700 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft im Nationaltheater rief das Kirchenoberhaupt dazu auf, sich
wieder stärker auf das Gewissen und die Gewissensfreiheit zu besinnen. Nur
so könne "die Krise des Westens" überwunden werden. - Höhepunkt des
Papst-Besuchs ist am Sonntag eine Messe auf der Pferderennbahn der
kroatischen Hauptstadt, wozu hunderttausende Gläubige erwartet werden,
auch aus den Nachbarländern.
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Vorsichtiges Oppositions-Echo auf stufenweisen Atomausstieg
Die
Pläne der Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP für einen
stufenweisen Ausstieg
aus der Atomenergie stoßen bei der Opposition auf ein geteiltes Echo.
Grünen-Fraktionschef
Jürgen Trittin zeigte sich zurückhaltend und sagte, ob das geänderte
Paket
parteiübergreifende Zustimmung finde, hänge von den endgültigen
Gesetzentwürfen ab. Die
Kanzlerin habe letztlich dem Druck der Grünen nachgeben müssen. Der
Parlamentarische
Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, sieht
dagegen Chancen
für einen so genannten Energiekonsens. Durch die schrittweise
Abschaltung der Kernkraft-Meiler werde der Atomausstieg faktisch
unumkehrbar. Sein Parteifreund Ulrich Kelber regte
dafür zusätzlich einen Staatsvertrag oder eine Grundgesetzänderung an.
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Goldener Löwe für Schlingensief-Pavillon in Venedig
Der Deutsche Pavillon und damit auch der gestorbene deutsche
Künstler Christoph Schlingensief
haben bei der 54. Kunstbiennale von Venedig den Goldenen Löwen gewonnen.
Der Preis für den
besten nationalen Beitrag wurde bei der offiziellen Eröffnung der
Kunstausstellung verliehen. Der
Theater-, Opern- und Filmregisseur war mit der Gestaltung des Pavillons
beauftragt worden, aber
im vergangenen August im Alter von 49 Jahren an Krebs gestorben. Die
Kuratorin Susanne
Gaensheimer hatte die Aufgabe übernommen, Schlingensiefs Projekte in
Venedig zu präsentieren.
--- Insgesamt stritten in diesem Jahr 89 Länder aus aller Welt um den
"Löwen" für den besten
Pavillon, mehr als je zuvor. Die Kunstbiennale steht unter dem Motto
"ILLUMInazione-ILLUMInations" und geht noch bis zum 27. November.
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Chinesin Li Na gewinnt als erste Asiatin Tennis-Grand-Slam
ZUM TENNIS: Die 29jährige Chinesin Li Na hat als erste Asiatin ein Grand-Slam-Turnier gewonnen.
Im Finale der French Open in Paris setzte sie sich mit 6:4 und 7:6 gegen die italienische
Titelverteidigerin Francesca Schiavone durch. --- Bei den Australian Open in Melbourne hatte sich
Li noch der Belgierin Kim Clijsters geschlagen geben müssen.
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Das Wetter am Sonntag: schwül und gewittrig
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nachts von Südwesten weitere
Gewitter. Im Norden und Osten trocken. Die Tiefstwerte liegen zwischen 18
und acht Grad.
DIE AUSSICHTEN FÜR SONNTAG: An der Küste und nordöstlich der Elbe
heiter. Sonst nach Aufheiterung teils kräftige Schauer oder Gewitter. Maximal
24 bis 31 Grad.
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