Roberto Abraham Scaruffi

Thursday, 24 May 2012


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Griechenland: Wird Plan B real?
Der gestrige EU-Gipfel hat keine neuen Lösungen der EU-Schuldenkrise offenbart. Entscheidungen wurden nicht getroffen, der Streit über Euro-Bonds wurde vertagt (» Handelsblatt ). Währenddessen rückt der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone offenbar näher: EZB und Bundesbank richten Krisenstäbe ein. Die Regierungen arbeiten an nationalen Notfallplänen. Und die Bundesbank nenne die Folgen beherrschbar, berichten das » Handelsblatt und die » Financial Times Deutschland Weiteres Krisen-Signal: Der ehemalige Athener Ministerpräsident Lucas Papademos erklärte im Gespräch mit » Dow Jones Newswires , dass die Gefahr eines Austritts seines Landes aus dem Währungsgebiet real sei; Vorbereitungen zur Eindämmung der Konsequenzen eines solchen Schritts würden bereits getroffen. Das Echo in der deutschen Bevölkerung wäre eindeutig: Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der » Zeit sind die Deutschen mehrheitlich dafür, dass Hellas die Währungsunion verlässt. Zu lange hätten die Beteiligten vor einer einfachen Weisheit die Augen verschlossen, kommentiert das » Handelsblatt "Man kann nur dem helfen, der sich auch helfen lassen will. Wer die rettende Hand wegschlägt, muss halt selber aus dem Abgrund nach oben klettern." Ein Exit Griechenlands würde das größte Problem der Eurozone lösen, versichert » Bloomberg Die verbleibenden 16 Mitglieder könnten fortan wieder als Einheit auftreten.
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NEWS
Gegenwind aus eigenen Reihen
In der Euro-Krise gerät Angela Merkel zunehmend unter Druck. Rund ein Dutzend Koalitionspolitiker, darunter Klaus-Peter Willsch (CDU) und Frank Schäffler (FDP), unterstützt vom Bund der Steuerzahler und Wirtschaftsverbänden, trägt ihren Kurs nicht mehr mit. Der Widerstand richtet sich vor allem gegen den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM (» Handelsblatt » Video der Anti-ESM-Allianz ). Die ESM-Abstimmung werde die erste Bewährungsprobe seines neuen parlamentarischen Geschäftsführers der Unions-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, schreibt die » Frankfurter Rundschau
Zweifel an Rettungsfonds
Ein Gutachten der Unternehmensberatung A.T. Kearney zum Euro-Rettungsfonds ESM stellt infrage, ob der bis zu 500 Milliarden Euro schwere Fonds dauerhaft mit nur 75 Mitarbeitern geführt werden kann. Die ESM-Bilanz werde um die Hälfte größer sein als die der weltgrößten Staatsfonds von Norwegen und Abu Dhabi, aber nur über einen Bruchteil ihrer Mitarbeiter verfügen, zitiert » Reuters aus dem Gutachten.
Kommt Facebook-IPO vor den Kadi?
Nach holprigen drei Tagen auf dem Börsen-Parkett hat sich die Facebook-Aktie gestern erholt, meldet die » New York Times Das » Wall Street Journal berichtet, dass Morgan Stanley und andere Banken durch die Stabilisierung der Aktie seit Freitag rund 100 Millionen Dollar kassiert haben. Außerdem meldet das » Wall Street Journal , dass Facebook-Investoren eine Zivilklage auf den Weg gebracht haben. Vorwurf: Institutionelle Investoren wollten mit dem Milliarden-Deal auf Kosten der kleinen Anleger mächtig verdienen und hätten diese über die wahren Aussichten von Facebook im Dunkeln gelassen.
Außerdem versucht die New York Stock Exchange nach Informationen der Nachrichtenagentur» Reuters , dem Rivalen Nasdaq das Listing der Facebook-Aktie streitig zu machen.
Banken buhlen um Schweizer Schwarzgeld
Die » Handelszeitung will Deutschlands Doppelmoral in Bezug auf Steuerhinterziehung entlarven. Während Behörden mittlerweile alle Register zögen, herrsche bei Banken ein "leichtsinniger" Umgang mit unversteuerten Geldern. Bei einem Test hätten alle besuchten Filialen - u.a. Commerzbank, Hypovereinsbank, Sparkasse und Volksbank - beim Schwarzgeld keinerlei Vorbehalte geäußert.
Anleger beschenken Deutschland
Bei der jüngsten Auktion von Bundesschatzanweisungen hat die Finanzagentur langfristigen Kreditgebern erstmals keinen Zins bezahlen müssen (» Wall Street Journal Deutschland » Spiegel ). Dies sei wunderbar für den deutschen Staatssäckel, aber katastrophal für die Euro-Zone, kommentiert die » Süddeutsche Zeitung "Die europäische Finanzwirtschaft spielt verrückt, sie ist traumatisiert und durchsetzt von tiefem Misstrauen." Dass sich Deutschland mit Händen und Füßen gegen Eurobonds wehre, sei kein Wunder, schreibt der » Standard Mit gemeinschaftlichen Euro-Anleihen wäre die Zeit des Nullzinses vorbei, für Deutschland und für die Eurozone sowieso.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Mit neun Milliarden Euro aus öffentlichen Geldern will die spanische Regierung das verstaatlichte Finanzinstitut Bankia stützen » HB Für die Commerzbank-Aktionäre ist weiterhin keine Dividende in Sicht, entsprechend heftig war der Ärger, der sich auf der Hauptversammlung entlud » Manager Magazin Die Deutsche Schiffsbank ist als eigene Marke Geschichte, die Commerzbank hat die Komplettübernahme jetzt unter Dach und Fach gebracht » HB Die Vienna Insurance Group ist dank des starken Osteuropa-Geschäfts erfolgreich ins neue Jahr gestartet » WSJ D Die Deutschen sind der Meinung, dass die Bankvorstände hierzulande zu viel verdienen » HB Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat ihre angekündigte Schadenersatzklage gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim und ihren ehemaligen Vermögensberater Josef Esch beim Landgericht Köln eingereicht » Kölnische Rundschau Die DZ Bank bleibt wegen der Euro-Schuldenkrise trotz eines guten ersten Quartals vorsichtig » HB Die UBS legt die Back-Offices von Vermögensverwaltung und Investmentbanking zusammen » Handelszeitung Die BayernLB verklagt wegen Verlusten mit verbrieften Häuserkrediten auch die Bank of America » HB
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Zuckerberg will Griechenland kaufen
Der Facebook-Börsengang musste einfach in die Binsen gehen. Der US-Komiker Andy Borowitz veröffentlichte in seinem » Blog am Tag vor dem historischen Ereignis einen imaginären "Brief von Mark Zuckerberg". Darin heißt es: "Lieber potenzieller Investor! Seit Jahren hast Du Deine Zeit auf Facebook verschwendet. Jetzt kommt Deine Chance, auch noch Dein Geld darauf zu verschwenden." Zuckerberg verrät in dem Brief außerdem, was er mit seinen Milliarden vorhat: Griechenland kaufen. Doch dann blieben immer noch 18 Milliarden Dollar übrig.
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: EU erstellt Notfallpläne
Politik: Schuldenbremse wird fest angezogen
Unternehmen: Wütende Aktionäre kritisieren Koch
Finanzen: Morgan Stanley in Erklärungsnot
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Achtung Euro-Explosion
Larry Fink, Blackrock-CEO, warnt vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone, das wahrscheinlich "mit unglaublichen sozialen Spannungen und politischen Unsicherheiten" einher gehe. "Dieser Ausblick ist so schrecklich, dass wir alles tun müssen, um den Euro zu retten", sagt der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters im Interview mit dem » Manager Magazin Entscheidend sei die Europäische Zentralbank.
Was der Euro-Zone noch blüht
Philippe Aghion, Berater des französischen Präsidenten François Hollande, regt einen Schuldenschnitt auch in Spanien und Portugal an. Ohne diesen sei die Euro-Krise nicht zu bewältigen. Auch für Griechenlands Gläubiger werde ein weiterer Verzicht auf ihre Forderungen nötig, versichert der Franzose im Interview mit der » Zeit
Bankensturm befürchtet
Jose Antonio Alvarez, Finanzchef bei der marktführenden spanischen Banco Santander SA, rechnet ausdrücklich nicht mit einem massenhaften Abzug von Geldern bei Bankguthaben in Spanien. Die Banken arbeiteten mit Kapital- und Liquiditätspuffern, um sich gegen "außergewöhnliche Ereignisse" abzusichern (» Handelsblatt ) UBS-Ökonom Stephane Deo gibt keine Entwarnung: Die "wahre Besorgnis" nach einem Austritt von Griechenland aus der Eurozone sei der Sturm auf die Banken, dann sei jedes Eingreifen der Europäischen Zentralbank "unzureichend", zitiert » Cash den Ökonom.
Der Milliarden-Mann
Bernhard Mertens, Treuhänder im Auftrag der Bafin, kontrolliert die 145 Milliarden Euro, die in den Tresoren der Allianz lagern. Der 66-Jährige überwacht jeden Titel, den der Versicherer hier verstauen will - kein Allianz-Mitarbeiter kann den Tresor ohne ihn betreten, berichtet das » Handelsblatt
Ackermanns Nummer eins
Stefan Baron, 16 Jahre lang Chefredakteur der Wirtschaftswoche und die letzten fünf Jahre Sprecher der Deutschen Bank, verlässt die Bank zeitgleich mit Josef Ackermann. Sein größtes Verdienst nach Einschätzung der » Süddeutschen Zeitung : Er habe das Image von Ackermann radikal verbessert - vom fiesen Josef "Victory" Ackermann zu Deutschlands "edlem Nothelfer".
Neuer Chefkontrolleur tritt an
Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, ist vom Aufsichtsrat zum Chefkontrolleur der österreichischen Raiffeisen Zentralbank gewählt worden. Er folgt Christian Konrad, der das Amt 22 Jahre lang innehatte, meldet das » Wirtschaftsblatt
Geschäfte mit Geschmäckle
Dominique Morax, Ex-Swiss-Life-Finanzchef, ist zu einer Millionenstrafe verurteilt worden. Das Zürcher Obergericht senkte die Freiheitsstrafe gegenüber der Vorinstanz von 30 auf 22 Monate, meldet die » Handelszeitung Morax soll sich und Mitglieder der Konzernleitung ungerechtfertigt bereichert haben.
Ausbau des Firmenkundengeschäfts
Daniel von Heyl wechselt von der Bank of America Merrill Lynch zu BNP Paribas und wird hierzulande ab Juli das Geschäft mit Großkunden verantworten. Der 45-Jährige war bei dem US-Institut zuletzt vor allem für die europäische Chemiebranche zuständig, meldet das » Handelsblatt
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Die freizügige Bankerin ist zurück
Debrahlee Lorenzana, Ex-Citigroup-Bankerin, die nach eigenen Angaben gefeuert wurde, weil sie "zu sexy" aussehe, meldet sich nach einem Bericht der » New York Daily News zurück: Edel-Anwältin Gloria Allred, zu deren Mandanten angeblich auch Tiger Woods gehört, habe sie fallen lassen, nachdem das Interesse der Medien an ihrem Fall erlahmt sei. Allred erkläre, man habe Hunderte Stunden für Lorenzanas Belange gekämpft. Der früheren Bankerin wurde 2010 vorgeworfen, gegenüber ihren Kollegen so freizügig aufgetreten zu sein, dass diese von der Arbeit abgehalten wurden.