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Nach Erdbeben: Gefahr einer Strahlenkatastrophe nicht gebannt
TOKIO: Nach dem Großbeben in Japan ist die Gefahr einer nuklearen Katastrophe noch nicht
gebannt. Nachdem eine starke Explosion Teile des Atomkraftwerks in Fukushima zerstörte,
kämpfen Rettungskräfte gegen eine Kernschmelze. Das ganze Ausmaß des Unfalls, bei dem vier
Arbeiter verletzt wurden, ist unklar. Betreibergesellschaft und Regierung erklärten, die stählerne
Sicherheitshülle des Reaktors sei intakt. Dennoch wird die Bevölkerung mit Jodtabletten versorgt,
um sie vor radioaktiver Strahlung zu schützen. Die Evakuierung der Landstriche rund um die
Anlage bezeichnete ein Regierungssprecher als reine Vorsichtsmaßnahme. - Die japanische
Atomaufsicht ordnete die Explosion in Fukushima inzwischen in die Kategorie Nummer vier der
internationalen Störfallskala ein. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz erläuterte, es sei
demnach zu einer geringen Freisetzung von radioaktivem Material gekommen und am Reaktorkern
seien "begrenzte Schäden" aufgetreten. Der katastrophale Atomunfall von Tschernobyl war Stufe
sieben.
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Zahl der Opfer nach Erdbeben in Japan noch nicht abzusehen
SENDAI: Am Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Japan gelten allein in der schwer
betroffenen Provinz Miyagi rund 10.000 Menschen als vermisst. Im ganzen Land sind bisher
mehrere hundert Tote geborgen worden. Zahlreiche Verkehrsverbindungen im Nordosten Japans
sind durch den schweren Erdstoß und den anschließenden Tsunami vom Freitag zerstört worden,
tausende Häuser sind vernichtet, Industrieanlagen brennen. Die Flutwelle hatte bis weit ins
Landesinnere Schiffe, Autos, Häuser und Menschen mitgerissen. Etwa 210.000 Menschen verloren
ihr Zuhause. - In weiten Teilen Japans bebte die Erde auch am Samstag. Derweil haben erste
Aufräumarbeiten begonnen. Wann die verwüsteten Gebiete wieder zur Normalität zurückkehren
können, ist noch nicht abzuschätzen. Regierungschef Naoto Kan rief seine Bürger auf, das
beispiellose Desaster gemeinsam zu überwinden.
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THW hilft in Japan - Merkel will Überprüfung deutscher Atomkraftwerke
BERLIN / TOKIO: In den japanischen Katastrophengebieten bereitet neben Bergungskräften aus
aller Welt auch das deutsche Technische Hilfswerk seinen Einsatz vor. Ein 40-köpfiges Team soll
mit Ortungs- und Bergungsgerät sowie drei Spürhunden bei der Suche nach Verschütteten helfen.
In Berlin kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel an, sie werde wegen der Atomkatastrophe in
Japan die deutschen Kernkraftwerke überprüfen lassen. Dies werde gemeinsam mit den
zuständigen Länderministern geschehen. Die Geschehnisse in Japan seien ein Einschnitt für die
Welt. Der Sicherheit der Bevölkerung müsse sich alles andere unterordnen, sagte Merkel.
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Großdemonstration gegen Atomkraft in Baden-Württemberg
STUTTGART: In Baden-Württemberg haben mehrere zehntausend Menschen für einen Ausstieg
aus der Atomenergie demonstriert. Sie bildeten zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und
Stuttgart eine 45 Kilometer lange Menschenkette. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich
etwa 60.000 Menschen.
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Arabische Liga ruft zu Flugverbotszone über Libyen auf
KAIRO: Die Arabische Liga hat den UN-Sicherheitsrat aufgerufen, ein Flugverbot über Teilen
Libyens zu verhängen. Die Vereinten Nationen sollten ihre Verantwortung wahrnehmen und eine
Flugverbotszone einrichten, heißt es in einer Stellungnahme, die nach dem Treffen der arabischen
Außenminister in Kairo veröffentlicht wurde. Die Liga kann eine solche Zone nicht beschließen. Ihre
Zustimmung gilt aber als Voraussetzung für eine Initiative im UN-Sicherheitsrat. Aus
Delegationskreisen heißt es, lediglich die Vertreter Syriens und Algeriens hätten sich dem Aufruf
nicht angeschlossen. Die Arabische Liga, der 22 Staaten aus Nordafrika und Vorderasien
angehören, beschloss außerdem, Kontakt mit der politischen Vertretung der Aufständischen in
Libyen aufzunehmen. Eine Delegation des Regimes von Muammar al-Gaddafi durfte an dem
Treffen nicht teilnehmen. - In Libyen gewinnen inzwischen die Gaddafi-Truppen zunehmend die
Oberhand.
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EU will Demokratie in Nordafrika wirtschaftlich fördern
GÖDÖLLÖ: Die Europäische Union will den demokratischen Wandel in
Nordafrika durch eine
stärkere Wirtschaftsförderung unterstützen. Zudem wolle man auch den
politischen Dialog mit den
Führern der arabischen Länder intensivieren, sagte die
EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bei
einem informellen Außenminister-Treffen der Gemeinschaft im ungarischen
Gödöllö.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle fügte hinzu, Demokratie und
Freiheit müssten für die
Menschen in Nordafrika auch "eine Verbesserung der Lebensverhältnisse
bedeuten". Er habe zur
wirtschaftlichen Unterstützung der Region einen "Nord-Süd-Pakt"
vorgeschlagen, sagte der FDP-Politiker. - Die EU-Außenbeauftragte will
am Sonntag in Kairo mit dem Generalsekretär der
Arabischen Liga, Amr Mussa, über weitere Schritte in der Libyen-Krise
beraten. Alle Optionen,
einschließlich Sanktionen, müssten "vorsichtig geplant" und auf
Effizienz geprüft werden, sagte
Ashton in Gödöllö.
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Prominenter Regierungsgegner in Kuba freigekommen
HAVANNA: Nach jahrelanger Haft hat die kubanische Regierung den
prominenten Dissidenten Oscar Elías Biscet freigelassen. Der 49-jährige
Arzt erklärte anschließend, er wolle weiter für die Achtung der
Menschenrechte sowie die Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen. Biscet
gehört zu einer Gruppe von 52 Regierungsgegnern, die im Zuge eines
Abkommens zwischen Staatschef Raúl Castro und der katholischen Kirche
freikommen sollen. Von dieser Gruppe sind nun noch drei Aktivisten
inhaftiert.
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Justizministerin warnt vor NPD
BIELEFELD: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat zu mehr
Zivilcourage bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus aufgerufen. Bei einer Veranstaltung in
Minden im Rahmen der christlich-jüdischen "Woche der Brüderlichkeit" sagte die Ministerin, in
Deutschland gebe es nach wie vor die Gefahr, dass neonazistische Agitation in gewissen Kreisen
"auf fruchtbaren Boden" falle. Einer Verschärfung der Gesetzgebung zur Versammlungsfreiheit
oder einem neuerlichen Verbotsantrag gegen die NPD erteilte Leutheusser-Schnarrenberger aber
eine Absage. Man sei gut beraten, der Partei nicht noch einmal einen Erfolg zu ermöglichen, falls
ein solcher Antrag erneut vor dem Bundesverfassungsgericht scheitere.
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Schützenfest für München gegen Hamburg
ZUM SPORT: In der ersten Fußball-Bundesliga ist München der Qualifikation für die Champions
League wieder einen Schritt näher gekommen. Der Titelverteidiger feierte ein 6:0 gegen Hamburg.
Spitzenreiter Dortmund kassierte mit einem 0:1 in Hoffenheim seine erste Rückrunden-Niederlage.
Die weiteren Ergebnisse vom Samstag:
Schalke – Frankfurt 2:1;
Wolfsburg – Nürnberg 1:2 und
Kaiserslautern – Freiburg 2:1.
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Biathlon: Neuner gewinnt neuntes WM-Gold im Massenstart
ZUM WINTERSPORT: Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner hat ihr neuntes WM-Gold
gewonnen und ist damit die erfolgreichste deutsche Biathletin bei Weltmeisterschaften aller Zeiten.
Die 24-Jährige aus Wallgau siegte im Massenstart über 12,5 Kilometer bei der Biathlon-WM im
russischen Chanty-Mansijsk. Silber ging an Weißrussland, Bronze an Norwegen.
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Das Wetter am Sonntag: Teils wolkig - teils heiter
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nacht ziehen Wolken auf, im äußersten Westen regnet
es etwas. Im Osten bleibt es zum Teil noch klar. Tiefstwerte zwischen plus sechs und minus ein
Grad Celsius.
Die Vorhersage für Sonntag: In der Westhälfte wolkig, örtlich Regen. Im Osten meist noch heiter.
Die Temperaturen steigen auf 12 bis 18 Grad.
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