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Zweite Explosion in Fukushima I
TOKIO: In der von dem Erdbeben beschädigten Atomanlage Fukushima I hat es eine weitere
Explosion gegeben. Nach Angaben der Regierung hatte sich im Reaktorblock 3 Wasserstoff
angesammelt. Bei der Explosion wurden danach die Außenwände zerstört, die Stahlhülle des
Reaktors blieb aber intakt. Bereits am Samstag hatte eine Wasserstoffexplosion die Betonhülle im
Reaktorblock 1 zerstört. Unterdessen brach auch im zweiten Reaktorblock das Kühlsystem
zusammen. Dies könne zu einer Überhitzung und damit zu einer weiteren Explosion führen, sagte
ein Sprecher der Betreiberfirma. Seit dem Beben der Stärke 9 am Freitag hatte es die gleichen
Probleme auch in den Blöcken 1 und 3 gegeben. Die Betreiber pumpten Meerwasser in die
Reaktoren, um eine Überhitzung und eine Kernschmelze zu verhindern.
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Zahl der Erdbebenopfer steigt
TOKIO: Ein Nachbeben der Stärke 6,2 hat den Nordosten Japans erschüttert. Das Beben war auch
in Tokio zu spüren. Das Epizentrum lag etwa 140 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt in Richtung
der stark beschädigten Atomkomplexe Fukushima. Eine Tsunamiwarnung konnte wieder
zurückgezogen werden. Unterdessen steigt die Zahl der Todesopfer. In der Präfektur Miyagi wurden
nach Angaben der Nachrichtenagentur 2000 Leichen gefunden. Bis dahin hatte die Regierung etwa
1800 Tote bestätigt. Mehr als 600.000 Menschen mussten seit Freitag in Sicherheit gebracht
werden. In der betroffenen Region werden Lebensmittel und Trinkwasser knapp. Auch in Tokio kam
es zu Hamsterkäufen. 100.000 Soldaten sind im Einsatz, auch viele internationale Helfer haben ihre
Arbeit aufgenommen, darunter ein Team des deutschen Technischen Hilfswerks.
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Japan pumpt 18 Billionen Yen in die Finanzmärkte
TOKIO: Nach dem Erdbeben der Stärke 9 gerät auch die japanische Wirtschaft unter Druck.
Mehrere große Unternehmen, darunter die Autobauer Toyota, Nissan und Honda sowie der
Elektronikriese Sony, kündigten einen Produktionsstopp an. Als Grund nannten sie die
Erdbebenschäden. An der Börse stürzte der Nikkei-Index am ersten Handelstag nach dem Beben
um mehr als sechs Prozent ab. Die japanische Zentralbank will zur Beruhigung der Finanzmärkte
die Rekordsumme von umgerechnet fast 160 Milliarden Euro in den Geldmarkt pumpen. Die
Regierung sagte eine angekündigte dreistündige Stromsperre für Tokio und andere Städte ab und
forderte die Bevölkerung stattdessen zum Stromsparen auf.
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Merkel will mit Bundesländern über Atomkraftwerke sprechen
BERLIN: Angesichts der dramatischen Ereignisse in Japan will
Kanzlerin Angela Merkel mit den
Bundesländern über die Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke sprechen.
Sie werde die
Ministerpräsidenten der Länder mit Kraftwerksstandorten am Dienstag
treffen, teilte die CDU-Vorsitzende mit. Einen sofortigen Atom-Ausstieg
lehnte sie aber erneut ab. Dagegen forderten die
Oppositionsparteien eine grundlegende Kehrtwende in der Atompolitik. So
verlangte SPD-Chef
Sigmar Gabriel die Abschaltung der sieben ältesten deutschen Meiler, die
Rücknahme der
Verlängerung der Reaktorlaufzeiten sowie eine Verschärfung der
Prüfmaßstäbe. Linke-Parteichef
Klaus Ernst plädierte für ein völliges Verbot der Nutzung der Kernkraft
zur Energiegewinnung.
Demgegenüber sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner,
jeder deutsche
Reaktor sei besser ausgerüstet als die Anlage in Fukushima. An der
Verlängerung der Laufzeiten
dürfe daher nicht gerüttelt werden.
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Untersuchungsbericht entlastet "Gorch-Fock"-Kapitän
BERLIN: Eine Ermittlungskommission der deutschen Marine zu den Vorfällen auf dem
Segelschulschiff "Gorch Fock" hat den abgesetzten Kommandanten entlastet. Das berichten
mehrere Medien unter Berufung auf den abschließenden Untersuchungsbericht. Die Vorwürfe
gegen Kapitän Norbert Schatz hätten sich zum großen Teil als nicht haltbar erwiesen.
Offiziersanwärter hatten sich nach dem tödlichen Unfall einer Kadettin auf der "Gorch Fock" im
November über unzumutbaren Drill und sexuelle Übergriffe beschwert. Kapitän Schatz war wegen
der Vorwürfe Anfang des Jahres vom damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
vom Dienst suspendiert worden.
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Regierungstruppen in Libyen rücken nach Osten vor
TRIPOLIS: In Libyen haben Truppen des Diktators Muammar al-Gaddafi weitere Ortschaften
zurückerobert, die zuvor von Aufständischen eingenommen worden waren. So kontrollieren
Gaddafi-treue Armee-Einheiten im Osten des nordafrikanischen Landes nun wieder die Küsten-
und Ölstadt Brega. Nach wie vor in der Hand der Widerstandskämpfer ist Misrata im Westen. Mit
der Lage in Libyen wollen sich an diesem Montag bei einem Treffen in Frankreich die G-8-Staaten
befassen. Frankreich hatte auch Luftschläge gegen Gaddafi erwogen. Die Arabische Liga hat den
Weltsicherheitsrat aufgerufen, mit einer Flugverbotszone den libyschen Luftraum zu kontrollieren
und die Bombardements der Luftwaffe dort auf Zivilisten zu stoppen.
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Polizei im Jemen schießt auf Demonstranten
SANAA: In der jemenitischen Hauptstadt ist die Polizei erneut gegen Demonstranten vorgegangen.
Korrespondenten mehrerer Nachrichtenagenturen berichten, die Polizei habe von Dächern aus auf
Gegner der Regierung geschossen. Es soll mindestens 100 Verletzte gegeben haben. Die
Demonstranten hatten den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Salih gefordert, der seit Jahrzehnten
an der Macht ist. Schon am Vortag waren Regierungskräfte in mehreren jemenitischen Städten mit
großer Brutalität gegen Mitglieder der Opposition vorgegangen. Mindestens sieben Menschen
wurden getötet.
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Studie: Indien größter Waffenimporteur
STOCKHOLM: Indien hat in den vergangenen fünf Jahren laut einer Studie mehr Waffen aus dem
Ausland gekauft als jedes andere Land der Welt. Zwischen 2006 und 2010 seien neun Prozent der
gesamten weltweiten Rüstungsexporte nach Indien gegangen, heißt es in einem Bericht des
schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI. Der hohe Anteil der Waffenimporte von Indien
erklärt sich laut SIPRI durch die Rivalität zu den Nachbarstaaten China und Pakistan. Auch diese
gehören zu den weltweit größten Waffenkäufern.
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Fünf-Jahr-Plan: China will sparsamer wachsen
PEKING: Der chinesische Volkskongress hat den neuen Fünf-Jahres-Plan angenommen. Anders
als in alten Zeiten der Planwirtschaft in China enthält er heute kaum noch feste Ziele, sondern
zumeist politische Richtlinien. Bindend sollen aber Vorgaben bei dem Bemühen um
Energieeinsparungen sein. Außerdem soll das rasante Wirtschaftswachstum gedrosselt und auf
durchschnittlich sieben Prozent im Jahr begrenzt werden. Ziel ist es, so unter anderem die Inflation
zu bekämpfen, in deren Folge zuletzt Mieten und Lebensmittelpreise in China gestiegen waren.
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Bundesliga: Siege für Leverkusen und Stuttgart
ZUM SPORT: In der ersten Fußball-Bundesliga hat der Tabellenzweite Leverkusen 1 : 0 in Mainz
gewonnen. Stuttgart verschaffte sich mit einem 2 : 1 Auswärtssieg bei St. Pauli etwas Luft im
Abstiegskampf. - Nach dem 0 : 6 Debakel am Samstag bei Bayern München hat der Hamburger SV
Trainer Armin Veh mit sofortiger Wirkung entlassen.
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Das Wetter am Montag: Im Süden freundlich
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND; die Vorhersage für Montag:
Im Süden und Südwesten freundlich und trocken. In der Mitte und im Norddeutschen Tiefland
häufiger dichte Wolken und gebietsweise Regen. Höchstwerte zwischen sechs Grad an der
Ostsee und bis zu 16 Grad am Oberrhein.
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