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Französische Luftwaffe beschießt Ziele in Libyen
PARIS: Legitimiert durch den UN-Sicherheitsrat haben Frankreich
und
andere Staaten militärisch in den Bürgerkrieg in dem nordafrikanischen
Land
eingegriffen. Rund 20 Kampfflugzeuge drangen in den libyschen Luftraum
ein, um weitere Gewalt von Machthaber Muammar al-Gaddafi gegen die
Bevölkerung zu unterbinden. Zuvor war Bengasi, die Hochburg der
Aufständischen, von den Streitkräften Gaddafis massiv angegriffen
worden.
Am Samstagabend kam es zu ersten Kampfhandlungen. Nach
französischen Angaben zerstörte ein Flugzeug ein libysches
Armeefahrzeug. Arabische Medien meldeten zudem, Kampfjets hätten auch
vier Panzer getroffen. - Der Militäreinsatz war auf einem Gipfeltreffen
von 22
Staaten, unter ihnen auch arabische Länder, in Paris beschlossen worden.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy forderte Gaddafi auf, die
UN-Resolution ohne Einschränkung zu befolgen. Dann werde sich die Tür
der
Diplomatie wieder öffnen. Die libysche Führung bestritt erneut, dass es
Angriffe auf Bengasi gegeben habe. Außenminister Mussa Kussa erklärte,
man halte sich an die UN-Resolution.
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Merkel: US-Basen stehen für Libyen-Einsatz frei
PARIS: Deutschland will sich am Libyen-Einsatz selbst nur
indirekt beteiligen, indem die
Bundeswehr die Nato in Afghanistan stärker entlastet. Außerdem sollen
die USA ihre Stützpunkte in
der Bundesrepublik nutzen können, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel nach
dem Libyen-Sondergipfel in Paris ankündigte. Ziel sei es, den Krieg des
libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gegen sein eigenes Volk zu
beenden und eine Waffenruhe zu erreichen, sagte sie.
Deutschland habe gegen Teile der UN-Resolution Bedenken und sich
enthalten. Jetzt aber sei die
Resolution in Kraft, und man wolle, dass sie erfolgreich durchgesetzt
wird, hob Merkel hervor.
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Obama unterstützt Militäraktion - Russen bedauern
BRASILIA/ MOSKAU: US-Präsident Barack Obama hat sich hinter den internationalen
Militäreinsatz gegen Libyen gestellt. Während eines Besuchs in Brasilien betonte Obama, die
Vereinigten Staaten und andere Länder seien bereit zu handeln, um die Gewalt in Libyen zu
stoppen. Das libysche Volk müsse beschützt werden. Das russische Außenministerium
äußerte hingegen Bedauern über das Eingreifen des Westens. - Die Afrikanische Union plant
laut Medienberichten eine Vermittlungsinitiative. Am Sonntag könnten AU-Vertreter nach
Tripolis reisen.
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Japan: Radioaktiv verseuchte Lebensmittel entdeckt
TOKIO: Acht Tage nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan und den
gefährlichen Störfällen im Atomkraftwerk Fukushima ist eine radioaktive Verseuchung von
Lebensmitteln festgestellt worden. Die Strahlenwerte für Spinat und Milch aus der Region
hätten die zulässigen Grenzwerte überschritten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der
Verkauf von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima wurde deshalb verboten. Im
Trinkwasser der Hauptstadt Tokio wurden geringe Mengen verstrahlten Jods gemessen. -
Nach Angaben der Regierung hat sich die Situation in der Atomanlage Fukushima etwas
stabilisiert. Die Kühlung des besonders gefährlichen Reaktors 3 durch das ständige
Einspritzen großer Mengen Wasser zeige Wirkung, sagte Kabinettssekretär Yukio Edano. -
Techniker versuchen in Fukushima weiter, die eigene Kühlung des Kernkraftwerks wieder in
Gang zu bringen. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der dazu nötigen Stromversorgung
befinden sich nach Angaben des Kraftwerkbetreibers in der Endphase.
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Japaner betrauern mehr als 7300 Tote
TOKIO: Gut eine Woche nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan gelten weiterhin knapp
11.000 Menschen als vermisst. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 7.300 Todesopfer
geborgen. Der Bau von Baracken und Behelfswohnungen für die Überlebenden gestaltet sich nach
Medienberichten schwierig. Weil vielerorts der Kraftstoff knapp ist, kann dringend benötigtes
Baumaterial nur langsam angeliefert werden. Ungeachtet der Misere versuchte Regierungschef
Naoto Kan Zuversicht zu verbreiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich Japan schon einmal
wieder aufgerichtet. Dies werde auch diesmal wieder gelingen, sagte er in einer
Fernsehansprache.
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Grüne jetzt für Atomausstieg schon 2017
MAINZ: Angesichts der Nuklearkatastrophe in Japan haben die
Grünen in Deutschland ihren Anti-Atom-Kurs verschärft. Die Umweltpartei
will nun den Ausstieg aus der Atomenergie bereits bis zum
Ende der kommenden Legislaturperiode, also spätestens 2017. Dies
beschlossen die Grünen auf
ihrem kleinen Parteitag in Mainz. Der rot-grüne Atomkonsens von 2002 sah
ein Ende für die AKWs
bis 2022 vor. - Auch die Sozialdemokraten wollen den Abschied von der
Kernkraft beschleunigen.
Schon kommende Woche werde dem Bundestag ein so genanntes
"Abschaltgesetz" für eine
sofortige Stilllegung aller Altmeiler vorgelegt, kündigte
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas
Oppermann an.
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FDP in Atompolitik auf Distanz zu Merkel
HAMBURG: Gegen den neuen Atomkurs von Kanzlerin Angela Merkel kommt nicht nur Kritik von
den Energiekonzernen, sondern auch vom Koalitionspartner FDP. So hält Vizekanzler Guido
Westerwelle kürzere Laufzeiten für die deutschen Kernkraftwerke nach dem Atommoratorium der
Regierung noch nicht für beschlossene Sache. Mit konkreten Schlussfolgerungen müsse man
wenige Tage nach dem japanischen Atomdesaster vorsichtig sein, sagte der Liberalen-Chef dem
Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Nach "Spiegel"-Informationen distanzierte sich auch
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle vom Kurswechsel Merkels. Der FDP-Politiker wird mit den
Worten zitiert, die Reaktion der Deutschen auf Fukushima sei "hysterisch". Keine andere Nation
habe so hektisch Beschlüsse gefasst wie Deutschland.
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Hohe Beteiligung bei Referendum in Ägypten
KAIRO: In Ägypten haben die Bürger gut einen Monat nach dem Sturz des autokratischen
Präsidenten Husni Mubarak in einem Referendum über Verfassungsänderungen
entschieden. Korrespondenten berichteten von einer hohen Beteiligung der ersten freien
Abstimmung in Ägypten seit mehr als 30 Jahren. Die Änderung der Mubarak-Verfassung in
neun Punkten soll nach dem Vorschlag des regierenden Militärrats den Weg zu Parlaments-
und Präsidentenwahlen noch in diesem Jahr ebnen. Kritiker fordern hingegen eine
grundlegende Verfassungsreform. - Der Friedensnobelpreisträger und mögliche
Präsidentschaftskandidat Mohammed El Baradei wurde vor einem Wahllokal von einer
Menschenmenge attackiert und an der Stimmabgabe gehindert.
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Neue Proteste gegen Assad in Syrien
DAMASKUS: In Syrien ist es bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für fünf am Freitag getötete
Demonstranten zu neuen Protesten gegen den mit eiserner Hand regierenden Präsidenten
Baschar al-Assad gekommen. Nach Agenturberichten zogen in der Stadt Daraa mindestens
10.000 Menschen durch die Straßen und skandierten: "Wir wollen Freiheit". Polizeikräfte
hätten Tränengas eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben. Es habe Verletzte
gegeben. Ein Oppositionsaktivist teilte mit, das im Süden Syriens gelegene Daraa sei
abgeriegelt worden.
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Fußball: Bayern-Sieg in Freiburg - HSV deklassiert Köln
ZUM FUSSBALL: Nach dem Aus in der Champions League hält Bayern
München mit einem 2:1-Sieg in Freiburg zumindest in der 1. Bundesliga
Anschluss an die Spitzenplätze.
Die übrigen Ergebnisse vom Samstag:
Frankfurt - St. Pauli 2:1;
Hamburger SV - Köln 6:2;
Hannover - Hoffenheim 2:0 und
Nürnberg - Bremen 1:3. ---
Am Abend empfängt im Spitzenspiel Tabellenführer Dortmund die Elf aus Mainz.
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Riesch gewinnt Gesamt-Weltcup
ZUM WINTERSPORT: Ski-Rennläuferin Maria Riesch hat zum ersten Mal und als erste Deutsche
seit 13 Jahren den Gesamt-Weltcup gewonnen. Die Doppel-Olympiasiegerin aus Partenkirchen
profitierte dabei von der Absage des abschließenden Riesenslaloms beim Finale im
schweizerischen Lenzerheide wegen schlechter Pistenverhältnisse. Dadurch lag Riesch in der
Endabrechnung ganze drei Zähler vor ihrer Hauptkonkurrentin Lindsey Vonn aus den USA. ---
Letzte deutsche Gesamtsiegerin war 1998 Katja Seizinger. - Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg
aus Kreuth holte sich erstmals die kleine Kristallkugel für den Sieg im Riesenslalom-Weltcup.
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Das Wetter am Sonntag: Teils heiter, teils wolkig
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nacht meist gering bewölkt oder aufklarend. Abkühlung
auf minus sechs bis null Grad. ---
Die Vorhersage für Sonntag: Vielfach auch länger sonnig. Im Norden und Osten zeitweise stark
bewölkt. Tageshöchstwerte wieder zwischen fünf und zwölf Grad.
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