Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 25 May 2012


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Und täglich droht der Bank-Run
In Griechenland haben viele Bankkunden ihre Einlagen schon in Sicherheit gebracht. Die Angst vor dem Sturm auf die Banken greift bereits auf weitere Länder über. Die » New York Times skizziert das Risiko von "Mini-Runs" auf europäische Banken, in Ländern wie Spanien, wo die Banken Einlagen in Höhe von rund einer Billion Euro verwalteten. Eine Banken-Flucht könne zu einem Chaos führen und das Krisenmanagement der EU-Funktionäre unterminieren. In Österreich sorgen mögliche Bank-Runs ebenfalls für Unruhe. Nach einem Bericht der » Presse hat die börsennotierte Raiffeisen Bank International ihren Liquiditätspuffer auf 25 Milliarden Euro aufgestockt, um für einen Sturm auf die Bankschalter in Osteuropa flüssig zu sein. Und auch die EU will offenbar vorsorgen. Nach einer Meldung der » Deutschen Mittelstands Nachrichten plant die EU auf Mario Montis Vorschlag hin eine Garantie für die Spareinlagen europaweit auszusprechen, um eine Kapitalflucht bei einem Austritt Griechenlands zu verhindern. Nach Einschätzung von John Taylor, Gründer von FX Concepts , dem größten Devisen-Hedge-Fonds der Welt, ist der Bank-Run schon heute nicht nur in Griechenland, sondern auch in Spanien, Portugal und Italien im Gang. Die Bürger stopften ihre Matratzen voll oder schickten ihr Geld zum Cousin, der in Deutschland arbeitet, um es aus dem Land zu schaffen, sagt Taylor bei » Bloomberg Television
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NEWS
Spanien bedroht deutsche Banken
Die spanische Regierung schlägt Alarm: Die Krise des Landes könnte sich erheblich verschärfen, wenn die EZB jetzt nicht hilft. Das würde auch den deutschen Finanzsektor hart treffen: Deutsche Banken und Versicherungen sind allein in Spanien mit weit über 100 Milliarden Euro engagiert, berichtet das » Handelsblatt Die Rettung der verstaatlichten Groß-Sparkasse Bankia wird die klamme spanische Regierung deutlich teurer kommen als bislang gedacht. » Reuters meldet, das Institut werde den Staat bei der Vorlage eines Restrukturierungsplanes um eine Geldspritze von mehr als 15 Milliarden Euro bitten.
Richter will Bankenchefs verhaften
Das Vorgehen der US-Justiz gegen Wegelin & Co, eine der ältesten Schweizer Banken, entwickelt sich zur Farce. Zum zweiten Mal ist die Traditionsbank zu einem Gerichtstermin in den USA nicht erschienen. Richter Jed Rakoff erwägt offenbar, die Wegelin-Führungscrew verhaften zu lassen, meldet » Reuters Die Bank wird beschuldigt, US-Bürger bei der Steuerhinterziehung unterstützt zu haben.
Russen flirten mit Dexia-Tochter
Beim Ausverkauf der belgisch-französischen Finanzgruppe Dexia klopfen die Russen an. Die Sberbank möchte die türkische Tochter DenizBank übernehmen und ist nach einem Bericht der » New York Times bereit, dafür vier Milliarden Dollar auf den Tisch zu legen. Beraten wird die Sberbank von Rothschild und der Deutschen Bank. Dexia, einer von Europas größten Kreditgebern für öffentliche Körperschaften, musste seit 2008 bereits zwei Mal von der öffentlichen Hand gestützt werden.
Ist die US-Wirtschaft über den Berg?
Als ob es die Blase auf dem US-Immobilienmarkt und den Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers nie gegeben hätte: Im ersten Quartal stieg der Gewinn der US-Banken, die der staatlichen Einlagensicherung FDIC angeschlossen sind, auf 35,3 Milliarden Dollar - auf das Niveau vor Ausbruch der Finanzkrise (» New York Times ). Der » Economist bringt weitere positive Signale aus der US-Wirtschaft: Die Arbeitslosenquote sei seit 2009 um zwei Prozentpunkte gesunken, das Wirtschaftswachstum habe sich bei 2,5 Prozent eingependelt, einem Wert, der eher zu einem Land mit Vollbeschäftigung als zu einer Wirtschaft am Ende einer großen Krise passen würde. Sorge bereitet dem Blatt allerdings die Aussicht, dass mit diesem Plus bereits das Ende der Fahnenstange erreicht sei - weil die Krise die Leistungsfähigkeit der US-Wirtschaft langfristig beeinträchtigt haben könnte.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Dank steigender Geschäfte im Firmenkundengeschäft ist die HSH Nordbank mit einem kleinen Gewinnplus ins Jahr gestartet » HB Die Citigroup kauft der US-Notenbank ein Paket strukturierter Hypothekenpapiere mit einem Nennwert von 1,7 Milliarden Dollar ab » NYT Der zur britischen Old Mutual Gruppe gehörende Versicherer Skandia will sich in Deutschland auf vermögende Privatkunden konzentrieren » FTD Die Versicherungsgruppe Signal Iduna bleibt angesichts eines möglichen Austritts Griechenlands aus dem Euro gelassen » HB Der Corporate Finance Award der Börsen-Zeitung geht an die Commerzbank » BZ Die Helaba kann mit einem ordentlichen ersten Quartal an das Rekordjahr 2011 anknüpfen » BZ Die Raiffeisen Bank International hat ihren Gewinn im ersten Quartal dank geringerer Vorsorgen für faule Kredite und positiver Einmaleffekte verdoppelt » HB
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Die freizügige Bankerin ist zurück
Debrahlee Lorenzana, Ex-Citigroup-Bankerin, die nach eigenen Angaben gefeuert wurde, weil sie "zu sexy" aussehe, meldet sich nach einem Bericht der » New York Daily News zurück...
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Politik: Die Wirtschaft schaltet zurück
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Vergesst den Geuro
Peter Bofinger, seit März 2004 im Gremium der fünf Wirtschaftsweisen, meldet Zweifel am Vorschlag von Thomas Mayer, scheidender Chefvolkswirt der Deutschen Bank, an, dass Griechenland seine Probleme mit der Ausgabe einer Parallelwährung lösen solle. Dann käme es in Hellas zu einem Volksaufstand, weil sich die Einkommen der von Geuro-Zahlungen Betroffenen faktisch halbierten, argumentiert Bofinger im » Spiegel
Hauen und Stechen der Börsenbetreiber
Xavier Rolet, Chef der London Stock Exchange, hat die Deutsche Börse und Nyse Euronext kritisiert. Im Derivatebereich vereinten Eurex bzw. Liffe einen Marktanteil von mehr als 90% - zwei Börsengiganten, die überdies "too big to fail" seien, zitiert die » Börsen-Zeitung Rolet.
"Der Bonuspool wird deutlich schrumpfen"
Stefan Winter und Nikolaus Närger, Chefs des Verbands der Auslandsbanken, warnen im » Handelsblatt davor, dass die finanziellen Lasten für international aufgestellte Banken deutlich zugenommen haben. Auch Personalkürzungen stünden ins Haus.
Kirchenbanker muss gehen
Ettore Gotti Tedeschi wechselte im September 2009 von der Banco Santander an die Spitze der Vatikanbank. Mission: für mehr Transparenz bei einer der verschwiegensten Finanzinstitute der Welt sorgen. Doch keine drei Jahre später ist Tedeschi nach einem Misstrauensvotum als Präsident abgelöst worden. Gegen ihn werde wegen Geldwäsche ermittelt, meldet das » Wall Street Journal Deutschland
Hypo-Banker verurteilt
Wolfgang Kulterer, Ex-Chef der verstaatlichten Hypo Group Alpe Adria (HGAA) , ist wegen Untreue zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ex-Kollegen von Kulterer sollen noch länger hinter Gitter wandern, meldet die » Presse Nach Einschätzung des Gerichts hätten die Männer das Eigenkapital der HGAA über einen unzulässigen Deal mit Vorzugsaktien erhöht und so die BayernLB um Millionen geschädigt.
Druck auf Ex-Minister wächst
Karl-Heinz Grasser, Ex-Finanzminister Österreichs, ist von seinem Ex-Steuerberater schwer beschuldigt worden. Grasser habe ihm bereits 2007 empfohlen, seine Einkommen aus der Tätigkeit für die Meinl-Gruppe offenzulegen. Hintergrund: Grasser soll zwischen 2007 und 2009 Einkünfte in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro über Treuhandgesellschaften und Stiftungen in Liechtenstein, ­Zypern und auf den Britischen Jungfern­inseln am österreichischen Fiskus vorbeigeschleust haben, schildert » Profil den Verdacht.
Gefährliche Folgen von Basel III
Jean-Louis Laurens, Partner und CEO der 20 Milliarden Euro betreuenden Vermögensverwaltung Rothschild & Cie Gestion, warnt in einem » Handelsblatt -Gespräch vor falscher Regulierung durch Politik und Aufsichtsbehörden. "Die Politik hat schlicht die Kontrolle verloren", sagt er. Und: "Rentner und Sparer werden die Zeche zahlen."
WIRTSCHAFTSBUCH DER WOCHE
Wie wir unseren Willen trainieren können
Millionen Motivationstrainer haben uns gesagt: Erfolg zu haben ist ganz einfach. Wir müssen nur an uns glauben. Aber warum sind dann immer noch so viele Menschen erfolglos und unzufrieden? Roy Baumeister und John Tierney kennen die Antwort. Auf der Grundlage neuer, bahnbrechender Forschungsergebnisse zeigen sie: Nicht positives Denken ist der Schlüssel zum Erfolg, sondern Disziplin. Die gute Nachricht: Disziplin beruht auf Willenskraft und lässt sich wie ein Muskel trainieren.
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ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Occupy AOL
Junge Unternehmer müssen in der Startphase in der Regel Verzicht üben, bis dass der Rubel rollt. » CNET berichtet von einem extremen Fall: Ein 19-Jähriger habe sich zwei Monate lang in den Büros von AOL eingenistet, um kostengünstig sein Startup aufzubauen. Er habe täglich so lange gearbeitet, bis keiner mehr im Büro war, habe sich dann eine Couch zum Schlafen gesucht, um sich am Morgen beim Eintreffen der ersten AOL-Leute im firmeneigenen Fitnesstudio frisch zu machen. Tagsüber habe er sich in der AOL-Kantine versorgt. In seinem ersten AOL-Monat habe er gerade einmal 30 Dollar ausgegeben. Am Ende wurde ein Wachmann stutzig.