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Freitag, 25. Mai
2012
Guten Morgen,
bei der Deutschen Bank beginnt in der
kommenden Woche eine neue Zeitrechnung. Ob es eine neue Ära wird, muss
sich erst zeigen. Josef Ackermann tritt ab, Anshu Jain und Jürgen
Fitschen folgen ihm. Der Noch-Chef hat die Dann-Chefs nicht gewollt. Unsere
Titelgeschichte "Machtwechsel. Der tragische Abgang des Josef Ackermann",
für die wir mit allen Akteuren gesprochen haben, erzählt auf zehn Seiten von den
Gründen der Ablehnung und dem Kampf um die Nachfolge. Ackermann hat diesen
letzten Machtkampf verloren. Noch ist unklar, ob die Bank zu den Gewinnern
zählt.
Die Deutsche Telekom will so schnell wie möglich wieder
die Nummer eins im deutschen Mobilfunk werden: "Wir kämpfen um die
Marktführerschaft, bis wir sie zurückhaben", sagte Vorstandschef René
Obermann gestern auf der Hauptversammlung. Rivale Vodafone hatte im
ersten Quartal erstmals seit fünf Jahren wieder mehr Umsatz erzielt als
die Telekom. Für die Kundschaft ist Obermanns Kampf ein Segen. Bei der alten
Post, aus der die Telekom hervorgegangen ist, hat nie jemand gekämpft - außer
die Schalterbeamten mit dem Schlaf.
Hewlett-Packard entlässt weltweit
27.000 Mitarbeiter. Auch in Deutschland bangen Beschäftigte des PC- und
Druckerherstellers um ihre Arbeitsplätze. Irgendetwas ist bei dem Dinosaurier
der Hightech-Industrie ganz schrecklich schiefgegangen.
"Keine
Experimente", ruft uns der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing,
zu. Im Gastkommentar erklärt er, wie die Währungsunion doch noch zum
Gleichgewicht zurückfinden kann. Jedenfalls nicht durch weitere Schulden,
höhere Löhne und mehr Inflation. Es sei merkwürdig, schreibt Issing, dass man
allen Ernstes von einem Land wie Deutschland fordere, seine eigene
Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen. Issing ist das, was er immer war: Einer,
der sagt was Sache ist.
Das Marktforschungsunternehmen GfK gibt heute
die neuen Daten zur Verbraucherstimmung in Deutschland bekannt. Experten
erwarten, dass sich bislang weder die gescheiterte Regierungsbildung in
Griechenland noch die Diskussion um einen möglichen Austritt des Landes aus der
Euro-Zone stärker in den Werten widerspiegelt. Stattdessen dürften die gute
Lage auf dem Arbeitsmarkt, das überraschend starke Wachstum sowie die
jüngsten Tarifabschlüsse die Stimmung der Verbraucher beeinflussen. Diese
ist derzeit besser als die Lage. Das aber hilft der Lage enorm. Zuweilen
folgen auch in der Ökonomie die Fakten den Gefühlen.
Die Zukunft
der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker ist noch nicht besiegelt. Für
die verbliebenen 13.500 Mitarbeiter gibt es inzwischen neue Hoffnung: Wie das
Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, interessiert sich der einstige
Karstadt-Retter Nicolas Berggruen für Schlecker. Ich habe den Unternehmer
beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos kennengelernt und war angetan von seiner
jugendhaften Neugier und Begeisterungsfähigkeit. Wo andere aufgeben, fängt er
an, Pläne zu schmieden. Auf ihn trifft jedenfalls zu, was Familienunternehmer
Heinz Dürr einst gesagt hat: "Ein Unternehmer muss ins Gelingen verliebt
sein."
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in ein sonniges
Pfingstwochenende. Bis kommenden Dienstag verbleibt mit besten Grüßen Ihr
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Gabor Steingart Chefredakteur
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Die Handelsblatt-Presseschau
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Ganz nah am BRIC-Boom
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und China ihre Wirtschaftsleistung in den vergangenen zehn Jahren gesteigert.
Im Windschatten der BRIC-Staaten wachsen mit Indonesien, der Türkei oder
Mexiko weitere riesige Märkte heran.
Im neuen Boom-Blog
berichten die Handelsblatt-Korrespondenten aus den wichtigsten
Wachstumsländern über alles, was für Unternehmer und Anleger relevant ist - von
Konjunkturtrends über Unternehmensnews bis hin zu
Aktientipps.
Hier geht´s direkt zum Blog
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KLAMOTTENDISCOUNTER
Takko auf der Überholspur
Noch billiger als C&A oder H&M: Mit
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TERMINE DES TAGES
GfK
gibt Daten zur Verbraucherstimmung in Deutschland bekannt Neue
Daten zur Verbraucherstimmung in Deutschland gibt das Marktforschungsunternehmen
GfK bekannt. Nach Einschätzung von Experten haben sich bislang weder die
gescheiterte Regierungsbildung in Griechenland noch die Diskussion um einen
möglichen Austritt des Landes aus der Euro-Zone stärker in den Werten
niedergeschlagen. Stattdessen dürften inländische Faktoren wie die gute Lage auf
dem Arbeitsmarkt, das überraschend starke Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im
ersten Quartal sowie die jüngsten Tarifabschlüsse die Stimmung der Verbraucher
beeinflussen.
Tag der
Entscheidung bei Schlecker - Investor oder Zerschlagung? Die
Zukunft der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker könnte sich heute bei einem
Treffen der drei größten Gläubiger entscheiden. Von ihrem richtungsweisenden
Beschluss hängt es ab, ob Schlecker gerettet oder zerschlagen wird. Für die
verbliebenen 13.500 Mitarbeiter gibt es inzwischen neue Hoffnung: Wie das
Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, interessiert sich der einstige
Karstadt-Retter Berggruen-Holdings für Schlecker. Das Treffen der Gläubiger
findet hinter verschlossenen Türen statt. Je ein Vertreter von Gewerkschaft und
Arbeitnehmerschaft sind ebenfalls Teil des sogenannten Gläubigerausschusses.
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URHEBERRECHT
Google löscht Millionen Links
Google entfernt pro Monat über eine Million
illegale Links aus seinem Suchindex. Das belegt eine neue Statistik, die das
Unternehmen ab sofort regelmäßig veröffentlicht. Die meisten Anträge stellt ein
Konkurrent. Mehr...
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TERMIN DES TAGES
US-Verbrauchervertrauen stabil Auch in den USA gibt es
neue Daten zum Verbrauchervertrauen. Ähnlich wie in Deutschland sind auch die
Experten in den USA der Ansicht, dass die Zuversicht der Verbraucher im Mai
gegenüber April unverändert robust geblieben ist.
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WORTE DES TAGES
"Vodafone ist uns eine Nasenlänge
voraus. Aber wir werden kämpfen, so lange, bis wir die Marktführerschaft
wiederhaben." René Obermann, Telekom-Chef
"Wenn Sie
jahrelang Verluste schreiben, die immer vom Konzern ausgeglichen werden, dann
gewöhnen Sie sich daran und halten es irgendwann für normal, Geld zu
verlieren." Stephen Girsky, GM-Vize-Chef über Opel
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