Roberto Abraham Scaruffi

Monday, 21 May 2012


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Angela allein zu Haus
Der Druck auf Deutschland, in der Euro-Krise einen neuen Kurs einzuschlagen, wächst. Frankreichs neuer Präsident François Hollande will bei einem informellen EU-Gipfel am Mittwoch auf Konfrontationskurs zur Kanzlerin Angela Merkel gehen und sich für Euro-Bonds einsetzen. Im » Spiegel wiederholt Nobelpreisträger Paul Krugman seine Kritik an der Sparpolitik der Bundesregierung: "Mindestens seit zwei Jahren ist klar, dass dieses Rezept nicht funktioniert, und trotzdem wird es immer weiter als Erfolgsmodell gepredigt." Berlin müsse der EZB signalisieren, dass drei bis vier Prozent Inflation kein Problem wären, und dürfe selbst nicht dem "Sparwahn" verfallen. Ebenfalls im » Spiegel fordert der britische Vizepremier Nick Clegg Deutschland auf, dauerhaft mehr Geld für notleidende EU-Partner aufzuwenden. "Eine Einheitswährung kann nicht funktionieren ohne Transferzahlungen". Direkte Überweisungen an andere Regierungen oder gemeinsame Anleihen in Form von Euro-Bonds seien "unvermeidlich". Alexander Graf Lambsdorff, FDP-Europaabgeordneter, warnt vor einer Isolation Deutschlands in Europa. "Außerhalb Deutschlands herrscht der Konsens, dass Austerität allein nicht ausreicht", erklärt Lambsdorff der » Wirtschaftswoche Der Regierungswechsel in Frankreich unter dem neuen Staatspräsidenten habe die Situation verschärft Jürgen Stark, Ex-Chefvolkswirt der EZB, stellt dem europäischen Krisenmanagement in der » Welt ein schlechtes Zeugnis aus. Die Weichen seien schon im Frühjahr 2010 falsch gestellt worden, als ein IWF-EU-Programm mit Griechenland vereinbart wurde und die EZB begonnen habe, Staatsanleihen zu kaufen. "Seither hat jeder weitere Schritt zu einer nur noch teureren Lösung geführt."
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NEWS
Was kommt nach einem Grexit?
Die führenden Industriestaaten haben auf dem G8-Gipfel ein klares Signal gegen einen Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone gesetzt. Voraussetzung sei aber, dass Athen das beschlossene Memorandum umgesetzt werde (» Handelsblatt ). Hinter den Kulissen herrscht dagegen ein anderes Bild, zeigt der » Spiegel Dort werde den Griechen bereits unverblümt mit dem Rausschmiss gedroht. Davon rät allerdings Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet ab. In einem Interview mit » Profil erklärt Trichet, dies wäre "die schlechteste Option", die zur "schlimmsten Krise seit dem Ersten Weltkrieg" führen könnte. Keine Zeit mehr für Warnungen, meint dagegen Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer in der » Neuen Zürcher Zeitung "Wenn kein Wunder mehr passiert, befürchte ich, dass sich der Austritt nicht mehr vermeiden lässt." Nach einer Meldung der » Börsen-Zeitung bereitet sich der weltgrößte private Gelddrucker De La Rue laut Finanzkreisen bereits darauf vor, wieder die Drachme herzustellen. Dass Griechenland in der Euro-Zone bleibe, sei nicht mehr als eine vage Hoffnung, kommentiert die » Financial Times Deutschland "Nötig wäre daher ein starkes Signal an die Investoren, dass sie nicht um den Bestand der Währungsunion fürchten müssen." In der » Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung spricht sich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gegen höhere Hilfen für Hellas aus.
Harte Landung in der Börsenrealität
Die Euphorie rund um den Facebook-Börsengang ist nach dem ersten Handelstag in Ernüchterung umgeschlagen. Das Kursfeuerwerk blieb aus und die US-Börsenaufsicht ermittelt nun wegen der Pannen beim Börsenstart (» Handelsblatt ). Laut » Handelsblatt und » Wall Street Journal hat die Technologie-Börse Nasdaq Fehler zugegeben. CEO Robert Greifeld sagte demnach, dass es beim Börsengang Probleme mit Bestellungsbestätigungen gegeben habe. "Es wird immer klarer, dass Mark Zuckerberg mit schon bewundernswerter Energie und Überzeugungskraft Wall Street Banken und Großinvestoren dazu überredet hat, ihr letztes Hemd zu geben und ihren Maßanzug mit einem Hoodie zu tauschen", kommentiert das » Handelsblatt Facebook drohe das Vertrauen der Investoren zu verlieren, das den Börsengang erst in diese Dimensionen katapultiert habe, meint die » New York Times Für » Marketwatch war der IPO trotz des fehlenden Kursfeuerwerks "perfekt". Mark Zuckerberg habe den maximalen Wert extrahiert, den die Börse aktuell Facebook zuschreibe.
JP Morgan Chase: Verluste immer höher
Die Spekulationsverluste bei der US-Großbank JP Morgan Chase könnten laut » Wall Street Journal auf fünf Milliarden Dollar steigen. Diese Zahl sei dem Banken-Chef Jamie Dimon am 30. April als möglicher Maximalverlust aus fehlgeschlagenen Wetten auf den Kreditmarkt genannt worden. Dies wäre deutlich mehr als Dimon zuletzt eingeräumt hatte. Auf der politischen Karte könnten sich jetzt neue Schachzüge ergeben, berichtet die » Financial Times Deutschland Unter den Republikanern bröckele der Widerstand gegen die Finanzmarktreform (Dodd-Frank Act, s. auch "Menschen und Meinungen").
Ein Fall für die Notaufnahme
Privatpatienten waren einmal etwas Besonderes. Doch im Laufe der Jahrzehnte wurden die Kunden der privaten Krankenversicherer zum Versuchsobjekt der Politik und zum Zahlmeister der Versicherer. Eine Bestandsaufnahme durch das » Handelsblatt
Shortcuts aus der Finanzbranche
Der niederländische Finanzkonzern ING treibt den Verkauf seines milliardenschweren Lebensversicherungsgeschäfts in Asien voran » HB Versicherer wagen sich immer stärker in ein klassisches Geschäftsfeld der Banken vor: die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen » Börsen-Zeitung Bei den "Blockupy"-Protesten in Frankfurt am Main sind am Samstag Tausende Kapitalismusgegner auf die Straße gegangen » WSJ D Die Verstaatlichung und Reprivatisierung der Skandalbank Northern Rock kostet den britischen Steuerzahler umgerechnet rund 2,45 Milliarden Euro » FTD Großbritannien erhofft sich aus der Schweizer Abgeltungssteuer einmalig vier bis sieben Milliarden Pfund » NZZ Gesundheitsminister Daniel Bahr will Prämienausschüttungen finanziell gut gestellter Krankenkassen erzwingen » HB
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Der Kopfgeldjäger macht Ernst
Die Jagd auf Florian Homm, auf den seit 2007 offenbar wegen erboster Investoren untergetauchten Hedge-Fonds-Manager und ehemaligen BVB-Aktionär, nimmt skurrile Züge an. Der Privatermittler Josef Resch wendet sich mit einem Video auf Youtube an diejenigen, die Informationen zu Homms Aufenthaltsort und Machenschaften haben... » Webseite von Ermittler Resch zu Homm
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: "Verlorene Generation" flieht nach Deutschland
Politik: Mühsamer Kompromiss in Camp David
Unternehmen: Industrieroboter auf Jobsuche
Finanzen: Nicht alle mögen Facebook
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Gegenwind für Schäuble
François Hollande, der neue französische Präsident, hat laut einem » Spiegel-Bericht erhebliche Vorbehalte gegen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als nächsten Chef der Eurogruppe. Als Bedingung nannte er demnach einen Verzicht Schäubles auf seinen Posten als Finanzminister.
Der Zündler ist zurück
Thilo Sarrazin, sorgt in diesen Tagen wie auf Kommando für Schlagzeilen. Gestern der Auftritt bei Jauch, am Dienstag erscheint sein neues Buch "Europa braucht den Euro nicht". "Jetzt kann er sich nicht mehr damit herausreden, dass er nur Laie ist", schreibt die » Zeit Laut » Bild hat sich die grüne Bundestagsfraktionschefin Renate Künast über die Jauch-Einladung urteilt empört: "Nationalistischer Unsinn von Sarrazin passt nicht zum Bildungsauftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders."
Comeback des Zockers
Boaz Weinstein, früherer Deutsche-Bank-Händler, der mit Kreditderivaten 2008 einen Milliardenverlust verursacht haben soll und heute mit seinem Hedge-Fonds Saba Capital 5,5 Milliarden Dollar verwaltet, profitiert nach einem Bericht der » New York Post von der Milliardenpanne bei JP Morgan. Weinstein soll erfolgreich gegen Bruno Iksil gewettet haben, den Banker, dessen riskante Geschäfte JP Morgan Chase Mega-Verluste eingebracht haben sollen.
Wachwechsel bei Osteuropabank
Thomas Mirow, bisheriger Chef der Osteuropabank EBRD, muss seinen Schreibtisch räumen. Nach vierjähriger Amtszeit wird der 53-Jährige Anfang Juli von dem Briten Suma Chakrabarti abgelöst. Der hochrangige Beamte im britischen Justizministerium setzte sich auf der Jahresversammlung in einer Kampfabstimmung gegen vier Kandidaten durch, meldet die » Neue Zürcher Zeitung
Kritiker der Euro-Untergrenze
Oswald Grübel, Ex-Chef der UBS und vorher Credit Suisse, findet deutliche Worte zur Euro-Untergrenze der Schweizerischen Nationalbank. "Wenn wir den Wechselkurs mit allen Mitteln verteidigen werden, übernehmen wir indirekt einen Teil der gesamten Schulden der Euroraumes, die weiter steigen werden", erklärt der 61-Jährige dem » Sonntag Auch die » Handelszeitung zeigt sich skeptisch. Die Verteidigung des Mindestkurses dürfte für die SNB bald immer schwieriger und teurer werden. Für den Fall einer Implo­sion der Euro-Zone spekulierten ­Devisenexperten bereits über einen Plan B.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Bitte keine Trecking-Sandalen
Die Piraten mischen derzeit die Politiklandschaft mit guten Wahl-Ergebnissen auf, bei Fernsehauftritten lagen die Newcomer allerdings bislang oft daneben, zumindest beim Outfit. Das Bloggerteam des Modeportals styleranking gibt im » Handelsblatt zehn Tipps, mit denen es künftig besser klappen sollte - und hat dabei besonders den politischen Geschäftsführer der Partei, Johannes Ponader (Foto: rechts), im Auge.
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