Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 8 June 2012


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Die Welt rüstet sich für den Euro-Kollaps
Rund um den Globus scheinen sich die Entscheider für den Zusammenbruch der Eurozone zu wappnen: Angesichts schlechten Aussichten für die Weltwirtschaft und der Verschärfung der Eurokrise erschien es Chinas Notenbank geboten, erstmals nach vier Jahren den Leitzins zu senken, meint der » Spiegel. Runter gings um einen Viertelpunkt auf 6,31 Prozent. Die Aktienmärkte hätten erleichtert auf den Konjunkturimpuls reagiert. Die anhaltende Schuldenkrise erschütterte auch das Vertrauen in Europa des chinesischen Staatsfonds CIC. Der Fonds mit einem Vermögen von 410 Milliarden Dollar fürchte laut » Handelsblatt, dass die Währungsunion auseinanderbricht. Sorgen auch in USA: Ben Bernanke (hier im Bild) verwies auf die Risiken der Krise in Europa für die Exportwirtschaft der USA und stellte den Märkten laut » Handelsblatt erneute geldpolitische Unterstützung in Aussicht. "Die Federal Reserve steht weiterhin bereit, tätig zu werden, um das US-Finanzsystem und die Wirtschaft zu schützen", sagte der Chef der Fed in Washington. Konkreter wurde er allerdings nicht. Obwohl Bernanke damit drohe, die Welt erneut mit Dollar zu überschwemmen, sei die Nachfrage nach dem Greenback nicht gesunken, meint das » Wall Street Journal. Offenbar sei der Dollar noch die beste unter lauter miesen Währungen. Wegen der Eurokrise stemme sich auch die Schweiz "zunehmend verzweifelt" gegen eine Aufwertung des Franken, beobachtet das » Wall Street Journal Deutschland. Die verstärkte Flucht der Investoren in den "sicheren Hafen" könnte auch bedeuten, dass die Schweiz in nächster Zeit tatsächlich Kapitalverkehrskontrollen einführe. Sogar das zentralasiatische Land Kasachstan wolle weg vom Euro, schreibt die » Financial Times Deutschland. Deshalb habe es Verträge über den Kauf von 22 Tonnen Gold geschlossen.
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NEWS
Datensteinbruch für die Schufa
Eigentlich ging es nur um ein Forschungsprojekt am Hasso-Plattner-Institut, das klären sollte, ob die Analyse öffentlicher Informationen aus dem Internet für die Schufa zulässig sei. Doch schon allein die Überlegung habe eine Lawine der Ablehnung ausgelöst, meint das » Handelsblatt. Direktversicherer würden den "Datensteinbruch" bei Facebook und Twitter doch längst erfolgreich ausbeuten, beobachtet dagegen die » FTD. Die Axa Global Direct beispielsweise zapfe alle zugänglichen Datenquellen an. Das größte Risiko sei doch eh der Nutzer selbst, befindet der » Spiegel: Je mehr einer auf einem sozialen Netzwerk von sich preisgibt, desto mehr helfe er Außenstehenden, sich ein Bild von seiner Person zu machen.
Widersprüchliche Botschaften
Spaniens angeschlagene Banken benötigen nach Einschätzung des IWF mindestens 40 Milliarden Euro zusätzliches Kapital. Das sei laut » Reuters aus Finanzkreisen zu hören. Zudem hat die Ratingagentur Fitch das Langfristrating des Landes gleich um drei Stufen von A auf BBB nach unten genommen, meldet das» Wall Street Journal Deutschland. Der Ausblick wurde auf "negativ" gesetzt, das heiße, es drohe eine weitere Herabstufung. Doch laut » FTD sei es Spanien dennoch gelungen, am Kapitalmarkt 2,1 Milliarden Euro aufzunehmen, es gäbe "keine Spur davon, das Land sei vom Markt abgeschnitten, wie es jüngst der Finanzminister behauptete". Die Rendite der zehnjährigen Papiere habe mit 6,044 Prozent allerdings über der Marke von sechs Prozent gelegen, die nach einer Faustformel für das Land langfristig kritisch wäre.
Finanztransaktionssteuer soll kommen
Bundesregierung und Opposition haben sich laut » WSJD auf Eckpunkte für eine Finanztransaktionssteuer geeinigt. Die Regierung wolle sich auf europäischer Ebene für die Besteuerung der Finanzmärkte einsetzen, auch wenn nicht alle EU-Mitgliedsländer mitmachen.
Neue Klagen im Fall Madoff
Der Liquidator der Investmentfirmen des Anlagebetrügers Bernie Madoff hat eine Vielzahl neuer Klagen gegen Finanzinstitute eingereicht. Betroffen sind laut » Manager Magazin mit der EFG Bank, der Bank Lombard Odier und der Waadtländer Kantonalbank auch drei Schweizer Banken.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Fitch Ratings könnte die USA im kommenden Jahr herabstufen, falls Washington sein Defizit nicht in den Griff kriegt. » Reuters Laut Freddie Mac fielen die US-Hypothekenzinsen auf ein Rekordtief: Im Schnitt liegt eine 30 Jahre währende Hypothek jetzt bei 3,67 Prozent. » Bloomberg Luis María Linde wird der nächste Gouverneur der spanishen Notenbank. » WSJ Europas Banken drehen den Städten und Kommunen den Geldhahn zu. » WSJD
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Lieber X als Y
Die Kassiererin eines Kölner Supermarkts nennt einen ihrer Kunden nur noch Mister X, weil der sein Wechselgeld immer in Scheinen mit einem X vor der Seriennummer haben will. "Er behauptet, das seien deutsche Euros," sagt sie. Besonders misstrauische Zeitgenossen befürchten laut » WirtschaftsWoche bereits, dass Euro-Noten, deren Druck von Griechenlands Zentralbank in Auftrag gegeben wurde, bald wertlos sind. Das X vor der Seriennummer auf dem Euro-Schein stehe tatsächlich für Deutschland, Y für Griechenland - doch Grund zur Sorge habe Mister X dennoch nicht: Euro ist Euro, egal, woher er komme.
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Titel: Was kostet Europa?
Finanzen: China und die USA gehen voran
Unternehmen: Transparency beäugt Stadtwerke
Politik: Einigung auf Finanzsteuer
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Würde und Hoffnung
Alexis Tsipras, der radikale Linke Griechenlands, hat laut » Handelsblatt gute Chancen, die Schicksalswahl am 17. Juni zu gewinnen. Für diesen Fall verspricht er ein "Programm der Würde und der Hoffnung". Falls er an die Regierung kommt, wolle er den Sparkurs beenden, die Kreditverträge mit der EU aufkündigen und die Privatisierungen einfrieren - was Griechenland aus der Euro-Zone katapultieren würde.
Gift und Galle
Nikos Lekkas, Athens oberster Steuerfahnder, sagt der » Welt: Wenn die Griechen ihre Steuern zahlten, wäre alles gut. Damit nahm er IWF-Chefin Christine Lagarde in Schutz. Ende Mai ließ ihre Bemerkung, die Griechen müssten eigentlich nur ihre Steuern zahlen, um die Krise zu erledigen, Hellas Politiker "Gift und Galle" spucken.
Illegal und schamlos
William O'Brien, CEO vom US-Börsenkonzern Direct Edge, findet es "illegal" und "schamlos", dass die Technologiebörse Nasdaq OMX Kunden mit einer millionenschweren Entschädigung für das Debakel beim Start der Facebook-Aktie beruhigen will. Es sei unglaublich, wie Nasdaq versuche, eine peinliche Panne in einen Wettbewerbsvorteil umzumünzen. » WSJD
Stärkere Zusammenarbeit
Douglas Flint, der neue Präsident des Internationalen Bankenverbandes , schlägt laut » Handelsblatt Alarm: Immense Herausforderungen warten auf die Branche. Die internationalen Großbanken dringen auf eine stärkere Zusammenarbeit der Staaten bei der Abwicklung von Krisenbanken, die das gesamte Finanzsystem ins Wanken bringen könnten, zitiert das Handelsblatt.
Hübscher Kontostand
Henry Roberts Kravis, Gründer der Buyout-Firma KKR & Co, ist mit einem Jahreseinkommen von 30 Millionen Dollar nach dem Börsengang seines Unternehmens der bestbezahlte CEO unter den Chefs der 50 größten börsennotierten US-Finanzdienstleistern. » Bloomberg
Kaltes Herz
John Paulson, Hedge-Fonds-Manager, hat sich ein Zuhause zugelegt, das größer sei als das Weiße Haus. Mit Immobilien kenne er sich aus, meint die » FTD, mit Spekulationsgeschäften gegen verbriefte Hypothekenpakete - die er selbst zusammen mit Goldman Sachs aufgelegt und an Kunden verkauft habe - soll er einst er 3,7 Milliarden Dollar eingenommen haben. Der moralisch angreifbare Deal habe Paulson zum Inbegriff des kaltherzigen Investors gemacht.
WIRTSCHAFTSBUCH DER WOCHE
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ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Sorgentelefon für ängstliche Banker
Schweizer Banken haben dem Geld so vieler Steuerflüchtlinge ein neues Zuhause geschenkt - nun müssen ihre Angestellten fürchten, im Ausland festgenommen zu werden. Das sei schon traurig, meint die » Süddeutsche Zeitung. Darum habe sich der Bankpersonalverband in der Schweiz auch etwas ganz besonderes ausgedacht: Ein Sorgentelefon für verängstigte Banker. Am anderen Ende warte Rechtsanwalt Rudolf Wyss, bis 2011 Chef des Bereichs Internationale Rechtshilfe im Schweizer Bundesamt für Justiz. Er dürfte somit über die nötige Erfahrung verfügen, um den Interessenten bei heiklen Fragen weiterzuhelfen.