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"Ein Grexit ist
unvermeidbar"
Kurz vor dem wichtigen Treffen der
Eurogruppe über ein zweites Hilfspaket für Griechenland sind positive
Nachrichten in der unendlichen Causa Hellas dünn gesät. Einmal mehr ist es in
Athen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten
gekommen (» HB ). Der » Spiegel berichtet von einem streng vertraulichen Bericht von
EU, EZB und IWF, der den Griechen mit Blick auf ihre
Staatsverschuldung ein katastrophales Zeugnis ausstelle. Statt über die
Perspektiven nach einer Rettung diskutieren die Kommentatoren primär über einen
möglichen griechischen Austritt (von der Citigroup "Grexit" getauft) aus
der Eurozone. Die » Financial Post aus Kanada ist überzeugt, dass Griechenland zu neuer "Pracht"
finden könne - außerhalb der EU. Im » Spiegel empfiehlt der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff der
Regierung in Athen, "eine Art Sabbatical vom Euro" einzulegen und die
Währungsunion für einige Jahre zu verlassen. In der » FTD geht der Wirtschaftsprofessor Melvyn Krauss
davon aus, dass der Rauswurf Griechenlands so oder so kommt. Ein neues
Rettungspaket solle nur Zeit gewinnen. Ein "Grexit" hätte ungewisse, aber
potenziell dramatische Folgen, warnt die » NZZ "Dieses Risiko, so lehrt die Erfahrung, wird am Ende
kaum ein Politiker eingehen wollen." Für » Bloomberg ist der Rausschmiss von Griechenland keine Option. Die Kosten
insbesondere für den deutschen Steuerzahler seien zu hoch. Keinen
Schuldenerlass, aber ein Investitionsprogramm wünscht sich die » Financial Times
Deutschland von den privaten Gläubigern. In der » Handelszeitung versichert Mario I. Blejer, Ex-Gouverneur der
argentinischen Zentralbank, dass das Schicksal des Euro nicht in Athen
oder in Rom, sondern in der EZB-Zentrale in Frankfurt liege. Jean
Pisani-Ferry, Leiter des Brüsseler Think-Tank Bruegel, kritisiert im
» Handelsblatt , dass die Politiker der Krisenstaaten nicht viel zu Wege
gebracht hätten.
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