Roberto Abraham Scaruffi

Monday, 20 February 2012


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"Ein Grexit ist unvermeidbar"
Kurz vor dem wichtigen Treffen der Eurogruppe über ein zweites Hilfspaket für Griechenland sind positive Nachrichten in der unendlichen Causa Hellas dünn gesät. Einmal mehr ist es in Athen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen (» HB ). Der » Spiegel berichtet von einem streng vertraulichen Bericht von EU, EZB und IWF, der den Griechen mit Blick auf ihre Staatsverschuldung ein katastrophales Zeugnis ausstelle. Statt über die Perspektiven nach einer Rettung diskutieren die Kommentatoren primär über einen möglichen griechischen Austritt (von der Citigroup "Grexit" getauft) aus der Eurozone. Die » Financial Post aus Kanada ist überzeugt, dass Griechenland zu neuer "Pracht" finden könne - außerhalb der EU. Im » Spiegel empfiehlt der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff der Regierung in Athen, "eine Art Sabbatical vom Euro" einzulegen und die Währungsunion für einige Jahre zu verlassen. In der » FTD geht der Wirtschaftsprofessor Melvyn Krauss davon aus, dass der Rauswurf Griechenlands so oder so kommt. Ein neues Rettungspaket solle nur Zeit gewinnen. Ein "Grexit" hätte ungewisse, aber potenziell dramatische Folgen, warnt die » NZZ "Dieses Risiko, so lehrt die Erfahrung, wird am Ende kaum ein Politiker eingehen wollen." Für » Bloomberg ist der Rausschmiss von Griechenland keine Option. Die Kosten insbesondere für den deutschen Steuerzahler seien zu hoch. Keinen Schuldenerlass, aber ein Investitionsprogramm wünscht sich die » Financial Times Deutschland von den privaten Gläubigern. In der » Handelszeitung versichert Mario I. Blejer, Ex-Gouverneur der argentinischen Zentralbank, dass das Schicksal des Euro nicht in Athen oder in Rom, sondern in der EZB-Zentrale in Frankfurt liege. Jean Pisani-Ferry, Leiter des Brüsseler Think-Tank Bruegel, kritisiert im » Handelsblatt , dass die Politiker der Krisenstaaten nicht viel zu Wege gebracht hätten.
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NEWS
Räumen Schweizer Banker Zinsmanipulation ein?
Wer hat am Referenzzinssatz Libor gedreht? Laut » Wall Street Journal hat eine der untersuchten Banken gestanden, dass in ihren Reihen eine Gruppe von Händlern und Brokern den Yen-Libor-Satz manipuliert hat. Dabei handele es sich offenbar um die UBS, die ausgesagt habe, dass Händler von sechs Banken aus dem Panel (Citigroup, Deutsche Bank, HSBC Holdings, J.P. Morgan Chase, Royal Bank of Scotland Group und UBS) "sich untereinander absprachen, um künstlich überhöhte oder untertriebene" Zinssätze zu melden.
Riskanter Billionen-Betrug
Die italienische Polizei hat einen spektakulären Betrug vereitelt. Acht Männer wurden unter dem dringenden Verdacht festgenommen, mit fiktiven US-Staatsanleihen im Wert von sechs Billionen Dollar Kasse machen zu wollen. Die US-Notenbank Federal Reserve schätzt, dass unbedarfte Anleger mit Hilfe solcher falschen Anleihen bereits um insgesamt zehn Milliarden Dollar betrogen wurden.
» Süddeutsche Zeitung » Handelszeitung
Wie Banken ihre Risiken klein rechnen
Geldhäuser brauchen Eigenkapital als Notfall-Reserve. Wie viel genau es sein muss, das können die Banken durch ihre Risikobewertung selbst beeinflussen. Wie eine vom » Handelsblatt vorgestellte Studie zeigt, kann das fatale Konsequenzen haben. "Die internen Modelle zu Ermittlung von Risikogewichten haben sich als zu optimistisch, wenn nicht als schlicht falsch erwiesen", sagt Thorsten Beck von der University of Tilburg.
Ex-Post-Boni-Bestrafung
Zum ersten Mal verlangt eine Bank große Teile bereits ausgezahlter Boni zurück, und zwar die britische Lloyds Banking Group, die bei Ex-Chef Eric Daniels und anderen Führungkräften den Bonus-Pool für 2010 noch einmal öffnen will. Hintergrund sind laut » Financial Times millionenfach verkaufte, gerichtlich beanstandete Zahlungsausfallversicherungen, die Lloyds' Image schwer beschädigen.
Weitere millionenschwere Vergleiche
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann räumt vor seinem Abschied mit alten Streitigkeiten auf. Nach der aus Verhandlungskreisen bekanntgewordenen Einigung in der Fehde um den Zusammenbruch des Kirch-Medienkonzerns steht die Bank in Italien und den USA vor weiteren Vergleichen in millionenschweren Konflikten, berichtet das » Handelsblatt
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die Finanzaufsicht BaFin prüft Christian Wulffs Rolle im Übernahmekampf von VW und Porsche » Spiegel Die HSH Nordbank hat mit dem Rückkauf von zwei Anleihen zu einem niedrigen Preis etwas weniger Geld eingestrichen als geplant » HB Bei der Wegelin-Nachfolgerin Notenstein fallen die Abflüsse von Kundengelder offenbar doch kleiner aus als ursprünglich angenommen » Finenews Die Erste Group will bis Anfang März Hybridkapital in Höhe von rund 500 Millionen Euro zurückkaufen » HB Vontobel-CEO Zeno Staub ist bereit, dass Schweizer Banken im Steuerstreit mit Deutschland eine höhere Voraus­zahlung leisten » Hz Die Deutsche Börse und der Londoner Marktbetreiber LSE steigen aus dem Bieterkreis für die London Metall Exchange aus » FTD Die Beteiligungsgesellschaft Advent International und Goldman Sachs übernehmen für drei Milliarden Dollar den Anbieter von Daten zur Werthaltigkeit von Krediten TransUnion - der größte Deals der Private-Equity-Branche 2011. » WSJ D
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Machtpoker um Schloss Bellevue
Politik: Athen setzt auf Milliardenhilfe
Unternehmen: Streit um Leiharbeiter
Finanzen: Konkurrenz im eigenen Haus
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Präsidenten-Frage lässt Merkel-Regierung taumeln
Christian Wulff geht und Joachim Gauck kommt - auf den Bürgerrechtler haben sich Union, FDP, SPD und Grüne gestern geeinigt. Wirtschaft for President!, hatte zuvor das » Handelsblatt gefordert und Jürgen Heraeus, Roland Berger, Ludwig Georg Braun, Michael Otto sowie Ulrich Lehner ins Rennen geschickt. "Absolutes Durcheinander in Angela Merkels Hinterhof" beobachtet das US-Magazin » Time nach dem Rücktritt von Bundespräsident Wulff. "Üble Zeiten für Angela Merkel" glaubt » Challenges aus Frankreich zu erkennen. Der britische » Guardian sieht vor allem die politische Kultur Deutschlands geschädigt. Die » Welt wundert sich, dass Union und FDP über die Benennung eines gemeinsam getragenen Vorschlags zwischenzeitlich an den Rand einer Koalitionskrise gerieten. Michael Spreng erkennt im Ehrensold für Wulff (199.000 Euro jährlich) "hohes Verärgerungspotenzial" für die Wähler (» Sprengsatz ).
Gezerre um neuen SNB-Chef
Thomas Jordan, früherer Stellvertreter des zurückgetretenen SNB-Präsidenten Philipp Hildebrand, galt als der sichere Nachfolger auf dem Chefsessel der Nationalbank. Doch auf einmal erfährt Jordan Gegenwind, auch von einem Bundesrat, meldet der » Sonntag Der im Zusammenhang mit der Affäre Hildebrand kritisierte Bankratspräsident Hansueli Raggenbass stellt sich laut » NZZ nicht mehr zur Wiederwahl.
Sex-Partys mit Nachspiel
Dominique Strauss-Kahn, Ex-IWF-Chef und Beinahe-Präsidentschaftskandidat, soll als Verdächtiger in einer Callgirl-Affäre vernommen werden. "DSK" hat Berichten zufolge an von Unternehmern bezahlten Sex-Partys in Restaurants und Swingerclubs teilgenommen. Jetzt droht ihm eine Anklage.
» Handelsblatt » Handelszeitung
Eimal gierig, immer gierig
Bryan Marsal, Partner der Kanzlei Alvarez & Marsal, ist seit über drei Jahren Insolvenzverwalter von Lehman Brothers. Im Interview mit der » Welt moniert der Jurist, dass sich die Philosophie an der Wall Street nicht verändert habe. "Jeder ist bereit, hohe Risiken einzugehen, sobald man die Chance sieht, damit ein wenig mehr Geld zu verdienen als die Konkurrenz oder den Bonus zu steigern."
Razzia bei Skandalbankern
Wolfgang Kulterer und Siegfried Grigg, frühere Chefs der Hypo Group Alpe Adria (HGAA), stehen im Zentrum von Durchsuchungen der Justizbehörden in Österreich und Deutschland. Am Wochenende wurden Häuser der früheren HGAA-Eigentümer, der Kärntner Landesholding und der Mitarbeiterstiftung der Bank gefilzt. Die Ermittlungen kreisen um den Verdacht der Untreue und der Bilanzfälschung, meldet die » Financial Times Deutschland
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Muttersöhnchenindex schuld an der Krise?
Eine verblüffende Korrelation zur Eurokrise glaubt der Hedge-Fonds-Manager Boaz Weinstein entdeckt zu haben: Wie die » Financial Times Deutschland schreibt, sieht er einen Zusammenhang zwischen Muttersöhnchen und den aktuellen Problemen der Euro-Zone. In den Euro-Krisenstaaten lebten deutlich mehr Erwachsene im Hotel Mama als in anderen Ländern: "Je höher der Anteil der 18- bis 34-jährigen Männer, die bei ihren Eltern wohnen, desto höher wird das Risiko eines Zahlungsausfalls ihres Heimatlands am Markt eingeschätzt." Doch die Zeitung warnt davor, alte Klischees zu bedienen. Die wahren Gründe für die hohe "Nesthocker-Quote" in den Euro-Krisenstaaten seien wahrscheinlich banaler - und gar nicht lustig: "Die Einkommen sind in Südeuropa einfach so niedrig und die Arbeitslosigkeit so hoch, dass sich viele junge Leute keine eigene Wohnung leisten können."