Roberto Abraham Scaruffi

Wednesday, 7 March 2012


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Bankenverband warnt vor Billionenpleite
Eine unkontrollierte Pleite Griechenlands wird nach Schätzungen des Welt-Bankenverbandes IIF mehr als eine Billion Euro kosten. Mit dem Schreiben untermauert der IIF seinen Appell an Banken, Versicherer und andere Anleihekäufer wie Hedgefonds, sich am Rettungspaket privater Gläubiger zu beteiligen, mit dem Griechenland um 100 Milliarden Euro Staatsschulden erleichtert werden soll. Nach » Handelsblatt-Informationen spielen einige Banken sogar bereits den Euro-Zerfall durch. Bis Donnerstag haben private Gläubiger Zeit, sich an dem dafür unabdingbaren Schuldenschnitt in Höhe von 53,5 Prozent zu beteiligen. Dementsprechend dürfte es kein Zufall sein, dass das Dokument des Welt-Bankverbandes so kurz vor diesem Termin an die Öffentlichkeit gelangt, schreibt die » Financial Times Deutschland. Auch das griechische Finanzministerium erhöht wenige Tage vor Ablauf des Anleihentauschs für den Schuldenschnitt den Druck auf Gläubiger und droht mit einem Zahlungsstopp für Verweigerer. » (Handelsblatt » Financial Times) Ohne Zwangsmittel wird die griechische Regierung beim Schuldenschnitt mit ihren privaten Gläubigern laut » Wall Street Journal Deutschland wohl nicht auskommen. Beim laufenden Umtausch ihrer Staatsanleihen werde mit einer Beteiligung von lediglich 75 bis 80 Prozent gerechnet, angestrebt wurden 90 Prozent. Es sei deshalb damit zu rechnen, dass die Regierung die nachträglich geschaffene gesetzliche Möglichkeit einer Zwangsumschuldung nutzen werde, schreibt das Blatt. Wegen des Umtausches wurde gestern der Handel mit allen griechischen Anleihen bis auf Weiteres eingestellt, informiert das » Handelsblatt. Der » Spiegel beschreibt, wie solch ein Umtausch funktioniert und zitiert aus dem Scheiben der Bank. "Nirgendwo ist von Schuldenerlass, drohender Pleite, Wertverlust oder ähnlichen Unerfreulichkeiten die Rede" In dem Schreiben werden insgesamt vier neue Wertpapiere aufgelistet. Sie haben geheimnisvolle Namen wie "GDP-Linked-Notes" oder "PSI Payment Notes". Die » Zeit erinnert daran, die deutschen Milliarden-Hilfen sich rentieren: Griechenland hat Hunderte Millionen Euro Zinsen zurück überwiesen.
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NEWS
Bundesbank mit weniger Gewinn
Die Angst vor einem Zerbrechen der Währungsunion frisst den Gewinn der Deutschen Bundesbank auf. Offiziell wird zwar die Bilanz für 2011 erst Mitte nächster Woche vorgestellt. Doch vemutlich reißt der niedrige Bundesbank-Gewinn eine Lücke von mehr als 1,5 Milliarden Euro in den aktuellen Bundeshaushalt. » (Wirtschaftswoche) Denn nach Informationen der » FAZ ist der Überschuss im vergangenen Jahr auf 600 bis 700 Millionen Euro gesunken.
Daten von den Zocker-Banken
Ungeachtet der geplanten "Volcker-Rule", die den Eigenhandel in den USA zumindest einschränken soll, ging im vergangenen Jahr das "Zocken" der Banken weiter: JP Morgan hat beispielsweise durch den Eigenhandel 2011 Einnahmen in Höhe von 19,3 Milliarden Dollar erzielt. Pikanterweise hat laut Daten der US-Aufsichtsbehörde SEC Goldman Sachs im Vergleich zum Konkurrenten JP Morgan doppelt so viele Handelstage mit Verlust abgeschlossen. Insgesamt verlor Goldman an 54 Handelstagen Geld, an vieren davon insgesamt mehr als 100 Millionen Dollar.
» The Source
Lehman will die Gläubiger bezahlen
Dreieinhalb Jahre nach dem folgenschweren Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers verlässt das Geldhaus den Insolvenzschutz und will ab dem 17. April die Forderungen der Gläubiger bezahlen. » (Handelsblatt » Here ist the City) Die Bank verfügt noch über ein Restvermögen von rund 65 Milliarden Dollar, das nun aufgeteilt werden soll. Die Forderungen belaufen sich auf rund 450 Milliarden Dollar. Unterdessen hat Andrew Gowers, bis zur Pleite 2008 Kommunikationschef von Lehman Brothers, einen neuen Job gefunden. Er soll künftig das angekratzte Image der Großbanken aufpolieren. Gowers wurde zum PR-Chef der europäischen Finanzmarkt-Lobbygruppe Association for Financial Markets in Europe ernannt worden, der viele Top-Investmentbanken aus den USA und Europa angehören.
» Handelsblatt
Shortcuts aus der Finanzbranche
In der Euro-Krise machen Italiens Fiskus verstärkt Jagd auf Steuersünder: Aus der Luft glichen sie die Grundbücher mit der Realität ab - und fanden eine Million Phantomhäuser. » HB Deutsche Banken haben nach einer Studie von Oekom Research im Vergleich zur internationalen Konkurrenz ein gutes Öko-Rating erhalten. » FR Raiffeisen International hat beim Rückkauf von Wertpapieren das angepeilte Ziel von 500 Millionen Euro verfehlt und nur 358 Millionen Euro erreicht. » WB HSBC will ihr Versicherungsgeschäft in Hongkong, Singapur, Argentinien und Mexico an AXA und die australische QBE Versicherungsgruppe verkaufen. Wert: 914 Millionen. » WSJ
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Soros teure Ex-Freundin
George Soros, Star-Investor im Alter von 81 Jahren, hat Probleme mit seiner 28-jährigen Ex-Freundin Adriana Ferreyr, berichtet » Bild. Die brasilianische Serien-Schauspielerin will den berühmten Spekulanten verklagen. Sie fordert 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Der Grund: Soros habe ihr ein Millionengeschenk vorenthalten - eine Wohnung im New Yorker Nobelstadtteil Upper East Side im Wert von 1,9 Millionen Dollar. Außerdem sei sie von ihm geschlagen worden.
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Titel: Gegen den Rest der Welt
Politik: Fiskalpakt wird zur Machtprobe
Unternehmen: Der künftige Chef macht RWE Mut
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Klage gegen Porsches Ex-Finanzchef
Holger Härter, Ex-Finanzchef von Porsche, wurde zusammen mit zwei weiteren Finanzmanagern der Porsche Holding wegen Kreditbetrugs angeklagt. » (Handelsblatt) Für Volkswagen ist dies ein weiterer Rückschlag auf dem Weg zur lang ersehnten Fusion zwischen den beiden Autobauern, meint die » Welt. Laut » Spiegel blickt vor allem die Porsche-Holdinggesellschaft Porsche SE angesichts der verschiedenen Verfahren gegen ihre Ex-Manager in einen Abgrund: Fondsgesellschaften und andere Anleger verlangen Schadensersatz in Milliardenhöhe, weil sie sich durch die versteckten Optionsgeschäfte und den verschleierten VW-Übernahmeversuch über den Tisch gezogen fühlen. Für die » Wirtschaftswoche gerät zugleich die Rolle des soeben zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff ins Blickfeld, der damals als Ministerpräsident von Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat saß. Er soll früher als bisher zugegeben davon gewusst haben, dass Porsche den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit VW anstrebe.
Röslers Acht-Punkte-Plan
Philipp Rösler, Wirtschaftsminister, hat eigene Vorstellungen zur Kontrolle der Finanzmärkte und hat deswegen einen Acht-Punkte-Plan vorgelegt, um künftigen Finanzkrisen wirksam vorzubeugen. Konkret will er den Hochfrequenzhandel eindämmen, gegen Hedge-Fonds und andere Finanz-Heuschrecken vorgehen sowie die Ratingagenturen entmachten.
» Süddeutsche
Der Marsch von Mersch zur EZB
Yves Mersch, Luxemburgs Notenbankchef, dürfte ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) aufrücken. Frankreich will nun nicht mehr wie ursprünglich abermals einen Spanier, sondern Mersch ab Juni als Nachfolger von Jose Manuel Gonzalez Paramo in das sechsköpfige Führungsteam der EZB schicken. Mersch ist seit 1999 und damit seit dem Start der Währungsunion Chef der Notenbank seines Landes und Mitglied des EZB-Rats.
» Handelsblatt
Urteil gegen Milliarden-Betrüger
R. Allen Stanford, ehemals einer der reichsten Amerikaner mit einem Nettovermögen von mehr als zwei Milliarden Dollar, wurde jetzt wegen eines Betrugs verurteilt. Er hat mit angeblich sicheren Festgeldanlagen bei der Stanford International Bank auf Antigua Anleger um etwa sieben Milliarden Dollar geprellt. Der Fall erinnert an den Wall-Street-Betrüger Bernard L. Madoff.
» Handelsblatt » Wall Street Journal » Financial Times
Der Deutsche-Bank-Twitterer
Ted Tobiason, bei der Deutschen Bank Leiter Aktienbereich Technologie, darf über seine Arbeit twittern - ein Privileg, wofür andere Kollegen entlassen werden würden. Er ist der einzige Investmentbanker der deutschen Firma, der einen Twitter-Account mit Bezug zur Arbeit hat, schreibt » Businessweek. Tobiason habe zwar nicht so viele Follower wie Aston Kutcher (9,6 Millionen), aber attraktive 100, von denen einige in leitender Funktion bei Silicon Valley Startups seien.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Die Griechische Welt in Zahlen
Wie man mit wenigen Zahlen viel sagen kann, das beweist das Wirtschaftsmagazin » Brand Eins mit der Rubrik die "Welt in Zahlen" - aktuell zum Thema Griechenland. Beispiele gefällig: Durchschnittliche Zahl bezahlter Urlaubstage pro Jahr: Frankreich 30, Deutschland 24, Griechenland 20. Oder: Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten: Japan 45 Prozent, Deutschland 83 Prozent, Griechenland 97 Prozent. Durchschnittliche Ersparnisse eines Iren: 63.984 Euro , eines Franzosen 63.774 Euro, eines Italieners 60.818 Euro, eines Deutschen 60 123 Euro, eines Griechen 24.675 Euro. Und als Zugabe innerhalb der Zugabe: Zahlen zur Bohrmaschine. Zahl der US-Haushalte im Jahr 2010: 114 Millionen, Zahl der Bohrmaschinen in US-Haushalten: 80 Millionen, aber durchschnittliche Nutzungsdauer einer Bohrmaschine im gesamten Leben: 13 Minuten.....