Roberto Abraham Scaruffi

Tuesday, 7 February 2012


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Griechische "Rausschmeißermusik"
Deutschland und Frankreich verlieren die Geduld mit Griechenland. Um die Schuldenkrise endlich in den Griff zu kriegen, haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ein Sonderkonto zur Tilgung griechischer Schulden vorgeschlagen. » (Handelsblatt » Süddeutsche » Spiegel » Zeit) "Was nützt ein Sonderkonto, wenn die Einnahmen des Schuldenbruders so gering sind, dass er sogar abzüglich der Zinszahlungen auf die Staatsschuld ein hohes Defizit einfährt?", kommentiert die » Welt. "Diese Idee ist nicht mehr als Ausdruck einer tiefen Verzweiflung. Europas mächtigste Politiker haben keine Ahnung, wie sie dieses kleine Land zur Räson rufen sollen." Die » Financial Times Deutschland sieht hinter den Vorschlägen, einen Sparkommissar für Griechenland abzustellen oder gar ein Sperrkonto einzurichten, Vorbereitungen für die Insolvenz Griechenlands. Die Vorschläge seien "Rausschmeißermusik". Auch Entwicklungspolitiker zeigen sich in einem Gastbeitrag für die » Zeit pessimistisch: "Das Staatssystem Griechenlands ist korrupt", heißt es in dem Beitrag. "Denn ein Ausstieg aus der Währungsunion würde keines der drei grundlegenden Probleme der griechischen Wirtschaft lösen: das völlig dysfunktionale Steuersystem, der übergroße, intransparente und ineffiziente öffentliche Sektor sowie die endemische Korruption." In der Nacht hat der Druck offenbar erste Wirkung gezeigt: Die griechische Regierung hat dem Abbau von 15.000 Beamtenstellen zugestimmt. » (Handelsblatt) Das gemeinsame TV-Interview von Merkel und Sarkozy zur Griechenland-Krise wurde ebenfalls kommentiert: "Die beiden sind eben ein eingespieltes Ehepaar. Sarkozy lenkt, Merkel denkt", schreibt das » Handelsblatt.
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NEWS
AWD Doppel-Urteil
Gleich zwei Gerichtsurteile fielen zuungunsten des Finanzdienstleisters AWD aus. Zum einen hatte der Finanzvertrieb Anfang der 2000er Jahre Anteile an Filmfonds des Münchener Emittenten DCM verkauft - die dann grandios floppten. Laut » Manager Magazin waren Anleger nun mit Schadensersatz-Klagen erfolgreich. Und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gegen das ehemalige Unternehmen von Firmengründer Carsten Maschmeyer einen weiteren Sieg vor Gericht errungen - diesmal in einem Schadensersatzprozess namens einer AWD-Kundin: Ein Berater empfahl ihr Immobilienaktien, klärte sie aber nicht adäquat über das Risiko auf. Das Gericht sprach der Frau nun auch in zweiter Instanz Schadensersatz wegen "grob fahrlässiger" Beratung zu, berichtet der östereichische » Standard.
Einigung in Sicht
Im Streit über Zwangsversteigerungen in den USA zeichnet sich eine Einigung ab. Die fünf größten US-Hypothekenbanken Wells Fargo, Bank of America, JP Morgan, Citigroup und Ally Financial sind offenbar zu einem 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich bereit. Von der Gesamtsumme sollen laut » Wall Street Journal rund 1,5 Milliarden Dollar als Entschädigungszahlungen an Bürger fließen, deren Häuser zwangsversteigert wurden. Der Großteil des Geldes soll dazu dienen, weitere Räumungen zu vermeiden. Der endgültige Umfang der Abschreibungen hängt davon ab, ob alle Bundesstaaten der Vereinbarung zustimmen.
Weiterer Link: » FTD
China als Retter
Der Internationale Währungsfonds (IWF) verlangt von der Regierung in Peking, sich stärker in die Lösung der Euro-Krise einzuschalten - mit Investitionen in den schuldengeplagten Ländern. Das Drohgebilde des Währungsfonds: Sollte sich die Volksrepublik zurückhalten, könnte sich die Krise drastisch verschärfen und Chinas Wirtschaft mit in die Tiefe reißen.
» Spiegel
Das "sichere" Singapur
Während das Schweizer Bankgeheimnis international immer mehr in Bedrängnis kommt, versucht der Finanzplatz Singapur in die Bresche zu springen. Laut » Today Online scheint das Bankgeheimnis im fernen Osten sicherer zu sein. Dies hänge nicht zuletzt damit zusammen, dass Singapur als politischer, militärischer und wirtschaftlicher Stützpunkt der USA gilt. Vor diesem Hintergrund muss in dem kleinen Stadtstaat niemand befürchten, unter Druck der Amerikaner zu gelangen.
Langer Weg aus der Krise
Die Wirtschaftsagentur » Reuters vergleicht die Wirtschaften der Krisenstaaten Griechenland und Portugal und glaubt, dass beiden Ländern noch ein sehr langer Weg aus der Krise bevorstehe. Ihnen fehle der "innovative Dreh". Pro eine Million Einwohner hätten die Staaten weniger als acht Patente eingereicht - Deutschland habe in der gleichen Zeit 335 Patente pro Million eingereicht. Natürlich sei hier der Skaleneffekt einer acht Mal größeren Bevölkerung zu betrachten. Doch selbst Tschechien komme mit 16 Patentanmeldungen pro eine Million Einwohner auf die doppelte Menge.
Weitere Schuldenkäufe in Sicht
Das » Wall Street Journal hält eine weitere monetäre Lockerung seitens der britischen Notenbank im Laufe der Woche für wahrscheinlich. Die Rede sei von weiteren 80 bis 120 Milliarden Dollar an Schuldenkäufen. Die Bank of England sei zum Handeln gezwungen, angesichts einer leicht schrumpfenden Wirtschaftsleistung im vierten Quartal. Ob es jedoch die richtige monetäre Medizin sei, bleibe unbeantwortet.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Citigroup wird die erste westliche Bank werden, die auf dem chinesischen Festland Kreditkarten herausgeben darf. » FT Die Sparkassen stecken Hunderte Millionen Euro in den WestLB-Umbau. » HB Der deutsche Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken kritisiert das Commerzbank-Angebot mit einer Durchschnittsrendite von 3,5 Prozent für eine Anlage mit sechs Jahren Laufzeit als zu großzügig. » HZ Die Bank Julius Bär muss im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang hinnehmen - Bankchef Boris Collardi rechnet mit einer Strafzahlung im US-Steuerstreit. » NZZ Nach zahlreichen Kursmanipulationen ordnet die Deutsche Börse den kaum regulierten Freiverkehr neu. » FTD Nach einem Vorjahresgewinn von knapp 100 Millionen ist die US-Bank Lazard im vierten Quartal in die Verlustzone geschlittert - auch aufgrund hoher Bonuszahlen. » HB

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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Fotoshooting mit Buffett
Dass der milliardenschwere Investor Warren Buffett Humor hat, ist nicht neu. In einem Werbespot für den US-Autoversicherer Geico trat der Über-Investor beispielsweise vor eienm Jahr als Rocker auf, mit hüftlangem Haar, lila Bandana-Tuch, ellenlangen Tatoos und schwarzer Lederjacke. Jetzt hat Buffett Studenten zu sich nach Omaha eingeladen, um Fragen zu seinem Unternehmen zu beantworten - und am Ende mit den Studenten essen zu gehen. Dabei sind einige hübsche Fotos entstanden, wie das » Wall Street Journal zeigt: Buffett als Boxer, Verehrer, Sonnenbrillenträger, Romeo...
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: SPD plant Wahlkampf gegen Finanzindustrie
Politik: Berlin und Paris verlangen Sperrkonto
Unternehmen: Bombardier: Retter gesucht
Finanzen: Versicherer atmen auf
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Der Sheriff der Wall Street
Preet Bharara, US-Staatsanwalt, hat die Bank Wegelin angeklagt und ist auch der ambitionierte Gegenspieler der anderen Schweizer Kreditinstitute. Die » Neue Zürcher Zeitung porträtiert den "Sheriff der Wall Street", wie die Branche den Chefankläger in Manhattan auch nennt. Die » Handelszeitung zitiert aus einer aktuellen Studie der Weltbank. Danach ist die USA und nicht die Schweiz der wahre Schwarzgeld-Gigant - zumindest in Sachen Korruption.
Neue Investmenthelden gesucht
Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die beiden Nachfolger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, entscheiden gemeinsam, wer in Zukunft die Investment-Sparte der Deutschen Bank leiten soll. Vier Kandidaten haben gute Chancen auf den wichtigen Posten.
» Handelsblatt
"Die Rivalen schütteln den Kopf"
Reto Franconi, Chef der Deutschen Börse, meldet sich nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Börse in der » FTD zu Wort. Er prüfe eine Klage, sagte er.
Botschafter für die Homo-Ehe
Lloyd Blankfein, Chef von Goldman Sachs, gilt als Gesicht der gierigen Wall Street. Nun legt er sich ein netteres Gesicht zu und tritt für Homosexuelle ein. Selten in einer Branche, die nicht gerade für fortschrittliche Ansichten steht, meint das » Handelsblatt.
Ausreise verweigert
Jassir al Mallauani, Vorstandsvorsitzender der Investmentbank EFG Hermes, wurde vom ägyptischen Justizminister die Ausreise verweigert. Angeblich bestehe ein Zusammenhang zwischen ihm und den Stadionkrawallen in der Stadt Port Said mit 74 Toten.
» Handelsblatt
Boni verteidigt
Stefan Jentzsch, Ex-Chef von Dresdner Kleinwort, hat im Prozess um nicht gezahlte Boni bei der Commerzbank die Boni-Versprechungen seines Hauses gerechtfertigt. Man habe versucht, den Exodus der Banker zu verhindern und deswegen einen "Bonuspool" von insgesamt 400 Millionen Euro zugesagt, als der bevorstehende Verkauf an die Commerzbank ruchbar wurde.
» Handelsblatt
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Karriere-Aus für Homer Simpson im Iran
Nach dem Verkaufsverbot für Barbie-Puppen hat der Iran nun auch Figuren der US-Kultserie "Die Simpsons" aus den Spielzeuggeschäften verbannt. Die Puppen der erfolgreichen US-Zeichentrickserie dürften nicht mehr die Ladenregale im Iran füllen, meldete eine iranische Tageszeitung unter Berufung auf das staatliche Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern. Eine Gnadenfrist gibt es für Superman und Spiderman. Sie unterstützten die Unterdrückten, sagte Mohammed-Hossein Farjou vom Institut. Das iranische Regime kämpft seit Jahrzehnten gegen das, was es die "Invasion der westlichen Kultur" nennt. Teheran sind Filme, Musik, Haarschnitte und Kleidung aus dem Westen ein Dorn im Auge.
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