Roberto Abraham Scaruffi

Thursday, 23 February 2012


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Troika rechnet sich Griechenland schön
Beim Hilfspaket für Griechenland gehen die Euro-Retter trotz einiger Anpassungen immer noch von extrem optimistischen Annahmen aus. Schon kleine Abweichungen könnten das fragile Gebilde zum Einsturz bringen, analysiert das » Handelsblatt. Die » Börsen-Zeitung meldet von einer neuen Hellas-Klatsche durch Fitch: Die Ratingagentur habe die Kreditwürdigkeit Griechenlands erneut herabgestuft, auf die Note "C". "Wir alle sind Griechen", solidarisiert sich der » Freitag mit dem Pleiteland. Mit den "spektakulären Flammen" von Athen habe die Suche nach einer anderen Form des Lebens begonnen, und die werde Griechenland und den Rest der Welt ändern. Die » Welt warnt vor einer EU, die mit sozialistisch gefärbter Sprache in die Nationalstaaten hineinregiert. Die » Financial Times Deutschland erinnert daran, dass Hellas schon Ende des 19. Jahrhunderts pleite war. "Die Furcht, fremdbestimmt zu werden, ist eines der großen griechischen Traumata", zitiert das Blatt die Historikerin Korinna Schönhärl.
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NEWS
Deutschland in die Zange genommen
Die Bundesregierung lehnt eine Aufstockung des künftigen Euro-Rettungsschirms "Europäischer Stabilitätsmechanismus" (ESM) weiterhin ab, meldet die britische » Financial Times. Angela Merkel und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble seien inzwischen mit dieser Position innerhalb der EU isoliert, während IWF-Chefin Christine Lagarde ihren Druck auf Berlin erhöhe. In der deutschen » FTD fordert Mexikos Notenbankchef Augustín Carstens von den Europäern größere Anstrengungen zur Überwindung der Schuldenkrise.
Todeswetten werden begraben
Nach öffentlicher Kritik bietet die Deutsche Bank Anlegern den Ausstieg aus dem geschlossenen Fonds "db Kompass Life 3" an. Das Produkt ist eine Art Wette auf die Restlebensdauer von etwa 500 Menschen: Sterben die sogenannten Referenzpersonen früher als erwartet, erhöht sich die Rendite für die Investoren. Die Anleger sollen ein schriftliches Rückkaufangebot erhalten.
» Handelsblatt » Spiegel
Commerzbank-Gewinn halbiert
Die Erwartungen an das Schlussquartal 2011 der Commerzbank waren auch wegen zusätzlicher Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen gedämpft. Das Institut hat sie übertroffen, im Gesamtjahr aber Federn gelassen. » (Handelsblatt) Außerdem berichten die » Düsseldorfer, dass die EU-Kommission darüber nachdenkt, das im April 2012 auslaufende Akquisitionsverbot für die Bank zu verlängern. Im Gegenzug wird die Bank die - allerdings verlustbringende - Tochter Eurohypo behalten dürfen.
Kontrolle ohne Alternative
Die Aufsicht über die Schweizerische Nationalbank wird wohl nicht grundlegend geändert, nachdem ein Gutachten keine Alternative zur aktuellen Aufgabenverteilung ausloten kann, meldet » Cash. Das Alpenland will sein angekratztes Image als Bankenplatz aufpolieren: Ausländische Steuerhinterzieher sollen künftig nicht mehr so leicht Gelder in der Schweiz parken können, berichtet das » Handelsblatt.
Wo Hedge-Fonds investieren
Höhere Aktienquote, stärkere Gewichtung: Kapitalanleger setzen vermehrt auf Technologiewerte. Innovative und fortschrittliche Unternehmen aus den Branchen Biotechnologie und Information sind gefragt, analysiert das » Handelsblatt. Die » New York Times berichtet, dass sich Hedge-Fonds trotz mehrfacher Bauchlandungen wieder für griechische Staatsanleihen interessieren.
Allianz hält Dividende stabil
Bei der Allianz ist 2011 wie erwartet der Gewinn kräftig eingebrochen. Die positive Überraschung dabei: Die Aktionäre bekommen es doch nicht zu spüren: Europas größter Versicherer hält die Dividende konstant.
» Handelsblatt
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die französische Großbank BNP Paribas fährt das US-Geschäft zurück und veräußert eine US-Tochter an Wells Fargo. » NZZ Das US-Justizministerium hat seine Ermittlungen gegen den deutschen Versicherer Allianz wegen des Verdachts auf Bestechung im Ausland eingestellt. » HB Die Londonder Polizei ermittelt gegen einen Ex-Händler des britischen Asset Managers Threadneedle, der einen Betrug im Zusammenhang mit Optionsscheinen auf argentinische Titel begangen haben soll. » FT Die EU-Kommission will Ungarn wegen Missachtung von EU-Vorschriften rund 500 Millionen Euro Fördergelder streichen. » FTD Die Sparda-Banken haben im vergangenen Jahr einen rekordverdächtigen Jahresüberschuss erwirtschaftet. » BZ Die Bundesregierung will dem Druck der Assekuranz nachgeben und die Ansprüche von Kunden an Lebensversicherer beschränken. » FTD Die US-Verbraucherschutzbehörde untersucht die Überziehungsgebühren großer US-Banken. » WSJ Trotz des wirtschaftlichen Gegenwindes konnte die Raiffeisen Bank International 2011 den Vorsteuergewinn auf 1,4 Milliarden Euro steigern. » HB Die kleine Spar- und Leihkasse zu Bredstedt in Schleswig-Holstein ist in Not, eine Volksbank soll als Weißer Ritter helfen. » FTD
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Höhere Zusatzbeiträge drohen
Die gesetzliche Krankenversicherung schwimmt im Geld, aber laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey nicht mehr lange. Spätestens 2014 drohen den Kassen wieder Milliardendefizite - und den Versicherten hohe Zusatzbeiträge. Bei konservativen Annahmen durchschnittliche Zusatzbeiträge in Höhe von 15,50 Euro pro Monat.
» Spiegel
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Peugeot in der Krise
Politik: Der Allparteien-Präsident, ein Irrtum?
Unternehmen: Neue Zeche im Ruhrgebiet?
Finanzen: Neue Fesseln für die Commerzbank
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Feuerwehrmann soll Milliarden besorgen
Alessandro Profumo, Ex-Chef der Unicredit, gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Chefsessel der Monte dei Paschi di Siena. Die Personal-Entscheidung bei der drittgrößten Bank im Lande und ältesten Bank der Welt könnte schon in den kommenden zwei Wochen bekanntgegeben werden, meldet die » Financial Times Das Institut braucht dringend drei Milliarden Euro.
Verhör-Marathon beendet
Dominique Strauss-Kahn, Ex-IWF-Chef, ist nach zweitägigem Verhör-Marathon wegen seiner Beteiligung an illegalen Sex-Partys wieder ein freier Mann. Unklar blieb, ob die Behörden gegen ihn zu einem späteren Zeitpunkt ein Anklageverfahren eröffnen werden, so das » Handelsblatt Die französische Justiz hatte den Polizeigewahrsam gegen den 62-Jährigen zunächst bis Donnerstag verlängert. "DSK" steht unter dem Verdacht, an schwerer bandenmäßiger Zuhälterei beteiligt gewesen zu sein (FinanceToday berichtete). Außerdem soll er von veruntreuten Firmengeldern profitiert haben.
Nachlese zum Kaupthing-Kollaps
Hreidar Mar Sigurdsson, früherer CEO der 2008 gekenterten isländischen Kaupthing Bank, und Ex-Chairman Sigurdur Einarsson sind wegen Betrugs und Marktmanipulation angeklagt worden. Im März sollen die Banker vor Gericht stehen; sie haben sich bislang als unschuldig erklärt, meldet die » New York Times. Laut » Financial Times hat sich die britische Strafverfolgungsbehörde für schwere Betrugsdelikte SFO beim Unternehmer Robert Tchenguiz entschuldigt. Dieser war zwischenzeitlich wegen einer vermeintlichen Verstrickung in den Kollaps der isländischen Kaupthing-Bank verhaftet worden. Die Beamten seien überarbeitet gewesen. Tchenguiz will 100 Millionen Pfund Schadenersatz.
Transferunion nein danke
Marie-Christine Ostermann, Chefin der Lobbygruppe "Junge Unternehmer", beschreibt im Videointerview mit der » Süddeutschen ihre Bauchschmerzen bei der Eurorettung. Der Weg in die Transferunion sei ein Irrweg, stattdessen plädiert Ostermann für eine Schuldenselbstverantwortung.
Überflieger auf dem Trockenen
Lavrentios Lavrentiadis, griechischer Unternehmer mit einst großen Plänen in der Schweiz - Gründung einer eigenständigen Bank - steht auch im Alpenland unter Druck. Drei Konten wurden beim Zürcher Finanzinstitut GHP Arbitrium gesperrt, meldet die » Handelszeitung. Hintergrund: Die Athener Staatsanwaltschaft glaubt, dass die von Lavrentiadis kontrollierte, staatlich gerettete Proton Bank 700 Millionen Euro ins Ausland geschafft habe.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Länger leben durch Rezession
Die Nachrichtenagentur » Bloomberg hat einen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und Lebenserwartung festgestellt. Und zwar steige die Lebenserwartung in Zeiten von Wirtschaftskrisen unerwartet an. So sei die Sterblichkeit zwischen 2007 und 2010 um zwei Prozent zurückgegangen, wodurch die Lebenserwartung um 0,8 Jahre gestiegen sei, auf 78,7 Jahre. Zwischen 2004 und 2007, als es der Wirtschaft deutlich besser gegangen sei, habe die Lebenserwartung nur um 0,4 Jahre zugelegt. Interessant sei zudem, dass in Staaten, in denen die Arbeitslosigkeit stärker zugenommen habe, auch die Lebensdauer stärker gestiegen sei. Ähnliches Wachstum der Lebenserwartung sei bereits während der Großen Depression zu beobachten gewesen. Ein möglicher Grund dafür sei, dass geringere wirtschaftliche Aktivität weniger Unfalltote nach sich ziehe und auch Herzkrankheiten und Übergewicht zurückgingen.