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Draghis Chancen auf Top-Job bei
der EZB steigen
Nach Italiens Regierungschef
Berlusconi hat sich nun auch Frankreichs Präsident Sarkozy für
Mario Draghi als Nachfolger für EZB-Präsident Jean-Claude Trichet
stark gemacht. "Ich kenne Draghi gut. Wir unterstützen ihn nicht, weil er
Italiener ist, sondern wegen seiner Qualitäten. Es wäre darüber hinaus ein gutes
Signal für Italien, das Zweifel an seiner Rolle und Position in Europa hegen
mag", sagte Sarkozy. Die Bundesregierung wurde offensichtlich von der
öffentlichen Festlegung Sarkozys für Draghi überrascht. Erst vergangene Woche
hatte ein Regierungssprecher in Berlin darauf verwiesen, dass es keinen
Zeitdruck in der EZB-Kandidatenfrage gebe. Die britische Financial Times
entgegnet dem Vorbehalt, die EZB werde mit Draghi an der Spitze und Portugals
Vitor Constâncio als Vizepräsidenten "zu südländisch". Die sei insofern
"Nonsense", als Draghi über vielfältige internationale Erfahrungen und einen
tiefen "Einblick ins Schuldenmachen" verfüge. "Die Eurozone sollte vielmehr eine
nicht-nördliche Perspektive bei den Top-EZB-Jobs begrüßen." Nach dem Rückzug von
Bundesbankpräsident Axel Weber und dem öffentlichen Bekenntnis von
Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy zu Draghi könne sich Angela
Merkel dem Italiener nicht mehr wirklich verweigern, meint die Financial
Times Deutschland. Doch die Kanzlerin solle sich ihre Zustimmung abkaufen
lassen. Aus Sicht der Süddeutschen Zeitung ist das Votum von Sarkozy für Draghi
mehr als eine Vorentscheidung. Die Münchner porträtieren Draghi als
"geldpolitischen Pragmatiker", der öffentlich klare Aussagen zur Zinspolitik
vermeide und stattdessen lieber allgemein über Wirtschaftspolitik oder die
Stabilität des Bankensystems rede. » Handelsblatt » Financial Times » FTD » Süddeutsche » Zeit » NZZ » New York Times
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