Roberto Abraham Scaruffi

Tuesday, 10 April 2012


Dienstag, 10. April 2012
Guten Morgen,
angesichts wachsender Spannungen in der Golf-Region treiben die USA mit einem finanziellen und politischen Kraftakt die Erschließung neuer Energiereserven voran. Präsident Barack Obama setzt - trotz Bedenken von Umweltschützern - vor allem auf heimisches Öl. "Drill, Baby, drill", hatte ihm Sarah Palin im letzten Wahlkampf zugerufen. Damals vergeblich. Jetzt folgt Obama ihrem Rat. Unser heutiges Titelthema "Amerika auf dem Weg zur Ölmacht" analysiert die Folgen dieses Strategiewechsels für die USA und die Weltwirtschaft.

Mit einem spektakulären Jobabbau will Sony aus der Verlustzone kommen. Der Elektronik- und Unterhaltungskonzern wird nach Angaben der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" bis Ende des Jahres weltweit 10.000 Arbeitsplätze streichen. Ein Sony-Sprecher lehnte zwar gestern jeden Kommentar ab. Unser Japan-Korrespondent Martin Kölling geht aber davon aus, dass das Schweigen als Bestätigung gewertet werden muss.

Für viele Stadtkämmerer war der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst ein Schock. Nicht so für die IG Metall. Sie betrachtet die Vorlage der Gewerkschaft Verdi als Ansporn für ihre eigene Tarifrunde in der Metallindustrie. "Verdi hat gute Arbeit gemacht", lobte IG-Metall-Chef Berthold Huber im Interview mit dem Handelsblatt. Das Verdi-Ergebnis wirke "zusätzlich beflügelnd". Die IG Metall fordert in der seit März laufenden Tarifrunde für die 3,6 Millionen Metaller 6,5 Prozent mehr Geld, strengere Regeln für die Zeitarbeit und eine unbefristete Weiterbeschäftigung von Auszubildenden. Streiks sind ab Ende April möglich.

Audi investiert in Personal und neue Produktionsstätten, um den Konkurrenten BMW als führenden Hersteller von Premiumautos weltweit abzulösen. Allein in Deutschland will die VW-Tochter 2.000 Spezialisten einstellen. Das sind 800 mehr als ursprünglich geplant, teilte Audi gestern mit. Zudem will der Autohersteller bis zu 700 Leiharbeiter fest anstellen.

In der Deutschen Bank befürchten nicht wenige Topleute eine Dominanz der Investmentbanker. Der künftige Co-Chef Jürgen Fitschen versucht, sie zu besänftigen. Auf einer Führungskräfteveranstaltung in Berlin - der sogenannten Regional Management Conference - machten er und Privatkundenvorstand Rainer Neske deutlich, dass sie auf einer ausgewogenen Strategie bestehen werden. Ein Teilnehmer berichtet: "Auch Neskes Botschaft war: We can make it - aber nur als Gesamtbank."

Für alle Privatinvestoren legt unser Aktienanalyst Ulf Sommer heute seine Zusammenfassung der amerikanischen Bilanzsaison vor: Der Boom nach der großen Finanz- und Wirtschaftskrise mache Amerikas Konzerne so stark wie noch nie, schreibt er. So verdienten die 100 größten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen der USA im vergangenen Jahr mehr als je zuvor. Unter dem Strich waren es 488 Milliarden Dollar, 13,4 Prozent mehr als im Jahr 2010. Die nach Umsatz sechs größten US-Konzerne strichen 2011 einen Nettogewinn von 130 Milliarden Dollar ein. Das ist so viel wie in Deutschland die 100 größten Firmen zusammen geschafft haben. Top-Verdiener war der Ölkonzern Exxon mit gut 41 Milliarden Dollar, gefolgt vom Wettbewerber Chevron, der auf knapp 27 Milliarden Dollar kam. Allein diese beiden Firmen verdienten so viel wie alle Dax-Konzerne zusammen.

Unser Wochenend-Titel "Mein Kopf gehört mir" sorgt für anhaltende Diskussionen. 100 Prominente aus Verlagen und Softwarehäusern, Musiker, Schauspieler und Autoren hatten gegen die Umsonst-Kultur im Internet und deren politische Protagonisten, die Piratenpartei, protestiert. Auf vielfachen Wunsch unserer Leserinnen und Leser möchte ich Ihnen die Aktion "Mein Kopf gehört mir" als PDF-Download anbieten. Übers Wochenende kamen weitere 60 Künstler, Politiker und Hochschulprofessoren hinzu, die für den Schutz des geistigen Eigentums auch im Digitalzeitalter plädieren. Wer mitdiskutieren möchte, sei hiermit eingeladen: Handelsblatt Online dokumentiert das ganze Spektrum der Meinungen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Nach-Osterwoche. Es grüßt Sie herzlichst Ihr

10042012_HBTitel.jpg



Gabor Steingart
Chefredakteur

Banner_bnr_01.png

10042012_Online.jpg
KAUF VON INSTAGRAM
Zuckerbergs Megadeal soll Facebook mobil machen
Eine Milliarde Dollar lässt sich das weltgrößte soziale Netzwerk die Foto-App Instagram kosten. Facebook erkauft sich damit eine Technologie "mit wahnsinniger Zugkraft" - und einen wichtigen Schritt in die mobile Welt. Mehr...


presseschau02.jpg
FÜR SIE GELESEN
Die Handelsblatt-Presseschau
Zwar haben die Schweiz und Deutschland das Steuerabkommen unterzeichnet. Das Thema steht dennoch weiter ganz oben auf der Medien-Agenda: Denn die Steuerfahnder wollen trotz der Offensive der Schweizer Bundesanwaltschaft weiter Daten kaufen, während die "Roten Brüder" zündeln. Mehr...

LESERFAVORITEN
1. BEGEHRTES EDELMETALL
"Silber wird knapper sein als Gold"
 Facebook
2. FINANZINSTITUTE
Der Banker-Versteher
 Facebook
3. ISRAEL-GEDICHT
Politiker distanzieren sich von Günter Grass
 Facebook
4. HENKEL TROCKEN
Euro-Fanatismus ignoriert humanitäre Katastrophe
 Facebook
5. NACH VERLUSTEN
Öl-Hedge-Fonds schließt die Tore
 Facebook
Banner_bnr_02.png
DAX-AUSBLICK
Für den Dax geht es weiter abwärts
Nach erschreckend schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA herrscht schlechte Stimmung an der Börse. Der Dax dürfte weiter fallen. Andererseits wächst die Hoffnung auf billiges Geld der Notenbanken. Mehr...

BÖRSE TOKIO
Japans Aktienmarkt kann Gewinne nicht halten
Nach einem Tief letzte Woche und gestern hat der japanische Aktienmarkt am Dienstag zunächst im Plus tendiert. Grund dafür waren gute Signale aus China. Doch gegen Handelsende drehte die Stimmung. Mehr...

BÖRSE NEW YORK
Wall Street zittert vor Berichtssaison
Nach der schwächsten Woche seit Dezember steht die Zuversicht an der Wall Street auf der Kippe. Die Berichtssaison steht vor der Tür. Sie kann dem Markt neuen Auftrieb geben - oder in die Knie zwingen. Der Ausblick. Mehr...


Wallstreet01.jpg
VIDEO
Marktbericht Wall Street


Frankfurt02.jpg
VIDEO
Börse Frankfurt


Analyser-to-go.jpg
VIDEO
Analyser to go

trenner_white.gif
Rubrikenkopf-Shop.png

cover-mein-kopf-gehoert-mir.jpg
Special zur Umsonstkultur - Mein Kopf gehört mir

Die Piratenpartei steigt in Umfragen auf zwölf Prozent. Sie findet, das Recht auf geistiges Eigentum gehöre abgeschafft.

Diesem Enteignungsprogramm wird widersprochen. 100 Denker, Tüftler und Kreative fordern im Handelsblatt: Auch künftig muss, wer immaterielle Werte schafft, entlohnt werden.

Das 14-seitige Special zu diesem Thema steht Ihnen als PDF-Download für 1,00 € ab sofort zur Verfügung.


Hier geht´s zum Download im Handelsblatt Shop

Banner_bnr_04.png

STEUEREXPERTE
Höhere Pendlerpauschale nützt vor allem reichen Singles
Während sich die Koalition um die Erhöhung der Pendlerpauschale streitet, mischt sich ein Steuerexperte in die Diskussion ein. Er meint, dass sie finanziell Schwächeren und Familien wenig oder nichts bringen würde. Mehr...

LANDTAGSWAHLEN
Piraten rechnen sich in NRW große Chancen aus
Nach dem Wahlerfolg im Saarland nimmt die Piratenpartei Nordrhein-Westfalen ins Visier und hofft auf den Einzug in den Landtag. Bei der CSU rechnet die Parteispitze fest mit weiteren Erfolgen der Piraten, die vor allem die Grünen treffen würden. Mehr...

TERMIN DES TAGES
Ausfuhren schwächeln
Heute werden neue Daten zur Entwicklung des deutschen Außenhandels veröffentlicht. Experten gehen davon aus, dass die Exporte im Februar 0,4 Prozent niedriger waren als im Monat zuvor. Im Januar hatten die Ausfuhren noch 2,3 Prozent zum Vormonat zugelegt. Die Importe dürften dagegen um 0,5 Prozent gestiegen sein, nach einem Plus von 2,4 Prozent im Januar.

trenner_anzeige.jpg
Neu_HB_4Wo_AudiTT_610x165.jpg
Banner_bnr_05.png

TERMIN DES TAGES
Industrieproduktion in Frankreich kommt nicht in Schwung
In Paris werden Daten zur Industrieproduktion im Februar bekanntgegeben. Experten gehen davon aus, dass die Branche lediglich 0,2 Prozent mehr hergestellt hat als im Januar. Damals hatte die Steigerung zum Vormonat 0,3 Prozent betragen.

Banner_bnr_06.png

RAKETENTESTS
USA warnen Nordkorea nach Raketenpräsentation
Am Osterwochenende hat Nordkorea neue Atomängste geschürt. Das Regime zeigte Journalisten eine neue Rakete, die angeblich einen Satelliten ins All bringen soll. Doch Nordkorea habe anderes damit vor, warnt Südkorea. Mehr...

INDONESIEN
Boom mit angezogener Handbremse
Indonesien ist der größte Markt in Südostasien und begeistert Investoren mit florierender Wirtschaft und starkem Konsum. Doch die Euphorie muss durch ein Nadelöhr: Die marode Infrastruktur belastet das Wachstum. Mehr...

LEITZINS
Japanische Notenbank bleibt in Wartstellung
Die japanische Notenbank belässt die Leitzinsen bei nahe null. Die Bank von Japan beschloss am Dienstag, die geldpolitischen Zügel vorerst nicht noch weiter zu lockern. Mehr...

NATIONALE KAMPAGNE
Volkswagen veröffentlicht Job-Inserat der anderen Art
Spezialisten, verzweifelt gesucht: Mit einer nationalen Werbekampagne sucht Volkswagen in den USA Arbeiterinnen und Arbeiter für ein expandierendes Werk in den USA. Sie sollen mehr der erfolgreichen Passats bauen. Mehr...

TERMIN DES TAGES
Alcoa kommt nicht aus den roten Zahlen
Der Aluminiumriese berichtet nach US-Börsenschluss über den Verlauf des ersten Quartals. Analysten rechnen unter dem Strich mit einem Verlust von gut 40 Millionen Dollar nach einem Plus von 308 Millionen Dollar vor Jahresfrist. Allerdings hatte Alcoa bereits im Schlussquartal 2011 mit 191 Millionen Dollar den ersten Verlust seit neun Quartalen verkünden müssen. Das operative Ergebnis (Ebitda) sehen Experten im ersten Quartal auf 460 Millionen Dollar etwas mehr als halbiert. Der Umsatz dürfte mit 5,77 Milliarden Dollar gut drei Prozent niedriger ausfallen.

Banner_bnr_07.png

10042012_Kari.jpg
WORTE DES TAGES

"Es ist ein ekelhaftes Gedicht."
Marcel Reich-Ranicki,
Literaturkritiker, über das Gedicht von Günter Grass

"Die Rettungs-Europäer zwingen Griechenland zu 30 Prozent niedrigeren Löhnen. Das kann nicht friedlich durchgesetzt werden."
Lutz Goebel,
Präsident des Verbandes der Familienunternehmer