Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 11 February 2011


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Axel Weber: ins Knie geschossen (worden)?
Die Diskussion um einen möglichen Wechsel von Bundesbank-Präsident Axel Weber in die Privatwirtschaft erhitzt weiterhin die Gemüter. Frank-Walter Steinmeier, SPD-Fraktionschef, warf der Kanzlerin vor, Weber nur "halbherzig" in der Nachfolge-Debatte rund um EZB-Chef Jean-Claude Trichet unterstützt zu haben. Peinlicher ließe sich anderen EU-Staaten kaum demonstrieren, dass man die Lage nicht im Griff hat, schämt sich die SZ. Die Bundeskanzlerin wolle ihren Kopf aus der Schlinge ziehen und alle Schuld an dem möglichen Scheitern einer deutschen Kandidatur für die EZB-Spitze auf Weber schieben, vermutet die Börsen-Zeitung. Für das Wall Street Journal ist Webers Abschied so episch wie Siegfrieds Tod bei Wagner - nur chaotisch inszeniert und mindestens doppelt so lang. Weber habe sich als "armseliger Kommunikator" erwiesen, so die Financial Times, insofern wäre er der falsche Mann für den EZB-Chefposten gewesen. Wer bei der EZB Regie führe, müsse mehr Diskretion, Teamgeist und Fingerspitzengefühl mitbringen, meint auch die FTD. Merkel habe den Kopf Axel Webers geopfert, mit seinem Pickelhauben-Auftreten sei er ohnehin nicht geeignet gewesen für die EZB, schreibt La Tribune aus Frankreich. (s. auch "Köpfe")
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NEWS
Sprengen die Aufseher die Börsen-Party?
Kurz nach der Börsen-Party macht sich schon Katerstimmung breit. Denn bei den Fusionsplänen, die Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni wieder aus der Schublade gezogen hat, steckt der Teufel im Detail. Größte Hürde für ein Zusammengehen mit der New Yorker NYSE: ein mögliches Veto der Wettbewerbshüter und Börsenaufseher. Daily Finance weist die patriotischen Kritiker des Zusammenschlusses in die Schranken, die sich über die drohende Kontrolle der US-Börse durch die Deutschen aufregten. Die NYSE sei seit Jahrzehnten ins Hintertreffen geraten. Das Wall Street Journal sieht durch den Deal goldene Zeiten für Juristen anbrechen - über 100 M&A-Anwälte dürften die Allianz einfädeln und dabei ein rekordverdächtiges Honorar einstreichen. In einem weiteren Artikel meldet das Blatt, die Amerikaner ließen sich ausschließlich von der Boutique-Investmentbank Perella Weinberg Partners beraten; auf der deutschen Seite berieten die Deutsche Bank und JP Morgan Chase die Frankfurter. (s. auch "Köpfe")
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Die größten Börsenbetreiber der Welt
Wenn die Fusion von NYSE/Euronext und Deutscher Börse wie geplant zustande kommt, entsteht eine Nummer eins auf dem weltweiten Markt, an den auch die asiatischen Börsenbetreiber auf lange Sicht nicht herankommen. Die Branchenriesen im Überblick.
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Kollektives Versagen in Bayern
Die BayernLB hätte die österreichische Bank HGAA nie kaufen dürfen. Zu diesem Ergebnis ist der Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag mehrheitlich gekommen, der ein Jahr lang die fatale Übernahme im Jahr 2007 unter die Lupe genommen hat. Der Untersuchungsausschuss habe gezeigt, dass die CSU nicht mehr ihre Parteikameraden schütze, schreibt die Süddeutsche Zeitung.
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Wer der WestLB unter die Arme springen könnte
Die Zukunft der WestLB wird konkret: So wollen sich die Sparkassen im Rheinland und in Westfalen-Lippe an der neuen Kapitaldecke der geplanten Verbundbank beteiligen. Diese soll das neue Zentrum des Instituts werden. Die Pläne im Überblick.
Handelsblatt »
Investmentbanker müssen dran glauben
In den kommenden zwei bis drei Jahren drohen in Japan 3000 Investmentbanker-Jobs abgebaut zu werden. Dies ist eine Folge der schwächelnden Wirtschaft. Die Banken zügeln ihre Risikobereitschaft und straffen entsprechend ihre Investmentbanker-Abteilungen.
Here is the City »
Moody's & Co. entmachtet
Die US-Börsenaufsicht will eine Reihe von Wertpapieren von der Pflicht zu einer Bewertung der Risiken durch Ratingagenturen befreien. Dadurch beginnt die Entmachtung der Ratingagenturen.
Manager Magazin »
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die Credit Suisse hat im vierten Quartal ihren Reingewinn zwar leicht gesteigert, die höher gesteckten Erwartungen aber dennoch enttäuscht HB » Der Allianz-Konkurrent Zurich Financial Services hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient HB » Laut einer internationalen Studie schlagen deutsche Immobilien-Makler besonders stark zu FTD » BNP Paribas möchte den Marktanteil bei Firmen-Kunden in Europa um 15 Prozent steigern FT »
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Keine Überlebenschance
Das von der Bundesregierung initiierte Gutachten könnte nicht vernichtender für die Hypo Real Estate ausfallen. Um die Zukunft des Immobilienfinanzierers ist es schlecht bestellt: Die Chancen für eine erfolgreiche Privatisierung der HRE seien angesichts der geringen Margen und des heftigen Wettbewerbs begrenzt. Experten sehen nur noch einen Ausweg: abwickeln. Auch für die WestLB empfiehlt das Gremium in dem Gutachten eine Abwicklung, wie sie sich bereits abzeichnet.
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KÖPFE
Mann für alle Fälle
Jens Weidmann, Angela Merkels oberster Wirtschaftsberater, gilt als Favorit für das Amt des Bundesbank-Präsidenten. Der frühere Student von Lehrmeister Axel Weber könne sich im politischen Haifischbecken behaupten, bescheinigt die Frankfurter Rundschau. Am Kurs der Notenbank würde sich durch Weidmann kaum etwas ändern.
Frankfurter Rundschau »
Alphatier vs. Frühstücksdirektor
Duncan Niederauer, Chef der NYSE Euronext, ist nach Einschätzung von Börsenexperten nicht so farblos wie Reto Francioni von der Deutschen Börse - und insofern der bessere Kandidat für den CEO-Posten beim deutsch-amerikanischen Börsengiganten, meint das WSJ. Niederauer müsse eine dynamischere Managementkultur bei den als konservativ geltenden Deutschen einführen. Francioni sei ein "Außenseiter im eigenen Unternehmen". Das Manager Magazin bezeichnet Franconi (obwohl er Schweizer ist) als "deutschen Frühstücksdirektor", der Niederauer auf Dauer kein Paroli bieten könne.
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Achtung, Inflationspanik
Thomas Steinemann, Chefstratege von Vontobel, hält die Angst vor bedrohlich steigenden Inflationsraten für übertrieben. Für alle, die das anders sehen, hat er trotzdem einige Tipps parat. Ein guter Schutz gegen Geldentwertung sind zum Beispiel Aktien, meistens jedenfalls.
Handelsblatt »
Achtung, Hyperglobalisierung
Dani Rodrik, Professor in Harvard, will künftige Exzesse auf den Finanzmärkten mit einer Rückkehr zu Verhandlungen auf nationaler Ebene eindämmen. "Die weltweite Integration der Finanzmärkte bildete den Kern des Problems. Denn nur so konnte die Krise so leicht von den USA aus auf andere Finanzzentren in aller Welt übergreifen", so Rodrik.
Financial Times Deutschland »
Falke fliegt davon
Kevin Warsh, Governor der Federal Reserve, tritt aus dem Verwaltungsrat zurück. Die Hintergründe des Abschieds sind unklar, seine Amtszeit hätte erst 2018 geendet. Klar ist nur, dass mit Warsh ein Falke den Hut nimmt, der stets auf Inflationsrisiken geachtet habe und eine straffe Geldpolitik favorisiert.
CNN Money »
Die Fed ist schuld
Raghuram Rajan, US-Ökonom, sieht in der Einkommensungleichheit in den USA die Ursache der Finanzkrise und kritisiert die Geldpolitik der Notenbank Fed. Die Notenbank habe die Leitzinsen von 2001 bis 2004 niedriger gehalten, als es angesichts des Wachstums der US-Wirtschaft angemessen gewesen sei, und dadurch den Kreditboom verlängert und zur Preisblase am Immobilienmarkt beigetragen.
Wirtschaftswoche »
WIRTSCHAFTSBUCH DER WOCHE
Von Pierer startet Gegenangriff
In der Siemens-Korruptionsaffäre setzt sich Ex-Vorstandschef Heinrich von Pierer zur Wehr: In seiner Autobiografie attackiert er die Medien und die Grundlagen der "Verdachtsberichterstattung". Er spricht von "Desinformation" und "medialer Großwildjagd".
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ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Wo das Geld schlummert
Einer Studie zufolge liegen in den USA sagenhafte 33 Milliarden Euro in Form nicht beanspruchter Guthaben und Fonds herum, berichtet die Wall Street Journal-Schwester MarketWatch. "Apropos, wissen Sie eigentlich, wo Ihr Geld ist?", fragt das Internetportal. Und listet ein paar Promis auf - ausnahmsweise mal nicht mit unbeglichenen Rechnungen oder Steuerschulden, sondern: nicht geltend gemachten Forderungen. "Die Reichen und Berühmten teilen ein weit verbreitetes Versagen mit dem Rest von uns: Sie haben etwas von ihrem Geld verlegt." Zum Beispiel Fed-Chef Ben Bernanke. Seine Forderung: 72 Dollar gegenüber American Express. Letzte gemeldete Adresse: in Stanford, wo er in den 80-er Jahren gelehrt hat. Bei Angelina Jolie ist ein Gehaltsscheck der Walt Disney Company offen: über 659,01 Dollar. "Bradd (sic) Pitt aus Malibu schuldet das Cedars-Sinai Medical Center in Kalifornien 5000 Dollar". Mick Jagger und Aretha Franklin bekämen noch 1000 und 9000 Dollar vom Staat Kalifornien. Auch Google-Gründer Sergey Brin und Apple-Chef Steve Jobs sitzen unwissentlich auf offenen Rechnungen. Immerhin: Elvis nicht. Aber auf Elvis Presley Enterprises warteten mehr als 100 Dollar im Staate Tennessee.
Market Watch »
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