Roberto Abraham Scaruffi

Thursday, 9 February 2012


Donnerstag, 09. Februar 2012
Guten Morgen,
"Sturmwarnung für Opel" heißt unsere heutige Titelgeschichte. Sie führt den Nachweis, dass die Unwetterfront, die da in Richtung Rüsselsheim unterwegs ist, ihren Ursprung in Detroit bei General Motors hat. Denn der US-Mutterkonzern der Adam Opel AG beklagt eine Misere, die er selbst mitverschuldet hat: Ortsfremde Manager, ständige Etatkürzungen und das Verbot, in lukrative Exportmärkte wie die USA oder Lateinamerika zu liefern, haben die Opel-Krise verschärft. Nun sind bei der Traditionsmarke erneut tausende Stellen in Gefahr. Opel wird so zu Tode gerettet.

Erleichterung beim neuen Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain. Ein Richter in New York wies am Dienstag Klagen der belgischen Bank Dexia und des US-Pensionsfonds TIAA zurück. Diese hatten dem bisher von Jain geleiteten Investment-Banking vorgeworfen, in Anleihen verpackte Hypotheken verkauft zu haben, die intern als "Müll" bezeichnet worden seien.

Der angeschlagene Handy-Hersteller Nokia streicht in Finnland, Ungarn und Mexiko 4.000 Arbeitsplätze und verlegt die Smartphone-Produktion nach Asien. Damit werden die Handys billiger, aber noch immer nicht moderner. Costcutting ist oft nur ein anderes Wort für Ideenlosigkeit.

Womit wir bei Samsung wären: Im Design-Streit mit Apple steht vor dem Düsseldorfer Landgericht heute eine neue Entscheidung an. Apple fordert nach dem erfolgreich durchgesetzten Verkaufsverbot für Samsungs Tablet Galaxy Tab 10.1 auch ein Verbot für das Nachfolgemodell 10.1N. Der neue Vorwurf von Apple ist der alte: Die Samsung-Manager seien Produktpiraten.

Die Gewerkschaften legen heute ihre Forderungen für die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen auf den Tisch. Verdi hat bereits signalisiert, beim Gehalt eine Steigerung zwischen 6,1 und sieben Prozent anzustreben. Das mutet tolldreist an, wo doch in fast allen Zeitungen ständig von Staatsschuldenkrise und Haushaltsdefiziten die Rede ist. Jedes Kind weiß mittlerweile: Das Euter, das Verdi-Chef Frank Bsirske melken will, ist leer. Aber vielleicht liest der Mann nur die selbst verfassten Flugblätter.

In Griechenland erfährt der Öffentliche Dienst derzeit, was es bedeutet, wenn ein Staat sich verhoben hat: Rentenkürzungen, Gehaltskürzungen und gestern Nacht wurde erneut ein Stellenabbau um 15.000 Menschen mit der Troika und dem IWF verabredet. Nur über die Zusatzrenten für die griechischen Pensionäre konnte man sich nicht einigen, weshalb es bei den Verhandlungen über das Sparpaket/den Schuldenschnitt auch heute Morgen noch keine Einigung gibt.

Daimler-Chef Dieter Zetsche präsentiert heute die Bilanz des Autobauers für 2011. Analysten rechnen damit, dass Daimler das Jahresziel, beim Umsatz die 100-Milliarden-Marke zu überspringen, locker erreicht hat. Der Gewinn dürfte den Schätzungen zufolge bei rund 5,6 Milliarden Euro liegen. Angesichts der Niedergänge in der Autoindustrie, von Opel über Toyota bis zu den großen Drei in Amerika, zählen solche Erfolge doppelt.

Ich wünsche Ihnen einen heiteren Start in den Tag. Es grüßt Sie herzlichst Ihr
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Gabor Steingart
Chefredakteur
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GRIECHENLAND-KRISE
Rentenfrage zwingt Athen in die Verlängerung
Der Griechenland-Krimi geht weiter: Zwar haben sich die Spitzenpolitiker dem internationalen Druck weitgehend gebeugt und sich auf drastische Sparmaßnamen geeinigt. In einem Punkt aber leisten sie der Troika Widerstand. Mehr...
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DAX-AUSBLICK
Die Dax-Anleger blicken wieder nach Athen
Die Krise in Griechenland dürfte heute den Handel an der deutschen Börse wieder bestimmen. Erste Indikationen für den Dax deuten aber darauf hin, dass der Index erneut die Marke von 6.800 Punkten in Angriff nehmen könnte. Mehr...
BÖRSE TOKIO
Nikkei-Index pendelt um die 9.000-Marke
Die endlosen Verhandlungen über Sparprogramme und Finanzhilfen für Griechenland treiben den japanischen Anlegern die Kauflust aus. Zur Handelsmitte in Tokio liegt der Leitindex immer noch im Minus. Mehr...
BÖRSE NEW YORK
Wall Street steht wegen Griechenland still
Die Rolle der EZB bei einer Umschuldung Griechenlands blieb auch weiterhin strittig. US-Anleger hielten sich deswegen noch mit großen Käufen zurück. Im Fokus der Käufer standen indes unter anderem die Aktien der Filmemacher. Mehr...
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Marktbericht Wall Street
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Börse Frankfurt
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TERMINE DES TAGES
Landgericht entscheidet erneut im Design-Streit Apple gegen Samsung
Im Streit von Apple und Samsung um das Design von Tablet-Computern steht vor dem Düsseldorfer Landgericht eine neue Entscheidung an. Apple fordert auch ein Verkaufsverbot für Samsungs Tablet Galaxy Tab 10.1N. Das Gericht hatte sich in der mündlichen Verhandlung allerdings wenig geneigt gezeigt, auch dieses zu verbieten. Die von den Koreanern im Vergleich zur Vorgängerversion für den deutschen Markt vorgenommenen Änderungen seien ausreichend.

Gewerkschaften wollen deutlich mehr Geld für den Öffentlichen Dienst
Die Gewerkschaften geben heute ihre Forderungen für die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen bekannt. Es zeichnet sich eine schwierige Verhandlungsrunde ab. Während die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb auf deutliche Lohnsteigerungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten pochen, verweisen die öffentlichen Arbeitgeber auf leere Kassen. Die Gespräche beginnen am 1. März in Potsdam. Neben der Metallbranche gilt der Öffentliche Dienst als Schwergewicht in den diesjährigen Tarifverhandlungen. Verdi hatte bereits signalisiert, bei der Gehaltsforderung ein Volumen zwischen 6,1 und sieben Prozent anzustreben - einschließlich einer sozialen Komponente.

Daimler legt Zahlen für 2011 vor
Daimler-Chef Dieter Zetsche erläutert die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr. Der Gewinn dürfte nach Schätzungen von Analysten bei rund 5,6 Milliarden Euro, der Umsatz bei mehr als 100 Milliarden Euro liegen. Zetsche hat für 2012 bereits angekündigt, dass die Schwaben so viele Autos verkaufen wollen wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr hatte der Dax-Konzern mit einem Plus von 7,7 Prozent auf 1,36 Millionen Wagen bereits einen Absatzrekord eingefahren.

Ökonomen erwarten Zinspause der EZB
Beteiligt sich die Europäische Zentralbank (EZB) doch am Schuldenschnitt für Griechenland? Weiten die Währungshüter ihr Engagement zur Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise aus? Heute wird sich EZB-Präsident Mario Draghi erneut Fragen dazu gefallen lassen müssen. An der Zinsschraube dürfte die EZB zunächst nicht weiter drehen. Der Leitzins liegt ohnehin schon auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent.

Urteil im Prozess um 22 Jahre alte Pommes
Im Streit um den Wert von zwei 22 Jahre alten frittierten Kartoffelstäbchen will das Oberlandesgericht München seine Entscheidung verkünden. Der Künstler Stefan Bohnenberger und seine frühere Galerie streiten, ob für die vertrockneten Fritten Schadensersatz gezahlt werden muss. Der Künstler hatte bei der Trennung von der Münchner Galerie "Mosel und Tschechow" die Pommes zurückverlangt, die Vorlage für ein Objekt in Kreuzform aus feinstem Gold namens "Pommes d'or" waren. Doch die Galerie konnte die Original-Pommes aus dem Jahr 1990 nicht mehr finden. Bohnenberger verlangte deshalb mindestens 2.000 Euro für die verlorenen Pommes. Der Zivilsenat unter Vorsitz von Richter Hartmut Fischer muss nun klären, ob die Galerie eine Aufbewahrungspflicht verletzt hat.
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SCHWEIZER GROßBANK
Credit Suisse schreibt rote Zahlen
Nach den schwachen Zahlen der UBS am Dienstag gibt es heute den nächsten Tiefschlag für die Schweizer Banken: Die Credit Suisse hat im vierten Quartal sogar rote Zahlen geschrieben. Was bleibt ist die Hoffnung für 2012. Mehr...
TERMINE DES TAGES
Euro-Kassenhüter beraten über Hilfspaket für Griechenland
Die Finanzminister des Euro-Gebiets kommen heute zu einer Sondersitzung in Brüssel zusammen, um über das 130 Milliarden Euro umfassende Hilfsprogramm für Griechenland zu entscheiden. Damit soll die drohende Pleite des hochverschuldeten Mittelmeerlandes verhindert werden. Wie Diplomaten vor dem Treffen berichteten, verlangen die Ressortchefs, dass sich der griechische Regierungschef Lucas Papademos zuvor mit den Chefs der Regierungsparteien auf ein Sparpaket verständigt. Dieses Paket ist Voraussetzung für neue Hilfen.

Diageo dürfte die Prognosen erfüllen
Der weltweit größte Spirituosenhersteller, der über die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (Ende Juni) berichtet, hat nach Einschätzung von Beobachtern erneut kräftig zugelegt. Bei einem um 7,5 Prozent höheren Umsatz von gut 5,7 Milliarden Pfund (687 Millionen Euro) rechnen sie mit einem operativen Gewinn (Ebit) von 1,9 Milliarden Pfund (230 Millionen Euro), was einen Zuwachs von 17 Prozent bedeuten würde. Vor allem die höhere Nachfrage in Lateinamerika hatte den Umsatz im ersten Quartal bis Ende September angetrieben, so dass Diageo die Erwartungen deutlich übertraf. Doch auch das Europa-Geschäft legte zu. Der Hersteller von Johnny-Walker-Whisky, Guinness-Bier und Smirnoff-Wodka will bis 2014 jährlich im Schnitt um sechs Prozent - vor allem aus eigener Kraft - wachsen.
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KONJUNKTUR
Teuerungsrate in China steigt wieder
Jahrelang hat China eine Politik des billigen Geldes betrieben. Dann begannen die Preise, in die Höhe zu schießen. Inzwischen ist die Inflation eines der großen Themen in der Diskussion um Chinas Wachstum. Mehr...
US-VERBRAUCHERSCHUTZ
Googles neue Datenregeln kommen vor Gericht
Google wirbt damit, seine neuen Regeln zu Nutzung und Datenschutz würden alles vereinfachen. Verbraucherschützer in den USA machen es dem Internetkonzern lieber schwer: Sie haben Klage eingereicht. Mehr...
BEOBACHTER IN SYRIEN
Arabische Liga tut sich mit Uno zusammen
Geht es den Gewalttätern in Syrien jetzt doch an den Kragen? Die Arabische Liga hat eine neue Beobachtermission vorgeschlagen - und stößt damit bei UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf offene Ohren. Mehr...
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Cisco überrascht mit höherer Dividende
Mit Routern und Switches hat sich Cisco als Netzwerkausrüster unentbehrlich gemacht. Doch vom Erfolg des US-Unternehmens im vergangenen Quartal sind selbst Experten überrascht. Den Anlegern präsentiert Cisco ein Bonbon. Mehr...
GROUPON
Rabattportal macht nur operativ Gewinn
Unterm Strich hat das Rabattportal Groupon im ersten Quartal einen Verlust von 9,8 Millionen Dollar geschrieben. Doch das operative Ergebnis war erstmals positiv - und so soll es bei dem Börsenneuling auch weitergehen. Mehr...
TERMINE DES TAGES
Pepsico legt im Schlussquartal noch einmal zu
Der US-Brausekonzern, der heute über den Verlauf des Schlussquartals 2011 berichtet, hat nach Einschätzung von Analysten seinen Umsatz zum Vorjahr um zehn Prozent auf 20 Milliarden Dollar gesteigert. Das operative Ergebnis, so die Erwartung der Experten, dürfte mit gut 3,4 Milliarden Dollar sogar knapp 17 Prozent höher ausfallen.
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WORTE DES TAGES

"Ich habe überhaupt keinen Hinweis darauf, dass GM plant, bestehende Verträge mit uns zu verletzen."
Wolfgang Schäfer-Klug
Opel-Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender

"Wir brauchen solche Kooperationen, um die deutsche Wirtschaft vor Rohstoffengpässen zu schützen."
Eckhard Cordes
Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, zum Abkommen mit Kasachstan
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