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Freitag, 09. März
2012
Guten Morgen,
nach dem Aufstieg von sieben Nicht-Deutschen
in das Heiligste der Deutschen Bank, das Group Executive Committee, ist
das Geldhaus in Aufruhr. "Kampf der Kulturen" haben wir unser heutiges
Schwerpunktthema überschrieben. Vor allem die klassischen Banker - jene
aussterbende Spezies, die Kredite vergibt und den Kontakt zum Mittelstand hält -
sehen sich um ihre Aufstiegschance betrogen. Natürlich ist die Strategie
des neuen Führungsduos Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die auf
konsequente Internationalisierung setzt, nicht alternativlos. Aber die
Alternative ist trostlos. Man braucht nur aus dem Fenster der Hochhaustürme
zu schauen, um zu erkennen, dass Nostalgie kein guter Ratgeber ist: Die
Dresdner Bank ist verschwunden, die Commerzbank hängt am Tropf des
Staates.
Siemens-Chef Peter Löscher ist jetzt der Kragen geplatzt.
Er mag der Großen Koalition der Energiewende-Kritiker, die von
RWE-Dinosaurier Jürgen Großmann bis zum BDI reicht, nicht mehr länger das Feld
überlassen. In einer Werbekampagne stellt er sich jetzt hinter den
Atomausstieg. Der Mann ist erkennbar beides: pragmatisch und
geschäftstüchtig. Früher baute seine Firma Kernreaktoren, jetzt Solarkraftwerke
und Windräder.
Griechenland wird zum Grobian: Weil "nur" 85,8
Prozent der privaten Gläubiger dem Schuldenschnitt zugestimmt haben, will
die Regierung nun Zwangsklauseln anwenden, die man schon seit Wochen
vorbereitet hat. Damit kann Athen mit einer Entlastung von mehr als 100
Milliarden Euro rechnen. Das hören die griechischen Wähler natürlich lieber
als die Sparappelle der Kanzlerin. Oder um es mit Wilhelm Busch zu sagen:
"Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier
spielt."
Die Frauenquote wirkt, auch ohne dass sie eingeführt ist.
Mit Milagros Caina-Andree rückt erstmals eine Frau in den Vorstand von
BMW auf. Das ist für die Münchner Macho-Marke so revolutionär, als ob
Oliver Kahn bei den Australian-Open der Damen nominiert würde.
Der Dax-Konzern Linde hat heute Morgen seine Zahlen für das
Jahr 2011 bekanntgegeben: Der Industriegase-Hersteller schloss mit neuen
Bestmarken bei Gewinn und Umsatz ab. So ist das operative Ergebnis um 9,7
Prozent auf 3,21 Milliarden Euro gestiegen. Nun will Linde auch die Aktionäre am
Erfolg beteiligen - die Dividende steigt auf 2,50 Euro. Das Produkt
Industriegase ist unspektakulär. Was Konzernchef Wolfgang
Reitzle daraus gemacht hat, ist hingegen beeindruckend.
Es
gibt viele Wege, die zum Reichtum führen. Das Herstellen und Verkaufen von
Luxus-Produkten ist der schönste davon. Unser heutiges
Wochenend-Spezial beschäftigt sich mit dem Guten und Wertvollen und wie
Sie davon als Anleger, Aktionär und Sammler profitieren können. Wobei der
polnische Schriftsteller Wieslaw Brudzinski uns daran erinnert hat, dass
Luxus mehr sein kann, als nur das Materielle - zum Beispiel eine
Lebenseinstellung: "Steigerung des Luxus: eigenes Auto, eigene Villa, eigene
Meinung."
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gutes Wochenende.
Bleiben Sie uns gewogen. Es grüßt Sie herzlichst Ihr
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Gabor Steingart Chefredakteur
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