Roberto Abraham Scaruffi

Friday, 9 March 2012


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Schuldenschnitt gelingt, Unruhe bleibt
Stell Dir vor, es ist Haircut, und jeder geht hin - so geschehen in Griechenland, wo die Regierung im Kampf gegen die drohende Staatspleite eine überwältigende Mehrheit seiner privaten Gläubiger für den rettenden Schuldenschnitt gewinnen konnte » (HB). Und doch herrscht in Athen keine Feierstimmung. Nach einem Bericht des » Handelsblatt wollen sich Hedgefonds mit einem juristischen Kunstgriff der Umschuldung Griechenlands entziehen. In der britischen » Financial Times gratuliert Nouriel Roubini den privaten Gläubigern. Sie seien glimpflich davongekommen. Doch die Steuerzahler der Gläubiger-Länder müssten bluten. Die deutsche » FTD schimpft über die monatelang ausgehandelte "freiwillige Zwangsbeteiligung", mit der die Krise in der Euro-Zone auf die Spitze getrieben worden sei. Im Interview mit dem » Standard rechnet Julia Neudorfer, Bond-Market-Analystin bei der Raiffeisen Bank International, mit Klagen nach dem Schuldentausch. Nach Einschätzung des » Wirtschaftsblatt erlebt die EU in Hellas gerade ihr ökonomisches Vietnam.
Deutsche-Bank-Revirement verschreckt Politiker
Mit Befremden haben Finanzpolitiker der schwarz-gelben Koalition auf die Pläne des neuen Führungsduos der Deutschen Bank für einen radikalen Vorstandsumbau reagiert. Auf harsche Kritik stößt vor allem, dass die neuen Konzernchefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen wichtige Positionen mit engen Vertrauten aus dem Investmentbanking besetzen. "Deutsche Einlagen dürfen nicht im Kasino landen", warnt Unionsfraktionsvize Michael Meister in » Handelsblatt Online. Das » Handelsblatt liefert weitere Details zur neuen Architektur der Chefetage: Großbritannien-Chef Colin Grassie soll ebenfalls in den erweiterten Vorstand einziehen. Die » Financial Times Deutschland porträtiert den neuen Vorstand Stephan Leithner, der im rasanten Tempo Karriere gemacht habe. Sein Ressort - Recht (Legal Risk), Personal, Europa - könnte über die Zukunft der Bank entscheiden. Die » Wirtschaftswoche gewinnt dem Hauruck-Umbau des Vorstands etwas Positives ab: "Führungslos, in einem Machtvakuum durch die Finanz- und Schuldenkrise mäandern, wird die Deutsche Bank in den kommenden Monaten nicht. Das ist, immerhin, die gute Nachricht." Die britische » Financial Times meldet, dass die Frankfurter kürzlich zehn Milliarden Euro aus dem Notfall-Fonds der EZB bezogen haben - trotz der reservierten Haltung des scheidenden Bankenchefs Josef Ackermann.
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NEWS
Auf dem Weg zur Weltwährung Yuan
China greift den Dollar als dominierende Reservewährung an: Laut » Financial Times hat die Regierung in Peking anderen großen Schwellenländern wie Brasilien, Russland, Indien und Südafrika erstmals Kredite in seiner Landeswährung angeboten. Sollte die Länder einschlagen, wäre Peking auf dem Weg in Richtung Weltwährung Yuan einen großen Schritt vorangekommen.
Fed will die Geldschleusen weiter öffnen
Die US-Notenbank Federal Reserve erwägt laut » Wall Street Journal weitere Schritte zur Stimulierung der Wirtschaft. Im Gespräch sei ein neuartiges Programm zum Kauf von Anleihen, von dem keine neuen Inflationsgefahren ausgehen sollen. Die Spekulation auf eine solche Ausweitung der sogenannten "Quantitativen Lockerung" der Geldpolitik gab sowohl den US-Börsen als auch den asiatischen Aktienmärkten Auftrieb.
Börsen-Deal mit Fragezeichen
Die London Stock Exchange nähert sich der Übernahme des Londoner Clearinghauses LCH Clearnet Group. Durch den Deal würden die Londoner ihren Marktanteil auf dem Derivatemarkt erhöhen. Die Verhandlungen dauern seit September an, doch laut » Wall Street Journal könnte die Allianz noch in der letzten Minute platzen.
Milliardengewinn im Krisenjahr
Der steigende Goldpreis und weltweit sinkende Zinsen für Staatsanleihen haben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im vergangenen Jahr zu einem Milliardengewinn verholfen, meldet das » Handelsblatt. Laut » Handelszeitung hat die SNB erstmals bekannt gegeben, wie stark sie im vergangenen Jahr am Devisenmarkt interveniert hat: Sie kaufte demnach Devisen im Gegenwert von 17,8 Milliarden Franken.
Briten setzen auf Mister Maschinengewehr
Die HSBC Private Bank in der Schweiz will bis zu 20 Prozent der Stellen abbauen. Laut » Le Temps wären dies rund 640 Arbeitsplätze, die beim Schweizer Ableger des britischen Finanzkonzerns dem Spardiktat zum Opfer fielen. Den Sparplan umsetzen soll der Ex-UBS-Banker Franco Morra, der nach einem Bericht von » Finenews intern bereits "Maschinengewehr" genannt werde.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die verstaatlichte irische Bankgruppe Allied Irish Banks will rund ein Sechstel ihrer Stellen abbauen. » HB Die Allianz plant die Übernahme des französischen Rivalen Gan Eurocourtage, als Kaufpreis wird ein mindestens hoher dreistelliger Millionenbetrag genannt. » FTD Griechenland hat das Ergebnis der Landesbank Berlin verhagelt, die Landesbank rutschte 2011 mit 79 Millionen Euro ins Minus. » BZ Die Credit Suisse hat den bislang von Google gehaltenen Anteil am Telekomkonzern Clearwire gekauft. » WSJ Der Schiffs- und Flugzeugfinanzierer DVB Bank will nicht länger am Tropf des Mutterkonzerns DZ Bank hängen. » HB Schweizer Banken gehören im Umgang mit Facebook, Twitter & Co. noch immer zu den Anfängern, zeigt eine Studie. » HZ Für den symbolischen Preis von einem Euro hat Spaniens zweitgrößte Bank BBVA das mit Steuergeldern gerettete Institut Unnim übernommen. » HB
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Steuerhinterziehung von A bis Z
Das Handelsblatt widmet sich groß und breit dem Thema Steuererklärung - bei der die Deutschen tricksten, was das Zeug hält.... Außerdem ein Interview mit dem Essener Steuerberater Roland Franz, der erklärt, warum die Anzeigen meist aus dem direktem Umfeld der Betroffenen kommen. » (HB)
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HEUTE IM HANDELSBLATT
Titel: Kampf der Kulturen
Politik: Aufbruch ins Ungewisse
Unternehmen: Atomausstieg spaltet die Industrie
Finanzen: Draghi verteidigt EZB-Politik
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UMFRAGE DER WOCHE
Sollen die Euro-Länder nun die Milliardenkredite auszahlen?
Im monatelangen Schuldendrama um Griechenland scheint eine Staatspleite vom Tisch. Mehr als 75 Prozent der Gläubiger beteiligen sich am Schuldenschnitt - Voraussetzung für weitere Milliardenkredite der Euro-Länder. Sollen die Euro-Länder Griechenland nach dem Gläubigerverzicht nun mit den Milliardenkrediten unterstützen? » Hier geht es zur Umfrage.
MENSCHEN UND MEINUNGEN
Cooler Konter nach dem Brandbrief
Mario Draghi, EZB-Chef, hat die deutsche Kritik an einer zu laxen Geldpolitik zurückgewiesen und vorerst keine weitere Zinssenkung in Aussicht gestellt. Zuvor hatte Bundesbank-Chef Jens Weidmann in einem jüngst bekannt gewordenen Brandbrief an Draghi vor finanziellen Risiken durch die laxe Geldvergabe gewarnt » (HB). Der Vorschlag, die Target-2-Salden zu besichern, sei absurd, schreibt Wolfgang Münchau im » Spiegel. Sein Fazit: Deutschland könne sich einen Zusammenbruch des Euro überhaupt nicht leisten. "Wir sind zu einer Rettung der Währungsunion verdammt."
Der Analyst der Derivatehändler
David Benton, Partner der Londoner Anwaltskanzlei Allen & Overy, spielt nach einem Bericht des » Handelsblatt eine Schlüsselrolle beim Schuldenschnitt und in der Frage, ob eine Griechenland-Pleite eine gefährliche Kettenreaktion auslösen kann. Benton gilt als einer der renommiertesten juristischen Experten für komplexe Finanzprodukte und berät den internationalen Branchenverband der Derivatehändler ISDA, wenn es darum geht, ob es am Markt für Credit Default Swaps zu einem Zahlungsausfall kommt.
Offshore wird angezapft
Allen Stanford, kürzlich wegen Betrugs und Geldwäsche verurteilter Amerikaner, büßt mit seinem Vermögen für das von ihm unterhaltene sieben Milliarden Dollar schwere Schneeball-System: Nach einem Urteil muss Stanford 330 Millionen Dollar, die auf Offshore-Konten liegen, zur Entschädigung der Opfer einsetzen, berichtet die » Financial Times.
Nach dem Amerikaner ist vor einem Amerikaner
Lawrence Summers, ehemaliger US-Präsidenten-Berater, die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice und der Senator und ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry stehen auf einer Liste mit möglichen Anwärtern auf den Posten des Weltbank-Chefs. Die US-Regierung sucht nach einem Nachfolger für den Amerikaner Robert Zoellick. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton war bereits im Gespräch, nach eigenen Angaben hat sie jedoch kein Interesse, meldet das » Handelsblatt.
Veteran heuert bei Wall-Street-Startup an
Henry Silverman, bislang Vize-Chairman beim Private-Equity-Giganten Apollo Global Management (75 Milliarden Dollar Anlagevermögen), wechselt zu Guggenheim Partners. Beim Wall-Street-Startup wird er nach einer Meldung der » New York Times Vize-Chairman der Investmentmanagement-Sparte. Einem größeren Kreis der Branche bekannt wurde Guggenheim durch die Pläne, die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank zu kaufen.
Reichen-Fänger an der Themse
Mark Idriss, Private-Banking-Veteran mit Engagements bei der Deutschen Bank sowie bei der Credit Suisse, ist von der UBS zum Leiter der Abteilung "London International" ernannt worden. Idriss soll reiche Ausländer in London an Bord holen, meldet » Finenews. Der Banker folgt Paul Stäheli, der von Zürich aus das internationale Geschäft aus Großbritannien betreuen wird.
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Bohlen legt konservativ an
In der Musikbranche ist Dieter Bohlen als "Superstar"-Sucher bekannt. Dass die Urteile des Musik-Produzenten auch in der Finanzbranche verfolgt werden, das zeigte ein Auftritt des Deutschen bei einer österreichischen Anlegermesse. In Wien sollte der studierte Betriebswirt den 800 versammelten Anlageberatern über seine ganz persönliche Erfolgsgeschichte erzählen: Wie gelang es dem jungen Mann seinerzeit, aus einfachen Verhältnissen zum Multimillionär aufzusteigen? Bohlens Auftritt regte die Besucher zwar immerhin dazu an, sich zu einem kurzen Begrüßungsgesang von den Stühlen zu erheben. Bohlens Tipps jedoch waren wenig aufregend: "Man muss ackern und arbeiten". Und: Den Tag mit Taten beginnen, auch wenn man "eigentlich lieber im Bett bleiben möchte". Was er mit seinem Vermögen mache? - Einen großen Teil seines Geldes habe er bei der Commerzbank als Tagesgeld mit 1,8 Prozent Rendite geparkt.
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