Roberto Abraham Scaruffi

Tuesday, 24 April 2012


Dienstag, 24. April 2012
Guten Morgen,
die Zweifel der Finanzexperten am Fortbestand der Euro-Zone sind auf Bürger der EU übergesprungen - und wirken von dort auf die Finanzmärkte zurück. In Frankreich und Holland triumphierten gestern die Europa-Gegner: Dax und Euro Stoxx brachen ein. "Scheitert Europa?", fragt unsere Titelgeschichte. Eines kann man jetzt schon sagen: Beliebter sind wir Deutschen durch die Euro-Krise nicht geworden.

China hat fast dreimal so viele Einwohner wie Europa. Europa verfügt über eine dreimal so hohe Wirtschaftskraft wie China. So hat jeder, was der andere gerne hätte. Aus dieser Konstellation kann beides entstehen: Feindschaft oder Partnerschaft. Bei VW hat man sich für letzteres entschieden und baut nun ein neues Werk in der Unruheregion Ürümqi im Nordwesten Chinas. Die KP hat gedrängelt. Der VW-Vorstand grummelt - aber nur ganz leise.

Und nochmal China: Der "Denza" ist das erste Batteriemobil eines deutschen Anbieters speziell für das Reich der Mitte. Der Auftrag kam vom dortigen Staat - das Auto kommt von Daimler. Gestern wurde es vorgestellt. Bis zum Jahr 2020 sollen in China fünf Millionen dieser Batterieautos fahren. Auch bei uns wird der Fortschritt nicht zu verhindern sein. Wir sollten die Tage mit unseren guten alten Benzinern genießen, die noch wie ein Auto und nicht wie ein Rasenmäher klingen.

Während die deutsche Industrie auf der Hannover Messe ihre Leistungen präsentiert, bereitet sich die IG Metall darauf vor, einen Arbeitskampf zu führen. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser warnt im Handelsblatt-Interview vor einer Eskalation: Die Hannover Messe sei das Schaufenster der deutschen Industrie. "Falls die IG Metall je auf die Idee käme, dieses Schaufenster einzuwerfen, unsere Mitarbeiter hätten sicher kein Verständnis dafür." Komisch nur: Es sind die selben Mitarbeiter, deren Interessenvertretung jetzt 6,5 Prozent Zuschlag fordert.

Die Analysten sind sich einig: Der kalifornische Kult-Konzern Apple wird heute auch für das zweite Quartal seines laufenden Geschäftsjahres ein weiteres Rekordergebnis vorlegen. Sie rechnen mit einem Gewinn pro Aktie von zehn Dollar und einem Umsatz von 36,6 Milliarden Dollar. Im Vorjahr lauteten die entsprechenden Quartalsergebnisse 6,40 Dollar pro Aktie und 24,7 Milliarden Dollar Umsatz. Wird die Aktie davon profitieren? Wahrscheinlich. Ist das Vertrauen in die ewige Innovationskraft von Apple gerechtfertigt? Wahrscheinlich nicht.

Die Krankenkassen stellen heute ihren neuen Pflege-Qualitätsbericht vor. Für Aufmerksamkeit ist gesorgt, denn der letzte Bericht dieser Art im Jahr 2007 hatte Politiker und Medien alarmiert. Bei jedem zehnten Heimbewohner stellten die Prüfer damals einen akut unzureichenden Pflegezustand fest. Es wäre beschämend, wenn sich die Zustände seither nicht verbessert hätten. Erst kürzlich, es war zum Osterfest, hatte Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung" dafür geworben, mit den Alten und dem Altwerden anders, einfühlsamer umzugehen: "Das längere Leben ist auch eine kleine Auferstehung. Binnen eines Jahrhunderts haben die Menschen zwei Lebensjahrzehnte dazugewonnen; mehr Zeit zum Leben und, auch dies, mehr Zeit zum Abschiednehmen."

Ich wünsche Ihnen einen gelassenen Start in den neuen Tag. Es grüßt Sie herzlichst Ihr
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Gabor Steingart
Chefredakteur
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"Das Handelsblatt kommt"

Oft werden wir von Neu-Abonnenten - Firmenchefs, Betriebsräten, Ausbildungsleitern oder Universitätsprofessoren - gefragt, ob nicht ein leitender Redakteur zu einem Vortrag oder einer Diskussionsrunde vorbei kommen könnte.

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Jede und jeder der zehn leitenden Redakteurinnen und Redakteure, die Sie auf diesem Foto sehen, ist bereit, Sie in Ihrer Firma oder an Ihrer Universität zu einer Veranstaltung zu besuchen. Ob Tanja Kewes, Nicole Bastian, Dorit Heß, Sandra Louven, Wolfgang Reuter, Sven Afhüppe, Michael Inacker, Peter Brors, Oliver Stock oder Gabor Steingart: Alle Neu-Abonnenten des Jahres 2012, die das wünschen, nehmen an der Aktion "Das Handelsblatt kommt" teil.

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"Strategien in der Krise" lautet das Thema auf der Aktionsbühne von Handelsblatt und WirtschaftsWoche auf der Anleger-Messe Invest vom 27. bis 29. April in Stuttgart.

Samstag, 28.04.2012, 11.15 Uhr:
Gold gehört immer noch ins Depot

Der Goldpreis bringt inzwischen sogar hartgesottene Anleger ins Schwitzen. Die Preisschwankungen werden immer heftiger. Seit den Rekordwerten bei 1.900 Dollar hat sich das Edelmetall um rund 250 Dollar verbilligt. Wird der Preis weiter fallen? Oder sehen wir - wie einige Experten voraussagen - in diesem Jahr noch die Marke von 2.000 Dollar? Sollten Anleger jetzt noch bei Gold einsteigen?

Regine Palm vom Handelsblatt diskutiert diese Fragen mit ihren Gästen: Mark Augustynak, Royal Bank of Scotland, Eugen Weinberg, Commerzbank, und Thorsten Proettel, Landesbank Baden-Württemberg.

Besuchen Sie uns in Stuttgart: Prominente Kapitalmarktexperten geben in Interviews, Gesprächen und Vorträgen Antworten auf alle Fragen der aktuellen Geldanlage.

Hier geht´s zum gesamten Programm auf der Handelsblatt-Aktionsbühne
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GEGEN WIDERSTAND
Merkel will Betreuungsgeld durchboxen
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim Betreuungsgeld ein Machtwort gesprochen - und will die umstrittene Unterstützung für Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen, auch gegen den Widerstand in den eigenen Reihen ins Ziel bringen. Mehr...
HESSEN-FDP-CHEF HAHN
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Exklusiv: Ministerwechsel im hessischen Kabinett: FDP-Landeschef Hahn wechselt zwei Ressortchefs aus. Im Interview sagt der Vize-Regierungschef, welche Strategie dahinter steckt - und äußert harte Kritik an der Bundesregierung. Mehr...
TERMIN DES TAGES
VW-Schmiergeldaffäre: Volkert als Zeuge im Prozess um Ex-Geliebte
Der ehemalige VW-Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert soll heute als Zeuge im Untreueprozess gegen seine frühere Geliebte aussagen - sieben Jahre, nachdem die VW-Schmiergeldaffäre bei Europas größtem Autobauer monatelang für Schlagzeilen sorgte. Wegen Beihilfe zur Untreue in 26 Fällen muss sich die Brasilianerin Adriana Barros vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten. Der Staatsanwalt wirft ihr vor, mit Hilfe von Scheinrechnungen rund 250.000 Euro ohne Gegenleistung von VW erhalten haben. Hinzu kommen private Flüge und Hotelrechnungen, die auf Konzernkosten abgerechnet worden sein sollen.
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PHARMAKONZERN
Bei Novartis sinkt der Gewinn
Schwache Zahlen von Novartis: Der Schweizer Pharmakonzern muss im ersten Quartal einen herben Dämpfer hinnehmen. Der Gewinn sank erheblich - und auch stärker als von Analysten erwartet. Mehr...
TERMINE DES TAGES
Harte Zeiten für Lkw-Bauer Scania
Der vom VW-Konzern kontrollierte schwedische Lkw-Hersteller, der über den Verlauf des ersten Quartals berichtet, hat nach Einschätzung von Analysten mit gut zwei Milliarden Euro 17 Prozent weniger umgesetzt als vor Jahresfrist. Das operative Ergebnis (Ebitda) dürfte sogar um 42 Prozent auf 307 Millionen Euro gefallen sein. Auch den Nettogewinn sehen Experten mit umgerechnet gut 172 Millionen Euro um 40 Prozent niedriger.

KPN kann Abwärtstrend nicht stoppen
Der harte Wettbewerb auf dem Heimatmarkt macht dem größten niederländischen Telekomkonzern weiter schwer zu schaffen. Nachdem KPN bereits für das Schlussquartal 2011 einen Einbruch des Nettogewinns von 64 Prozent verkündet hatte, rechnen Experten auch für das erste Quartal dieses Jahres mit einem zum Vorjahreszeitraum um 48 Prozent niedrigeren Nettoergebnis. Unter dem Strich dürfte die E-Plus-Mutter 310 Millionen Euro verdient haben.

EU-Minister beraten über Verteilung regionaler Hilfe
Wie viel Geld sollen die weniger entwickelten Regionen in der Europäischen Union bekommen? Darüber beraten die zuständigen Minister der EU-Staaten in Luxemburg. Bisher gibt es strenge Kategorien dafür, welche Regionen wie viel Geld bekommen. Die Kommission möchte die starre Einteilung aufweichen und sogenannte "Übergangsregionen" einführen. Davon könnten beispielsweise Gebiete in Ostdeutschland profitieren. Doch auch viele andere EU-Regionen, die bisher aus den Kategorien fallen, könnten dann Geld bekommen.
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INVESTORENPROTESTE
Neuer Machtkampf bei der Deutschen Bank
Wieder Ärger für die Deutsche Bank: Großinvestoren kritisieren den Aufsichtsrat und wollen die Gehaltspolitik des Frankfurter Geldhauses ändern. Ähnliche Proteste gab es bereits bei der Citigroup und bei Barclays. Mehr...
APPLE
Zum Rekord verdammt
Am heutigen Dienstag wird Apple nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen. Können neue Rekorde den negativen Aktientrend wieder drehen? Mehr...
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Todesschütze plädiert auf "nicht schuldig"
Im Skandal um die Todesschüsse auf den Teenager Trayvon Martin in Florida wollte der Polizeichef das Handtuch werfen. Doch die Behörden hielten ihn zurück. Der Angeklagte plädierte derweil auf "nicht schuldig". Mehr...
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Nachfrage bei Texas Instruments steigt wieder
Der Chiphersteller Texas Instruments sieht sich wieder auf dem aufsteigendem Ast. Die Talsohle sei im ersten Quartal wohl durchschritten worden, teilte das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mit. Mehr...
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Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat John Edwards muss sich seit Montag wegen einer Sexaffäre vor einem Gericht im Bundesstaat North Carolina verantworten. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Edwards 30 Jahre Haft. Mehr...
TERMIN DES TAGES
Gutes Quartal für Amgen
Der US-Pharmakonzern hat nach Einschätzung von Analysten ein gutes Quartal hinter sich. Sie rechnen mit einem gut sechs Prozent höheren Umsatz von knapp vier Milliarden Dollar. Der Nettogewinn dürfte mit 1,19 Milliarden Dollar ebenfalls um knapp sechs Prozent höher ausfallen.
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WORTE DES TAGES

"China wird sich an den Schutz des geistigen Eigentums halten."
Wen Jiabao,
chinesischer Ministerpräsident, über die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

"Es ist erschreckend, festzustellen, wie die Industriespionage explodiert ist."
Christian Schaaf,
Geschäftsführer von Corporate Trust, über die Sicherheit in deutschen Unternehmen