Roberto Abraham Scaruffi

Tuesday, 24 April 2012


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Sorgen um Hollande und Holland
Neben der gescheiterten Regierung in den Niederlanden sorgt die Präsidentschaftswahl in Frankreich für ein Déjà vu mit wackeligen Märkten und für neue Popularität von Bundesanleihen. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy musste sich in der ersten Wahlrunde seinem Konkurrenten François Hollande geschlagen geben. Wenn die Wiederwahl Sarkozys fraglich bleibe, stehe damit auch die Fortsetzung der mit Deutschland geführten Euro-Krisen-Politik auf dem Spiel, findet das » Handelsblatt. Hollande habe schließlich schon im Wahlkampf angededeutet, den Europäischen Fiskalpakt nachverhandeln zu wollen. Sarkozy habe sich das alles selber eingebrockt, meint die » Financial Times Deutschland, durch seine teils verfehlte Wirtschaftspolitik und die zuletzt ziemlich rechtslastige Rhetorik. Vielleicht sei Herausforderer Hollande ja sogar verlässlicher? Die » Financial Times fürchtet, der "politische Rückschlag" gegen die Sparprogramme werde nun die Kämpfe um eine wirtschaftliche Strategie für die Eurozone in eine neue Runde schicken und der » Spiegel mutmaßt, dass Deutschland nun ein wichtiger Verbündeter für die Durchsetzung einer straffen Haushaltsdisziplin abhandenkommen könnte. Die » BusinessWeek geht noch einen Schritt weiter und sieht in der französischen Vorwahl sogar eine offene Herausforderung an Angela Merkel und ihr Rezept von den Budgetkürzungen. An allen Ecken und Enden formiere sich der Widerstand gegen die Sparpolitik, nicht nur in Griechenland und Frankreich. Dabei sei doch gar nicht klar, was die ökonomische Alternative sei, wundert sich die » New York Times, das Sparmandat zu Gunsten höherer Staatsausgaben über Bord zu werfen, würde ja auch nicht automatisch höheres Wirtschaftswachstum garantieren. Die » NZZ sieht Licht am Ende des Tunnels: Die Sparbemühungen im Euro-Raum zeigten Wirkung, das durchschnittliche Budgetdefizit in den 17 Euro-Ländern sei 2011 gesunken. Der Schuldenberg jedoch wachse weiter und besonders die Zahlen aus Irland seien zweifelhaft. » Welt
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NEWS
Gnädiges Nicken
Nach den gescheiterten Sparplänen und dem Regierungsrücktritt mussten die Niederlande um ihre Bestnote bangen. Jetzt erklärte Moody's, dass das Land - kredittechnisch gesehen - eine starke Position habe.» HB
Monopolistische Strukturen
Die Kritik an Standard & Poor's erreiche eine neue Qualität, meint die » FTD Die größte Provokation stecke dabei in einem Nebensatz des Briefes, den wütende Kunden der Ratingagentur schickten: Die Methode von Standard & Poor's deute "auf einen monopolistischen Markt" hin. "Eine Anschuldigung, auf die manch ein grimmiger Kartellwächter nur gewartet haben dürfte."
Nur noch 37 Mikrosekunden bis zum Deal
Der Wettlauf um die schnellste Börsenplattform geht in die nächste Runde. Nach der Inbetriebnahme nimmt die Schweizer SIX für sich in Anspruch, weltweit die Börse mit der kürzesten Reaktionszeit zu sein.» HB
Kritik an den Kreditrückversicherern
In der Finanzkrise haben sich viele Kreditrückversicherer aus dem Markt zurückgezogen - zum Ärger der Erstversicherer, meint die » FTD. Die Assekuranzen verlangten nun mehr Durchhaltevermögen von ihren Geschäftspartnern.
Rettungsschirm für irische Banken
Bislang können notleidende Finanzhäuser die Euro-Rettungsfonds nicht direkt anzapfen. Das wolle neben Spanien nun auch Irland ändern, meldet die » Süddeutsche Zeitung und verweist auf hohe Risiken für die Steuerzahler.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Banco Santander will sein schnell wachsendes mexikanisches Geschäft an die Börse bringen und so das größte IPO in der mexikanischen Geschichte starten. » WSJ China Investment Corp, der Vermögensverwalter des chinesischen Staates, hat von der Regierung in Peking weitere 50 Milliarden Dollar erhalten. » FT MetLife muss 40 Millionen Dollar aufwenden, um ein Gerichtsverfahren um seinen Umgang mit Lebensversicherungen abzuwenden. Dieser Deal könnte den Versicherer 400 Millionen Dollar an Auszahlungen an die Erben der Policen kosten. » WSJ Das Brokerhaus Mega Capital Asia darf in Hongkong vorerst keine Geschäfte mehr machen. Hongkongs Börsenaufsicht entzog dem Ableger des taiwanischen Wertpapierhändlers Mega Securities am Montag die Lizenz. » FTD
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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Ergo sucht coole Typen
Die » Financial Times Deutschland berichtet von einem kuriosen Anwerbeversuch eines Ergo-Mitarbeiters, der dem Autor des Artikels auf dem Weg zur U-Bahn "ein zweites finanzielles Standbein" anbietet. Qualifikationen seien dem Mann mit dem Glitzerstein auf dem Schneidezahn ("als arbeite er in der Budapest-Reiseabteilung von Ergo") egal gewesen. "Was mich offenbar einzig auszeichnete: rote Kopfhörer, Lederjacke, verschiedenfarbige Schnürsenkel - 'du bist doch ein cooler Typ', meinte Herr G. mit Haifischlächeln zum Abschied."
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Finanzen: Ein Problem weniger
Unternehmen: Heikle Mission
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Schuldig, aber frei
Geir Haarde, der isländischen Ex-Regierungschef, gilt seinen Richtern als mitverantworltich an der Finanzkrise. Das Gefängnis bleibt ihm aber erspart. » FTD » FT » Manager Magazin
EZB wieder in Kauflaune
Benoît Cœuré, EZB-Direktor, weist darauf hin, dass die EZB ihr stillgelegtes Aufkaufprogramm für notleidende Staatsanleihen aus den europäischen Schuldenländern auch wieder aufnehmen könne. » HB
Lieber Inflation als Deflation
Olivier Blanchard, Chefökonom des IWF, plädiert in der » FTD für gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten. Für die Skepsis Deutschlands sieht er keinen Grund mehr. Die Alternative zur Inflation wäre "eine sehr hohe Deflation".
Eine Frage des Vertrauens
Joachim Nagel, Vorstand der Bundesbank, findet, dass diejenigen, die schon das Ende der Krise ausgerufen haben, ein bisschen voreilig waren. Die Märkte schauten bei neuen Entwicklungen eben genauer hin. » HB
Amigo-Connection im Visier der SEC
Federico Buenrostro, Ex-Chef des größten US-Pensionsfonds Calpers, wird von der US-Börsenaufsicht beschuldigt, Dokumente gefälscht zu haben, um eine Investementfirma dazu zu bewegen 20 Millionen Dollar in die Firma eines Freundes einzubezahlen.» FT
Okay aus London
John Pottage, UBS-Manager in London, ist vom Vorwurf entlastet worden, Mängel der Risikokontrolle in seiner Abteilung nicht rasch genug erkannt zu haben. » NZZ
ZUGABE - worüber die Finanzwelt staunt
Verbrecher setzen mehr um als Briten oder Italiener
Organisiertes Verbrechen verursacht laut UN einen Schaden von 2,1 Billiarden Dollar im Jahr - das sind rund 3,6 Prozent des Bruttosozialprodukts der gesamten Welt und mehr als die Leistung von Volkswirtschaften wie Großbritannien oder Italien. Allein 32 Milliarden Dollar wandern jährlich in die Taschen von Menschenhändlern. » Reuters