Roberto Abraham Scaruffi

Monday, 23 April 2012


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IWF mit doppelter Feuerkraft voraus
Tusch für Christine Lagarde (Foto): Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhält im Kampf gegen die Schuldenkrise mehr Geld. Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) verständigten sich am Freitag in Washington darauf, die globale "Feuerkraft" des Weltwährungsfonds um mehr als 430 Milliarden US-Dollar aufzustocken. Damit wird neben dem Ende März erhöhten Schutzwall um die Euro-Länder ein weiterer Rettungsschirm im Umfang von einer Billion US-Dollar für kriselnde Länder aufgespannt (» Handelsblatt ). Die Bundesbank will sich nicht länger gegen die Aufstockung des IWF stellen, berichtet das » Handelsblatt Jetzt soll sich der Haushaltsausschuss des Bundestages mit dem Thema befassen. Die » Neue Zürcher Zeitung zweifelt daran, dass die immer höheren Kreditfazilitäten von IWF und EU die Lage wirklich beruhigen werden. "Die Probleme in den klammen europäischen Staaten liegen viel tiefer als lediglich in kurzfristigen Liquiditätsengpässen, die wegen der nervösen Märkte überbrückt werden müssen." Die britische » Financial Times fragt sich, unter welchen Umständen die Extra-Milliarden an ein großes EU-Land vergeben werden. "Nur die Tatsache, dass das Geld für den Fonds verfügbar ist, macht es nicht glaubwürdig als europäische Schutzmauer, es muss auch den Willen geben, es auszugeben." Der Wiener » Standard blickt auf die aufstrebenden Volkswirtschaften und Weltmächte wie Russland, China, Brasilien und Indien. Das Mindeste, das die "trägen, offensichtlich sitzungsmüden" Industrieländer ihren Geldgebern im Gegenzug jetzt schuldeten, sei mehr Einfluss für die ehemals Abhängigen im IWF. "Denn: Wer zahlt, schafft an."
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NEWS
Regionale Banken im Visier
Der international besetzte Finanzstabilitätsrat will neben den weltweit größten Banken auch regionale Institute enger an die Kandare nehmen, deren Pleite "nur" das Finanzsystem des jeweiligen Landes ins Wanken bringen könnte. Die national systemrelevanten Banken, schreibt das » Handelsblatt , sollen so wetterfest gemacht werden, dass sie in der Krise nicht mehr mit Steuergeld gerettet werden müssen. Auch die » Financial Times Deutschland macht sich Gedanken über das künftige weltweite Bankensystem: Die Abkehr von der Globalisierung zerstückele das Finanzsystem. "Vorbei sind die Zeiten, in denen Geld ungebremst um den Globus fließen konnte und Banken es überall dort einsetzten, wo es die höchsten Renditen versprach".
Spanien-Krise: Brüssel, bitte kommen
Mit großer Selbstsicherheit hat die neue spanische Regierung einen Sparhaushalt vorgelegt. Nicht mehr als Peanuts, meint das » Handelsblatt und schlussfolgert: "Die EZB sollte aufhören, den Spaniern zu helfen, ihre Kreditkosten zu senken, und sie so mit den wirklichen Kosten ihrer finanzpolitischen Entscheidungen konfrontieren." Brüssel müsse dem Land einen glaubwürdigen Plan zur Konsolidierung auferlegen. Weniger düster beurteilt die » Börsen-Zeitung die Lage in Spanien. Die Staatsverschuldung liege deutlich niedriger als in Griechenland - und sogar als in Deutschland. Anlegern rät das Blatt, vorerst Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu geraten. "Die derzeit zu spürenden Sorgen erscheinen nämlich zumindest in Teilbereichen übertrieben."
"Reise zum Club Med"
Timothy Geithner ist mit dem Krisenmanagement der Eurozone weiterhin unzufrieden. Am Wochenende ermahnte der US-Finanzminister zu einem noch entschlosseneren Kampf gegen die Schuldenkrise, berichtet das » Wall Street Journal Die Euro-Zone brauche stärkere Maßnahmen von Regierungen und EZB, um eine mögliche Verschärfung der Krise zu verhindern. In der » Wirtschaftswoche blickt Chefredakteur Roland Tichy auf die kommenden Jahre einer mediterranen Wirtschaftskultur - auf der "Reise zum Club Med" seien Inflation, Abwertung zu Dollar, Schweizer Franken und künftig Yuan zu erwarten. Diese Kultur beschleunige die Arbeitslosigkeit und mindere die globale Wettbewerbsfähigkeit, während gleichzeitig die Schulden wüchsen.
Brandbrief gegen S&P-Preistreiberei
In einem gemeinsamen Brief werfen zwölf deutsche Konzerne, u.a. VW und Siemens, der weltgrößten Ratingagentur Standard & Poor's Preistreiberei vor. Deren jüngster Gebührenvorschlag laufe "auf eine Verdopplung der Preise, wenn nicht sogar mehr" hinaus, zitiert die » Financial Times Deutschland aus einem Schreiben. Die Pläne seien daher "vollkommen inakzeptabel".
Shortcuts aus der Finanzbranche
Die Traditionsbank Sal. Oppenheim hat wichtige Posten in ihrer Führungsriege neu besetzt und will sich jetzt an den Ausbau ihres Geschäfts in Bayern machen » HB Die Fluktuation unter den Beratern von PricewaterhouseCoopers in der Schweiz ist auffällig hoch, im Sommer übernimmt der designierte Chef Urs Honegger das Konzernsteuer » Handelszeitung Der neue Chef der Postfinance Hansruedi Köng will den Finanzdienstleister der Schweizerischen Post zum führenden Anbieter für Retail-Kunden machen » NZZ Die spanische Caixabank stockt den Anteil an der portugiesischen Banco BPI auf fast 49 Prozent auf » FT Kunden von MF Global drängen die Regulierer, auf der Suche nach dem verloren gegangenen Geldern kurz vor der Pleite der Brokerfirma J.P. Morgan Chase in den Fokus zu nehmen » WSJ

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FEEDBACK - meistgeklickter Link der vorherigen Ausgabe
Jagd auf die "fat cats" ist eröffnet
... Auch bei der Citigroup und der Bank of America wachse unter den Aktionären der Widerstand gegen neue Boni, berichtet das » Handelsblatt. ...
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Titel: Manager gegen Manager
Politik: Europas Kniefall
Unternehmen: Apps - Handy-Programme schaffen neue Branchen
Finanzen: "Der Markt will den Scheck sehen"
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MENSCHEN UND MEINUNGEN
Das globale Beben der Weltwirtschaft
Jim O'Neill, Goldman-Sachs-Starökonom, meint, die Balance der Weltwirtschaft werde sich komplett verschieben. Der Aufstieg der neuen Wachstumsmärkte führe zu einem neuen Kräfteverhältnis auf den globalen Märkten. Im Jahr 2050 würden die fünf größten Volkswirtschaften der Welt aus den vier Bric-Ländern Brasilien, Russland, Indien, China sowie den USA bestehen, prognostiziert O'Neill in einem Gastkommentar fürs » Handelsblatt
Banker sind nicht kriminell
Robert Shiller, Starökonom aus den USA, verteidigt die Finanzindustrie. Zwar hätten die Geldhäuser einige Fehler gemacht, aber kriminelle Energie könne er keine erkennen. Viele Banker seien sich gar nicht bewusst gewesen, was sie mit ihrem Handeln anrichten würden. "Die Branche ist auf der Autobahn ein bisschen über dem Tempolimit gefahren", zitiert die » Welt aus Shillers neuestem Buch.
Vom Weltbanker zum Finanzminister?
Bob Zoellick, scheidender Präsident der Weltbank, hat sich bei seiner letzten Pressekonferenz lustlos präsentiert. Erst als es um das globale Finanzsystem, Euro-Krise, EZB und monetäre Brandmauern ging, wurde er munter - weil er sich gedanklich schon mit seinem nächsten Job beschäftigt? - laut » Handelsblatt würde Zoellick gerne Finanzminister unter einem Präsidenten Mitt Romney werden.
Schweiz ist im "Wirtschaftskrieg"
Sergio Ermotti, UBS-Chef, schätzt die Angriffe auf das Schweizer Bankgeheimnis als "Wirtschaftskrieg" ein. Die seit 2008 anhaltenden Attacken sollten die zwei Schweizer Großbanken schwächen, erklärt Ermotti in der » Sonntagszeitung Konkurrenzbanken und ausländische Finanzplätze wollten sich auf diesem Wege zusätzliche Marktanteile verschaffen. "Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren auf dem Schweizer Finanzplatz 20.000 Arbeitsplätze verloren gehen." Die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hofft nach Gesprächen in Washington auf eine Lösung des Steuerstreits mit den USA bis Ende des Jahres (» NZZ ).
Better than Goldman
André Esteves, im "Forbes"-Ranking mit einem geschätzten Vermögen von drei Milliarden Dollar auf dem 13. Platz unter Brasiliens Superreichen, bringt diese Woche einen Teil seiner Investmentbank Pactual an die Börse. Mit seinem Beteiligungsfonds BTG (je nach Auslegung "Back in the Game" oder "Better than Goldman") will Esteves nach Einschätzungen aus seinem Umfeld zu einer globalen Investmentbank aufsteigen, schreibt die » Financial Times Deutschland
ZUGABE - worüber die Finanzwelt schmunzelt
Ergo sucht coole Typen
Die » Financial Times Deutschland berichtet von einem kuriosen Anwerbeversuch eines Ergo -Mitarbeiters, der dem Autor des Artikels auf dem Weg zur U-Bahn "ein zweites finanzielles Standbein" anbietet. Qualifikationen seien dem Mann mit dem Glitzerstein auf dem Schneidezahn ("als arbeite er in der Budapest-Reiseabteilung von Ergo") egal gewesen. "Was mich offenbar einzig auszeichnete: rote Kopfhörer, Lederjacke, verschiedenfarbige Schnürsenkel - 'du bist doch ein cooler Typ', meinte Herr G. mit Haifischlächeln zum Abschied."